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Emotionen nicht zeigen

 
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Waquey




Alter: 27
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 23.09.2011
Beiträge: 143
BeitragVerfasst am: Mi Apr 13, 2016 10:25    Titel: Emotionen nicht zeigen Antworten mit Zitat

Soweit ich weiß sind Gefühle was was man im inneren fühlt und Emotionen das was man im außen zeigt, also Mimiken, Gesten und vieles andere.

Ich kenne das zum Beispiel dass, wenn ich eine Person die mit mir ein Gespräch führt, deren Meinung ich nicht nach vollziehe oder gar meine eigene Meinung mit einbringe und daraus eine Diskussion mache, dass die Leute Diskussionen mit Streiterein vergleichen oder gleich setzen und danach plötzlich anfangen einem zu unterstellen, dass man Streit sucht oder gar es wagen kann, das Meinungsbild mit einzubringen, bei dem ich mich öfters frage ob die Leute eigentlich nur Zustimmung suchen, aber eigentlich nichts lernen möchten oder nicht mit anderen Leuten darüber reden wollen, was sie denken.
Diskussionen sind für mich einfach nicht gleich zu setzen mit Streiterein, einfach weil ein Streit unter anderem emotionaler und gefühlvoller ist und den anderen angreift in seiner Gedankenweise, während eine Diskussion eigentlich die Gedankenweisen vergleicht oder sogar Erfahrungen geteilt werden, aber dabei kein gegenseitiger Angriff statt findet.
Oftmals wird genau dann ein Streit gesucht, so hab ich das Gefühl, wenn man nicht zeigt dass man sichtlich über etwas genervt, beleidigt oder traurig ist.
Manchmal eskaliert das darin dass die andere Person dann so darin vertieft ist, dass sie lauter wird, schreit oder gar Beleidigungen zuwirft, in denen ich mich dann frage was denn nun falsch ist und wo sein Problem ist, außer dass er zeigen möchte, dass er darüber wütend ist.
Dass ich auf seine Wut nicht reagiere, gar nicht einmal weiß warum er wütend ist und dass ich selbst keine Wut zeige ist dann Grund genug, dass man mir dann sagt, dass ich keine Gefühle habe.
Oft kann mich eine Person anschreien, beleidigen oder gar ständig nerven und ich reagiere emotional überhaupt gar nicht, ich bin zu sehr die Ruhe selbst und vor allem trifft es mich nicht einmal, besonders weil ich es nicht nach vollziehen kann.
Dann kommt es mir öfters vor, dass die Person möchte, dass ich auch schreie, weine oder beleidige und wenn genau das nicht geschieht ist man unten durch.
Was genau will der andere damit überhaupt erreichen oder was bringt es überhaupt?
Was hab ich davon Emotionen zu zeigen die ich weder fühle, noch zeige, noch habe?

Eine andere Sache ist, dass man manchmal schon sehr über etwas traurig sein kann oder auch darüber genervt sein kann und ist es auch nur die GEZ oder die GEMA.
Dann möchte oder kann man mit einer anderen Person darüber reden, vor allem wenn die andere Person anbietet, dass man darüber reden soll, aber genau dann kommt ziemliche Anteilnahmelosigkeit.
Wenn die gleiche Person mit mir redet, erwartet sie, dass ich Anteilnahme zeige, zustimme oder gar mit ihr über alles rede, andersrum stört es wenn nur ein "Okay" kommt.
Anders sieht das dann aus wenn man weint, sobald jemand weint oder eine traurige Stimme hat, greift die andere Person zu jeglichen Worten und Aufstimmungsversuchen auf und sind sie noch so ohne Logik und ohne Verstehen der Ursache, warum es einem nicht gut geht.
Da frage ich mich öfters ob eine andere Person erst sehen muss, dass es einem schlecht geht, bis sie reagiert oder dass genau diese Emotionslosigkeit der Grund ist, warum sie es nicht richtig ernst nehmen.

Es gibt eigentlich ziemlich viele Beispiele, aber mir fällt es immer wieder im Auge, dass wenn Emotionen vorhanden sind, eine Reaktion kommt aber bei Emotionslosigkeit keinerlei Anteilnahme.
Auf Dauer ist es, wenn man keine Emotionen zeigt aber welche zeigen sollte, auch ziemlich anstrengend, finde ich.


Kennt ihr das auch?
Wie ist es bei euch so und wie geht ihr damit um?
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luna & titus
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2014
Beiträge: 886
BeitragVerfasst am: Mi Apr 13, 2016 16:09    Titel: Re: Emotionen nicht zeigen Antworten mit Zitat

Waquey hat folgendes geschrieben:
Kennt ihr das auch?
Wie ist es bei euch so und wie geht ihr damit um?


Ich kenne das von früher !
Wie ich damit umgehe ? Ich schränke meine Sozialkontakte ein, weil ich eh nicht mehr viel davon habe. Der Hauptgrund für das Einschränken ist aber meine Müdigkeit.


Waquey hat folgendes geschrieben:
Ich kenne das zum Beispiel dass, wenn ich eine Person die mit mir ein Gespräch führt, deren Meinung ich nicht nach vollziehe oder gar meine eigene Meinung mit einbringe und daraus eine Diskussion mache, dass die Leute Diskussionen mit Streiterein vergleichen oder gleich setzen und danach plötzlich anfangen einem zu unterstellen, dass man Streit sucht oder gar es wagen kann, das Meinungsbild mit einzubringen, bei dem ich mich öfters frage ob die Leute eigentlich nur Zustimmung suchen, aber eigentlich nichts lernen möchten oder nicht mit anderen Leuten darüber reden wollen, was sie denken.
Diskussionen sind für mich einfach nicht gleich zu setzen mit Streiterein, einfach weil ein Streit unter anderem emotionaler und gefühlvoller ist und den anderen angreift in seiner Gedankenweise, während eine Diskussion eigentlich die Gedankenweisen vergleicht oder sogar Erfahrungen geteilt werden, aber dabei kein gegenseitiger Angriff statt findet.
Oftmals wird genau dann ein Streit gesucht, so hab ich das Gefühl, wenn man nicht zeigt dass man sichtlich über etwas genervt, beleidigt oder traurig ist.


Mit solchen Leuten hatte ich früher viel zu tun, jetzt aber nicht mehr. Mit den Leuten, die ich jetzt kennen, kann man ganz gut über allgemeine Themen diskutieren (außer über meine Krankheit, aber die ist eh ein Fall für sich, kann mir ja auch kein Arzt sagen was ich habe bzw. nur Fehldiagnosen geben.)
Es kann gut sein, dass es besser wird, wenn du älter bist, war jedenfalls bei mir so.


Waquey hat folgendes geschrieben:
Manchmal eskaliert das darin dass die andere Person dann so darin vertieft ist, dass sie lauter wird, schreit oder gar Beleidigungen zuwirft....


Das habe ich manchmal selber gemacht (als ich noch Gefühle hatte), wenn mich jemand bezüglich meiner Krankheit nicht ernst genommen hat.
Ich hasse es, wenn andere so tun, als sei das nicht schlimm und als sei es meine Schuld, wenn ich es nicht ändern kann.
Jetzt kann ich solche dominanten, aggressiven Wutausbrüche nur noch vorspielen. Am Anfang haben sich die Leute gewundert, dass ich mich sofort wieder beruhigen konnte.
Mich ärgern die Sachen nach wie vor, deswegen mutmaße ich, dass ich wütend bin, dass aber warum auch immer, nicht mehr spüren kann, daher auch die Wutausbrüche weiterhin. Obwohl ich mir dann hinterher immer richtig komisch vorkomme.
Was mich auch extrem wundert, ist, dass mich da noch keiner drauf angesprochen hat. Das müsste doch eigentlich auffallen.


Waquey hat folgendes geschrieben:
Oft kann mich eine Person anschreien, beleidigen oder gar ständig nerven und ich reagiere emotional überhaupt gar nicht, ich bin zu sehr die Ruhe selbst und vor allem trifft es mich nicht einmal, besonders weil ich es nicht nach vollziehen kann.
Dann kommt es mir öfters vor, dass die Person möchte, dass ich auch schreie, weine oder beleidige und wenn genau das nicht geschieht ist man unten durch.
Was genau will der andere damit überhaupt erreichen oder was bringt es überhaupt?
Was hab ich davon Emotionen zu zeigen die ich weder fühle, noch zeige, noch habe?


Die anderen denken bestimmt, dass du sie damit provozieren willst.
Ich kenne das von meiner Mutter, als ich noch ein Kind war. Sie war emotional instabil und kam nicht damit klar, dass ich so stabil war. (Obwohl ich damals viele Gefühle hatte, sie waren nur nicht so instabil wie ihre.)
Sie wollte Reaktionen von mir, die ich aber nicht hatte. Ich wurde oft als "sozial dickfellig" bezeichnet.
Später bekam ich dann chronische angst vor ihr, bis ich eines Tages (mit 20) gar nichts mehr für sie gefühlt habe. (Für die meisten anderen Menschen damals jedoch noch.)


Waquey hat folgendes geschrieben:
Da frage ich mich öfters ob eine andere Person erst sehen muss, dass es einem schlecht geht, bis sie reagiert oder dass genau diese Emotionslosigkeit der Grund ist, warum sie es nicht richtig ernst nehmen.
Es gibt eigentlich ziemlich viele Beispiele, aber mir fällt es immer wieder im Auge, dass wenn Emotionen vorhanden sind, eine Reaktion kommt aber bei Emotionslosigkeit keinerlei Anteilnahme.


Ja, das ist wirklich so. Es wird dann so eingeschätzt, als ob es einem viel besser geht als es tatsächlich der Fall ist, weil man ja keine entsprechende Mimik und Gestik hat.
Als ich noch weinen konnte, ist meistens gleich jemand (auch Fremde, wenn ich gerade draußen war) gekommen und hat mich gefragt, was denn los sei und ob man mir helfen könne.
Die Anteilnahme war schon stark.
Jetzt, wo meine Mimik, Gestik und Schwingungsfähigkeit eingeschränkt ist*, kommt sowas nicht mehr, obwohl es mir oft (wegen den Schmerzen, der Müdigkeit / Erschöpfung und der Gefühllosigkeit selbst) nicht gut geht.


Waquey hat folgendes geschrieben:
Auf Dauer ist es, wenn man keine Emotionen zeigt aber welche zeigen sollte, auch ziemlich anstrengend, finde ich.


Ja, das stimmt, ich finde es auch total anstrengend. Ich weiß ja weder vorher es kommt, noch, wie es weggeht. Es ist einfach so gekommen.
So richtig stark ist es bei mir seit Mitte / Ende 2014. Davor habe ich kurz noch mal intensiv das Gefühl "Aufregung" gefühlt (weil ich in eine andere Stadt gezogen bin) und dann war´s das.
Ich will das weghaben, weiß aber nicht wie.
Wenn ich das einem Arzt sage, wird der vermutlich Depressionen diagnostizieren, aber ich weiß intuitiv, dass es das nicht ist.

Im Grunde genommen fühlt es sich einfach nur so an, als ob ich alle möglichen Gefühle schon zu oft erlebt habe.
Zum Beispiel das Gefühl Freude: Hatte ich als Kind ganz viel, Traurigkeit ebenso (habe oft bis zum Migräneanfall geweint).
Angst ebenfalls (wobei ich die noch etwas spüre, angst ist ja auch eines der stärksten Gefühle). Ich kenne sie alle in- und auswendig und habe sie alle schon viel zu oft gespürt.


Wieso ist das bei anderen Erwachsenen anders ? Wieso langweilen die sich nicht von ihren Gefühlen ?
Als Kind und Jugendliche habe ich mich noch nicht gelangweilt, aber jetzt sehr stark.

Das einige, was ich noch mal erleben möchte, ist in Urlaub zu fahren, aber dazu bin ich zu krank und das Geld fehlt.
Vielleicht mache ich es trotzdem irgendwie. Manchmal, wenn es zu extrem wird, ignoriere ich die Krankheit und mache einfach etwas anderes, aber das geht meistens nicht gut.


*Das das so ist, konnte ich feststellen, indem ich mich zufällig in einer Glasscheibe gespiegelt habe, während ich mich mit jemandem unterhalten habe. Früher war meine Schwingungsfähigkeit nicht so stark herabgesetzt.
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