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Braucht der Mensch eine Beziehung zum Glücklich sein?
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Rote Zora




Alter: 37
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.03.2016
Beiträge: 5
Wohnort: Rügen
BeitragVerfasst am: Sa März 19, 2016 11:56    Titel: Braucht der Mensch eine Beziehung zum Glücklich sein? Antworten mit Zitat

Hallo an alle,

habe mich gestern getraut und mich angemeldet. Vorgestellt habe ich mich auf schon ein wenig. Nun möchte ich eine Frage stellen, die mir schon sehr lange auf der Zunge liegt. Wie gehe ich eine Beziehung ein, wenn ich nicht weiß, ob ich auf Männer oder Frauen stehe, bzw. das Gefühl der Liebe nicht kenne? Oder sollte ich besser fragen, brauche ich eine Beziehung und einen Partner um glücklich zu sein oder ist dies nur eine gesellschaftliche Vorgabe. Bei Weiterführung meiner Gedanken drehe ich mich oft im Kreis und bin am Ende verzweifelt. Ich würde rein aus Erfahrung & Neugier einmal eine Beziehung erfahren wollen (egal mit welchem Geschlecht), aber es fehlt der entscheidende Punkt: die zwischenmenschliche Anziehung (zumindest was meine Seite anbelangt). Allzu oft bekomme ich zu hören, dass der/die richtige noch nicht dabei war und ich noch warten muss oder ich muss aktiver werden.

Oder muss/kann ich mich damit abfinden, alleine durch das Leben zu laufen, weil es nicht in meiner Natur liegt? Jetzt kann man sich natürlich darüber streiten, was in der Natur des Menschen liegt, aber 90% der Menschen würden doch wohl sagen, dass eine Partnerschaft zum Menschsein dazugehört.

Vielleicht bekomme ich ja eine Antwort Wink
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OffiChan




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.07.2015
Beiträge: 35
Wohnort: nähe Limburg
BeitragVerfasst am: Sa März 19, 2016 12:18    Titel: Antworten mit Zitat

Um ehrlich zu sein geht es mir da ähnlich wie dir. Konnte bisher mit Liebe nicht wirklich was anfangen, da ich selbst auch nie verliebt war. Es ist ein Wort das ich kenne, das ich aber nicht zuordnen kann. Denke auch häufiger mal darüber nach eine Beziehung einzugehen. Weiß aber auch nicht ob es überhaupt das Richtige ist. Schließlich kam ich die Jahre ja auch gut ohne aus.

Sollte man also eine Beziehung eingehen nur weil es irgendwo eine gesellschaftliche Norm ist? Definitiv nein. Es muss schon etwas sein womit man sich identifizieren kann und wofür man auch den passenden Gegenpol brauch. Klingt kitschig, aber mit irgendjemand eine Beziehung eingehen ist sicher nicht Sinn der Sache.

Bei mir selbst scheitert es schon daran das ich mich gar nicht erst verliebe, denn das ist ja irgendwo eine Voraussetzung. Weiß nicht ob da reine Sympathie für reicht.^^ Zudem macht meine allgemeine Berührungsangst es ehrlich gesagt nicht besser. Das schreckt schon sehr viele Leute ab die ebenfalls Asexuell sind, einfach weil sowas wie kuscheln usw. für die dann doch dazu gehört und ich halt gar nichts damit anfangen kann.

Naja, wie du siehst bist du nicht die einzige Person die irgendwie bei dem Thema hadert und nicht weiter weiß. Dennoch, wenn du dieser Erfahrung mal machen möchtest, dann solltest du es auch probieren. Ist halt stets die Frage ob man jemand findet der zu einem passt. Auf jeden Fall ein kompliziertes Thema. Smile
_________________
Am Ende bleibt nur die Gewissheit und die Leere des eigenen Seins!
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Lesley




Alter: 36
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 557
Wohnort: LM
BeitragVerfasst am: Sa März 19, 2016 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn man eine Partnerschaft erzwingen müsste, braucht man sie selbstverständlich nicht! Lass dich nicht von deinem Umfeld beirren, du kennst deine Bedürfnisse am besten!
_________________
"I'll be merry and free,
I'll be sad for naebody,
Naebody cares for me,
I care for naebody."
- Robert Burns
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Paul65





Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 26.09.2010
Beiträge: 551
Wohnort: FFM
BeitragVerfasst am: Sa März 19, 2016 12:36    Titel: Re: Braucht der Mensch eine Beziehung zum Glücklich sein? Antworten mit Zitat

Rote Zora hat folgendes geschrieben:

Oder muss/kann ich mich damit abfinden, alleine durch das Leben zu laufen, weil es nicht in meiner Natur liegt?

Vielleicht liegt ja schon in deiner Fragestellung die Antwort.
Du schreibst von abfinden, für mich impliziert das schon etwas Negatives. Du solltest heraus finden ob die wirklich aus dir selbst heraus eine Beziehung möchtest oder weil es von dir von jemand bzw. deiner Umgebung erwartet wird.
Ich selbst bin, von ein paar kurzen Beziehungsversuchen abgesehen, auch schon immer allein, fühle mich aber nicht wirklich einsam, kann sein dass das in ein paar Jahren anders sein wird Sad. Dabei habe ich aber gelernt dass es mir ohne Beziehung manchmal nicht gut geht, aber in einer Beziehung auch nicht immer und dann trifft es dann jemand anderen, den man eigentlich sehr gern hat.
Bist du generell eher Einzelgänger oder bist du viel mit anderen Menschen zusammen und hast Leute mit denen du auch mal über Probleme reden kannst?
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SchuffiPupsi




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 23.04.2012
Beiträge: 1549
Wohnort: In der Mitte von M-V
BeitragVerfasst am: Sa März 19, 2016 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn man keine will, dann braucht man sie auch nicht.
Wenn man sie nicht braucht, kann man sie trotzdem wollen.

Im Prinzip kann man weg von "partnerschaftliche Beziehung" hin zu "zwischenmenschliche Beziehung", die man zu jedem Menschen hat, zu dem man Kontakt hat.
Die Frage ist dann, ob man gerne einen Menschen hätte zum
- zusammenwohnen?
- Kind bekommen?
- Kosten teilen?
- kuscheln?
- Zeit verbringen?


Viel mehr ist eine Partnerschaft (spätestens nach vielen Jahren) auch nicht, wenn man sie ganz nüchtern betrachtet.
Man verbringt mit einem Menschen Zeit, mit dem sich diese gut füllen lässt und teilt das, was beide erfüllt.

Wenn man aber ohnehin lieber alleine ne Wohnung hat, gute Freunde, mit denen man alles teilt, was einen erfüllt-dann muss man auch keine "Beziehung" führen und mit jemandem zusammenwohnen.
Meine "Partnerschaft" unterscheidet sich auch nur in wenigen Punkten von dem, was ich "Freundschaft" nenne:
- wir wohnen zusammen, planen unsere Zukunft gemeinsam
- wir haben gemeinsam Tiere
- wir werden vermutlich mal ein Kind haben und heiraten
- wir teilen ein Bett und unsere Zeit daheim miteinander

Rein emotional steht mir meine (beste) Freundin genauso nah.
Das ist die Basis, die man vermutlich "Liebe" nennt-einander genauso gut kennen, wie sich selbst. Genau das akzeptieren, respektieren und mögen.
Daran interessiert zu sein, dass es dem anderen gut geht usw.


Letztenendes sollte man nur auf sich hören, was einen erfüllt.
Alle(s) andere(n) sind/ist doch vollkommen wurscht.


Zuletzt bearbeitet von SchuffiPupsi am Sa März 19, 2016 12:45, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Naturfreak




Alter: 32
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 16.09.2015
Beiträge: 24
Wohnort: Brandenburg
BeitragVerfasst am: Sa März 19, 2016 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

Mhmm, ganz ehrlich die Frage ist schwierig zu beantworten, ich habe
sie mir oft gestellt und aktuell auch wieder, ich wollte ebenfalls dazu noch nen Thema erstellen, dass spare ich mir mal und schreibe es hier mit rein.

Ich glaube grundsätzlich muss man unterscheiden, zwischen asexuellen, die keinen Wunsch nach Zweisamkeit verspüren vlt. auch Ekel verspüren etc. und denen möglichst dass andere oder gleiche Geschlecht nicht zu nahe kommen sollen , und für die es o.k. ist, alleine zu sein und die damit dann auch glücklich sind.

Ich für meinen Teil habe mir seit Jugendzeiten eine Partnerin und Kinder gewünscht,weil ich Kinder sehr mag, und sie als ein großen Geschenk sehe und selber auch einen guten Draht zu Kindern habe.
Jedes Jahr habe ich mir dass als Vorsatz genommen es zu erreichen also Frau und dann auch perspektivisch nen Familie zu haben, bis heute habe ich es nicht auf die Reihe bekommen, und nach meinem letzten Versuch vor zwei Jahren, habe ich erkannt, dass ich mich damit wohl abfinden muss! Auch wenn es für mich mega schwer ist und ich heute noch nicht absehen kann, wie lange ich gewillt bin dass dann auch so zu ertragen.
Wenn ich mir vorstelle, die nächsten 30 oder 40 Jahre allein dass Leben zu beschreitet....mhmm da werd ich sehr nachdenklich!

Ich war mehrfach in Frauen verliebt, habe mit Ihnen eine Mega schöne Zeit gehabt, habe ihre Nähe und das "Kuscheln" genossen und mir gewünscht dass es so bleibt, als dann irgendwann
der Punkt der sexuellen Nähe von Seiten der Frauen kam, war es für mich und sie schnell aus, ich muss dazu sagen, dass ich auch nie direkt
kommuniziert habe, dass "Sex" für mich nicht bedeutsam ist.
Nicht dass ich es körperlich nicht konnte, nein, mein Geist wollte diesen Schritt einfach nicht machen.
Deshalb musste ich mir eingestehen, einfach einer "normal" sexuellen Frau nicht dass bieten zu können, was sie sich wünscht.

Nach den Enttäuschungen bin ich immer in tiefe Löcher gefallen, habe viel Alkohol getrunken um zu verdrängen, habe an mir gezweifelt, und mich immer wieder gefragt, "Wieso kannst du nicht normal sein, wie alle andern um dich rum"?, für die Sex so viel bedeutet?
Aber ich habe mich mittlerweile so akzeptiert wie ich bin, denn verstellen möchte ich mich auch für niemanden.

Ich bin gerne unter Menschen, und hasse es, Abends von der Arbeit zu kommen, und alleine in meiner Wohnung zu sein, niemanden zu haben (außer Freunden) mit dem man reden kann, die man unterstützen kann oder z.B. auch in den Urlaub fahren kann, einfach jemanden der abends neben einen einschläft...

Naja meine Freunde sagen immer, du könntest glücklich sein, du bist gesund, hast ne Wohnung, hast nen auto, hast Freunde, hast deine eigene Firma mit Angestellten, hast ausreichend Geld, hast deine Hobbys...aber für mich sind dass alles Nebensächlichkeiten, die schön sind zu haben.
All dass kann kann aber nicht über die innere "Einsamkeit hinweg trösten"

Deshalb als Zusammenfassung, ich glaube wenn man so ein Typ ist wie ich, mit dieser Sehnsucht in sich drinnen, wird man nie völlig "glücklich" sein können ohne jemanden an seiner Seite, auch wenn alles andere im Leben passt.
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Hummelchen




Alter: 22
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.07.2015
Beiträge: 321
Wohnort: nahe Berlin
BeitragVerfasst am: Sa März 19, 2016 15:13    Titel: Antworten mit Zitat

Für viele Menschen gehört eine Beziehung einfach zum Glücklichsein dazu. Da diese Menschen in der Mehrheit sind, wird es natürlich auch zu einer gewissen gesellschaftlichen Erwartung.

Ob DU aber eine Beziehung brauchst, um glücklich zu sein, musst Du selber entscheiden. Das kann Dir niemand vorgeben und vor allem ist das keine grundsätzliche Pflicht.

Eine Beziehung einzugehen, ohne den Partner/die Partnerin zu lieben, ist absolut falsch. Das ist eine einzige Lüge. Schließlich beginnt man eine Beziehung, weil man sich gegenseitig liebt und nicht, weil man eine Beziehung haben will. Damit wird das zum Selbstzweck und das ist völliger Schwachsinn.

Natürlich kann es sein, dass Dir der/die Richtige einfach noch nicht begegnet ist. Vielleicht brauchst Du aber auch einfach keine Beziehung bzw. kannst Dich nicht verlieben. Jedenfalls solltest Du Dich nicht unter Druck setzen und das tun, was für Dich richtig ist.
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miezi2410




Alter: 57
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 671
BeitragVerfasst am: Sa März 19, 2016 15:30    Titel: Antworten mit Zitat

ich denke, das muss jeder für sich entscheiden, braucht er sowas oder nicht.
manches weiss man eben von selber und manches lernt man durch erfahrung.

früher hätte ich nicht ohne beziehung gekonnt,
heute ruhe ich derartig in mir, dass ich mit mir selber zufrieden und allein sein könnte.
(allerdings nicht ohne meine katzen Wink )
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Maxi




Alter: 36
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.07.2005
Beiträge: 3129
BeitragVerfasst am: Sa März 19, 2016 16:07    Titel: Re: Braucht der Mensch eine Beziehung zum Glücklich sein? Antworten mit Zitat

Die über mir haben ja schon viel geschrieben ...

Rote Zora hat folgendes geschrieben:
Oder sollte ich besser fragen, brauche ich eine Beziehung und einen Partner um glücklich zu sein
Das musst Du dir selbst beantworten. Bist Du jetzt ohne Partner glücklich? Falls nein, ist da die Sehnsucht nach einem anderen Menschen, der da ist?

Rote Zora hat folgendes geschrieben:
Bei Weiterführung meiner Gedanken drehe ich mich oft im Kreis und bin am Ende verzweifelt.
De Gedankenkreis wäre mal interessant zu hören. Wink Wenn ich jemand entdecke, der mich irgendwie fasziniert, denke ich die Beziehung durch, vom Kennenlernen übers Zusammenziehen, Heiraten, Ehekrise, Rente ... und spätestens da, hat sich das dann auch wieder erledigt, auf die ganzen Probleme habe ich dann keine Lust mehr. Mr. Green

Rote Zora hat folgendes geschrieben:
aber 90% der Menschen würden doch wohl sagen, dass eine Partnerschaft zum Menschsein dazugehört.
Da bleiben aber noch 10% übrig ... das sind immerhin 740 Millionen Shocked
_________________
sex doof
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still_running
abgemeldet



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 21.06.2009
Beiträge: 298
Wohnort: Ruhrgebiet
BeitragVerfasst am: Sa März 19, 2016 16:20    Titel: Antworten mit Zitat

Der grade verstorbene ex Aussenminster
Westerwelle hat mal gesagt: Es gibt nichts schöners im Leben als eine erwiderte Liebe.

Ich glaube er hat recht.
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Arbra




Alter: 33
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2006
Beiträge: 35
BeitragVerfasst am: Sa März 19, 2016 18:22    Titel: Antworten mit Zitat

Mir geht es sehr ähnlich wie dir, Rote Zora. Auch ich war noch nie verliebt und kann nur theoretisch versuchen nachzuvollziehen, was das für eine Kraft sein muss, die Menschen dazu bringt sich paarweise zusammen zu tun. Selber kenne ich diesen Drang nicht.

Eine Weile habe ich an einem Ort gelebt und ein Umfeld gehabt, dass mir immer wieder ganz klar nahegelegt hat mein Glück in einer 'konventionellen' Beziehung zu suchen und das als einzige Möglichkeit gesehen hat. In der Zeit ging es mir überhaupt nicht gut und ich habe wirklich geglaubt, dass es keinen anderen Weg gibt ein glückliches Leben zu leben. Jetzt bin ich dort weg und auch der Wunsch 'normal' zu sein und eine 'normale' Beziehung zu haben ist nicht mehr da. Ich glaube also schon, dass unsere Umgebung und die Gesellschaft uns stärker beeinflussen als uns oft bewusst ist.

Inzwischen gehe ich aber davon aus, dass es verschiedene Arten und Abstufungen von Zuneigung gibt und 'Liebe' nur eine extreme Ausprägung davon ist. Genau so, wie es nicht nur die Beziehung, sondern sehr viele sehr unterschiedliche Beziehungen gibt. Das macht das ganze irgendwie weniger theoretisch und damit weniger unheimlich für mich, weil ich sehr wohl Menschen habe, die ich sehr und auch besonders gern mag und mit denen ich die unterschiedlichsten Beziehungen habe. Nur eben keine Beziehung im Sinne von 'klassischer Liebesbeziehung'. Ich kann es also immer noch nicht verstehen, was andere dazu bringt eine solche einzugehen. Es stört mich aber weniger, weil ich inzwischen weg bin von der Annahme, dass jeder Mensch unbedingt eine Liebesbeziehung haben muss um glücklich zu sein und über alternative Lebens- und Wohnkonzepte nachdenke. Dass ich glücklich sein kann ohne Paar-Beziehung.

Aber ich kann nicht glücklich sein ohne gute Beziehungen zu anderen Menschen. Sicher gibt es Menschen, die das können und vielleicht sind das die, die mit sich und der Welt ganz und gar im reinen sind, aber ich brauche Menschen, mit denen ich alle Arten von freundschaftlichen Beziehungen habe. Und das, stelle zumindest ich fest, gestaltet sich mit zunehmendem Alter irgendwie komplizierter, weil sehr viele meiner Freund/innen inzwischen in 'klassischen' Beziehungen sind und weniger Zeit und Energie für alte Freundschaften haben. Ich hoffe sehr, dass ich dauerhaft ein Umfeld und Freund/innen finden werde, wo ich Beziehungen, so wie sie mir entsprechen und wie ich sie gerne habe, leben kann.

Es tut mir Leid, dass das so ein langer Text über mich geworden ist, es ist meine Sicht zum Thema 'Glück und Beziehungen' und ich hoffe, es ist hier nicht ganz OT.
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dunkler_regenbogen




Alter: 60
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.12.2012
Beiträge: 443
Wohnort: Dortmund
BeitragVerfasst am: Sa März 19, 2016 20:08    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte ja schon so einige Beziehungen, war auch verheiratet. Das Zusammenleben mit jemandem fand ich immer schön (ich hatte aber auch immer Partner, die gut allein sein konnten und mich nicht als Alleinunterhalter brauchten). Gestört hat immer nur der Sex, auf den die Männer nicht auf Dauer verzichten konnten.

Jetzt lebe ich seit über 6 Jahren allein und finde das genau so schön. Klar, es ist anders - aber ebenso schön. Wenn sich nochmal ein "richtiger" Mensch für ein Zusammenleben finden würde, kann ich mir gut vorstellen, dass ich mich auf dieses Abenteuer noch einmal einlasse.

Allerdings fühle ich mich allein zu wohl, um da irgendwelche faulen Kompromisse einzugehen.
_________________
You'll never find a rainbow if you're looking down.

Ich weiß, dass die Stimmen in meinem Kopf nicht real sind, aber sie haben so wahnsinnig geile Ideen!
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Arbra




Alter: 33
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2006
Beiträge: 35
BeitragVerfasst am: So März 20, 2016 9:56    Titel: Antworten mit Zitat

dunkler_regenbogen hat folgendes geschrieben:
Allerdings fühle ich mich allein zu wohl, um da irgendwelche faulen Kompromisse einzugehen.

Das trifft auf mich auch zu, dass ich grundsätzlich nicht gerne Kompromisse mache und fürchte, dass eine Beziehung im Sinne einer klassischen Partnerschaft eine Menge fauler Kompromisse erfordern würde - zu denen ich nicht bereit bin.

Ich stelle es mir aber schon schön vor, wenn sich Menschen finden, die an einem Strang ziehen und das gleiche wollen ohne dabei das Gefühl zu haben dem/der Anderen zu Liebe Dinge zu tun oder nicht zu tun zu müssen. Fragt sich, wie realistisch es ist, dass so ein Miteinander auf Dauer gut geht ohne das eine/r der Beteiligten irgendwann zu kurz kommt.
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Alice93




Alter: 26
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 25.08.2015
Beiträge: 331
Wohnort: NRW
BeitragVerfasst am: So März 20, 2016 11:10    Titel: Antworten mit Zitat

In den Ausführungen dieses Threads kann ich mich gut wiederfinden und sie nur bestätigen.  Ich denke auch, dass zu Lieben und geliebt zu werden bei den Meisten ein Bedürfniss nach angenommen werden befridigt und entsprechend glücklich macht. Nur die Krux ist "Liebe" ist per Definition positiv besetzt. Wenn es nicht das schönste auf der Welt wäre zu lieben und geliebt zu werden ... nun dann würde man es vermutlich nicht mehr "Liebe" nennen. 
Ansonsten  halte ich "Die Liebesbeziehung" für ein soziales Konstrukt ist, welches die kulturelle Nachfolge zur "Zweckehe" darstellt. Es gibt also das Bild einer "Liebesbeziehung" und die Realität derselben. Die Realität ist: Es gibt unendlich viele zwischenmenschliche Beziehungen. Jede davon formt sich durch jeden Kontakt weiter und neu. Wenn Menschen sich dann gegenseitig zu "Partnern" erklären kommt mir das entweder wie eine Deklaration im Nachhinein vor oder wie ein Soll-Satz à la wir wollen zusammen dem Bild "Liebesbeziehung" gerecht werden. Oft werden die Vorstellung davon, was eine "Liebesbeziehung" ist auch gar nicht besprochen. Es wird davon ausgegangen, dass es da klare Vorstellungen gibt. Meiner bisherigen Analyse nach macht eine "Liebesbeziehung" aus, dass man  füreinander einsteht, also die Dinge des Lebens gemeinsam teilt und (monogame) Sexualität miteinander lebt. Alles andere ist optional. Bei uns Asexuellen fällt lezteres dann auch noch weg, wird bei vielen aber adäquat mit kuscheln ersetzt, ansonsten ist der Unterschied zwischen "Liebesbeziehung" und "Freundschaft/anderer Beziehungstyp" nicht mehr auszumachen. Ob man dieses Konstrukt im Leben braucht kann man dann - wie sie oft - nur selber wissen. 
Ich persönlich kann sagen, dass ich meine Freunde (zumindest die die jetzt schon >10 Jahre konstant an meinem Leben teilhaben lasse) liebe. Mit zweien hab ich auch streckenweise zusammen gewohnt, im selben Bett geschlafen und wenn ich es denn wollen würde könnte ich die sicher auch beim zusammen auf der Couch sitzen umarmen oder knuddeln. Ob das bessere/schlechtere "Liebe" ist als die in einer "Liebesbeziehung" kann ich mangels Erfahrung natürlich nicht beurteilen. Ich finds aber traurig, wenn Menschen blind für alle ihre realen Beziehungen dem Ideal "Liebesbeziehung" hinterherlaufen und meinen ständig und bes. an Valentinstag, Weihnachten uÄ Anlässen unglücklich sein zu müssen und sich selbst abwerten, weil ihr Leben nicht der Darstellung in Bilderbüchern und Werbekatalogen entspricht. Da sollte man sich klar machen, dass viel auch hausgemachte Illusion ist und eher fordern diese Darstellung des menschlichen Zusammenlebens vielfälltiger zu gestalten statt sich selbst krampfhaft in ein System zu quetschen, das für einen selbst einfach nicht passend ist.


Zuletzt bearbeitet von Alice93 am So März 20, 2016 12:49, insgesamt einmal bearbeitet
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luna & titus
abgemeldet




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2014
Beiträge: 886
BeitragVerfasst am: So März 20, 2016 11:46    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann auch nur davon abraten, mit jemandem eine Beziehung zu führen, in den man nicht verliebt ist.
Ich habe das über ein Jahr lang versucht, aber es haben sich keine Gefühle entwickelt. Es war ein einziger Krampf !
_________________
Individualismus anerkennen und respektieren !
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