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Kampf gegen die Pathologisierung
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FrüchteMüsli




Alter: 26
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 10.12.2011
Beiträge: 14
Wohnort: Regensburg
BeitragVerfasst am: Mi Jan 06, 2016 15:35    Titel: Antworten mit Zitat

luna & titus hat folgendes geschrieben:
ich glaube, wenn man nur lange genug sucht, findet man bei jedem Menschen irgendetwas auffälliges.
Insofern brauchen wir uns da keine Gedanken mehr machen.


Stimmt, das habe ich auch schon oft festgestellt. Ich sollte daraus lernen. Very Happy
Und Wahnsinn, vielen Dank für die zahlreichen Tipps! Noch viel hilfreicher, als ich erwartet hätte! Nicht nur was das Entpathologisieren angeht, sondern allgemein die endlosen Fragen, die man sich selbst stellt, um sich zu verstehen oder eine "endgültige" Antwort zu finden.
Ich werde an mir arbeiten. Wink
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luna & titus
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2014
Beiträge: 886
BeitragVerfasst am: Mi Jan 06, 2016 17:44    Titel: Antworten mit Zitat

Freut mich, dass ich dir damit helfen konnte.
Den Tipp mit dem „wenn man etwas nicht wirklich will, ist es normal, dass man sich dafür schämt“ habe ich übrigens von einem Mann, der damals unbedingt eine Beziehung und Sex von mir wollte.

Trotz dass er mich so bedrängt hat, bin ich ihm dafür sehr dankbar.

Leidest du ansonsten auch unter Grübelzwängen, oder nur was die sexuelle Orientierung angeht ?
_________________
Individualismus anerkennen und respektieren !


Zuletzt bearbeitet von luna & titus am Mi Jan 06, 2016 21:53, insgesamt einmal bearbeitet
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FrüchteMüsli




Alter: 26
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 10.12.2011
Beiträge: 14
Wohnort: Regensburg
BeitragVerfasst am: Mi Jan 06, 2016 18:22    Titel: Antworten mit Zitat

luna & titus hat folgendes geschrieben:
Leidest du ansonsten auch unter Grübelzwängen, oder nur was die sexuelle Orientierung angeht ?


Auch sonst würde ich mich als Meisterin im Kopfzerbrechen bezeichnen; es war allerdings schon schlimmer. Bin zwar noch "jung und dumm", aber man reift ja irgendwie trotzdem schon und ich habe viele Erfahrungen gemacht, die mir heute erlauben, weniger zu hinterfragen und zu analysieren und mehr einfach mal zu machen.

Dass du Erfahrungen mit Bedrängtwerden machen musstest, tut mir leid. Ich stelle mir das schlimm vor, bzw. die Angst davor, dass mir jemand etwas Körerpliches abverlangt, dass ich nicht geben kann/will, war bisher der Grund für meinen Rückzug beim Näherkommen.
(Plus der tollen Grundüberzeugungen: "Wenn man merkt, wie ich wirklich bin, wird man mich nicht mehr mögen." oder auch "Das muss ein Irrtum sein, er/sie kann mich unmöglich wirklich gut finden.")
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luna & titus
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2014
Beiträge: 886
BeitragVerfasst am: Mi Jan 06, 2016 22:14    Titel: Antworten mit Zitat

FrüchteMüsli hat folgendes geschrieben:
Ich stelle mir das schlimm vor, bzw. die Angst davor, dass mir jemand etwas Körerpliches abverlangt, dass ich nicht geben kann/will, war bisher der Grund für meinen Rückzug beim Näherkommen.


Damals ging es mir so schlecht, dass mir das egal war.
Allerdings hat es auch nichts gebracht, weil ich kein Verlangen nach Sex hatte.
Für mich war das eher so, als wenn ständig jemand auf meine Schulter klopft. Irgendwie nervig und sinnlos.


FrüchteMüsli hat folgendes geschrieben:
"Wenn man merkt, wie ich wirklich bin, wird man mich nicht mehr mögen."


Das ist bei mir wirklich der Fall !
Sehr viele Menschen mögen mich nicht, wenn ich authentisch bin.
Bei potenziellen Partnern ist es aber normalerweise umgekehrt.
Diese „vergöttern“ mich teilweise, ungelogen.
Irgendwie scheine ich ungewollt zu polarisieren, obwohl ich eigentlich immer gleich bin. Manche Menschen scheinen mich echt zu lieben. Ich kannte mal eine ältere Frau, die mich auf mütterliche Weise sehr geliebt hat.
Das war so extrem, dass ich den Kontakt abgebrochen habe.
Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten.


Bei potentiellen Partnern war es immer so, dass ich diese „Vergötterung“ nur haben wollte, damit ich eine Art Beschützer gegen die Menschen, mit denen ich nicht klarkomme, habe.
Ich hätte sie also nur gewollt um sie auszunutzen.
Wobei da mal einer bei war, der sich dafür rächen wollte, indem er aus Spaß so getan hat, als wolle er mich vergewaltigen.
Seitdem bin ich deutlich vorsichtiger.

Dieses Verhalten habe ich aber wirklich nur aus Verzweiflung gemacht. Ich wurde früher (und teilweise heute noch) ungerecht behandelt und dachte, dass ich das ohne einen Beschützer nicht durchstehen werde, was natürlich dumm war.
Da ich damals aber dachte, dass dieses Verhalten eine Chance wäre, meine Aromantik abzulegen, habe ich mich nicht reflektiert und einfach so gehandelt, wie ich es in dem Moment brauchte.
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Individualismus anerkennen und respektieren !
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FrüchteMüsli




Alter: 26
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 10.12.2011
Beiträge: 14
Wohnort: Regensburg
BeitragVerfasst am: Do Jan 07, 2016 18:17    Titel: Antworten mit Zitat

luna & titus hat folgendes geschrieben:
Sehr viele Menschen mögen mich nicht, wenn ich authentisch bin.


Okay, wenn ich es richtig verstehe, ist das für mich aber was extrem Gutes! In gewisser Weise muss man sich in einer funktionierenden Gesellschaft zwar immer anpassen, aber prinzipiell schätze (und liebe) ich alternative Menschen, und zwar nicht pseudo-individuelle, sondern einfach authentische Personen. Damit ist man nämlich häufig schon exotisch genug. Es fällt auf, wenn jemand ehrlich ist, auch im Sinne von "nicht verstecken, wer man ist und wie man denkt".

luna & titus hat folgendes geschrieben:
Irgendwie scheine ich ungewollt zu polarisieren, obwohl ich eigentlich immer gleich bin. Manche Menschen scheinen mich echt zu lieben. Ich kannte mal eine ältere Frau, die mich auf mütterliche Weise sehr geliebt hat.


Ich kann mir gut vorstellen, dass du genau deshalb, weil du dich authentisch zeigst, eben auch einen gewissen Reiz ausübst. Im Endeffekt machst du besser als die meisten Menschen. Sie passen sich an und haben deshalb weder richtige Freunde noch richtige Feinde. Sie haben 100 Kontakte, mit denen sie nie streiten, aber häufig verkehren. (Vielleicht sogar im doppelten Wortsinne.)
Das ist auch ein Schutz, man kann sich der Verantwortung entziehen und hat immer Harmonie um sich. Vielleicht bewundere ich deshalb Leute wie dich, weil ich selbst eher zu den Konfliktphobikern und Angsthasen dieser Welt gehöre, und wenn ich einen Tarnumhang hätte, diesen wahrscheinlich 24h am Tag anhätte. Rolling Eyes

Zum Glück bin ich aber schon weiter gekommen und lege das ewige Versteckspiel und die Heuchelei und das Streben nach vermeintlicher, da perfektionistischer Selbstoptimierung immer weiter ab. Tanzsmiley
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luna & titus
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2014
Beiträge: 886
BeitragVerfasst am: Do Jan 07, 2016 19:58    Titel: Antworten mit Zitat

FrüchteMüsli hat folgendes geschrieben:
Okay, wenn ich es richtig verstehe, ist das für mich aber was extrem Gutes! In gewisser Weise muss man sich in einer funktionierenden Gesellschaft zwar immer anpassen, aber prinzipiell schätze (und liebe) ich alternative Menschen, und zwar nicht pseudo-individuelle, sondern einfach authentische Personen. Damit ist man nämlich häufig schon exotisch genug. Es fällt auf, wenn jemand ehrlich ist, auch im Sinne von "nicht verstecken, wer man ist und wie man denkt".


Nein, in meinem Fall ist dieses Verhalten für andere nicht gut, weil ich sehr egoistisch bin.
Mir wurde schon oft gesagt, dass viele Menschen das Zusammenleben und -arbeiten mit mir nicht leicht aushalten können.
Auch früher in meiner Familie war ich immer das „Schwarze Schaf“.
Wurde von meiner Familie in's Heim gegeben usw.....

Deswegen habe ich mich ja eine Zeit lang krampfhaft versucht zu einer Beziehung zu zwingen.
Ich brauchte den absoluten Beweis, dass ich „gut“ bin und dass ich jemanden habe, der sich für meine Rechte einsetzt.
Das ist aber total nach hinten losgegangen.


FrüchteMüsli hat folgendes geschrieben:
Ich kann mir gut vorstellen, dass du genau deshalb, weil du dich authentisch zeigst, eben auch einen gewissen Reiz ausübst.


Ja, den Reiz mich abzulehnen oder mich mit Liebe zu „ersticken“.


FrüchteMüsli hat folgendes geschrieben:
Im Endeffekt machst du besser als die meisten Menschen. Sie passen sich an und haben deshalb weder richtige Freunde noch richtige Feinde. Sie haben 100 Kontakte, mit denen sie nie streiten, aber häufig verkehren. (Vielleicht sogar im doppelten Wortsinne.)
Das ist auch ein Schutz, man kann sich der Verantwortung entziehen und hat immer Harmonie um sich.


Nach meiner jetzigen Erfahrung ist das kein Schutz (ich habe in deinem Alter aber auch so gedacht), sondern der normale Lauf des Lebens. Normalerweise sind Menschen so „unsensibel“ oder wie auch immer du das ausdrücken willst !
Ich war früher im sozialen Bereich extrem sensibel und verletzbar und habe deshalb so polarisiert.
Je älter ich wurde, desto schlechter habe ich das ausgehalten, deshalb bin ich mittlerweile relativ unempfindlich bis gleichgültig.
Ich bin mir aber nicht sicher ob es wirklich daran liegt, vielleicht steckt hinter meiner Unsensiblität auch eine neurologische Erkrankung.


Ich brauchte Menschen aber nie einfach nur so, sondern immer zu einem Zweck, meistens dem, dass ich vor anderen verteidigt werden wollte.
Da ich mittlerweile aber endlich gemerkt habe, dass das nicht geht und ich sogar noch Nachteile dadurch habe, habe ich mein soziales Verhalten komplett geändert.
Ich bin sowas von gleichgültig geworden, weiß (jedenfalls im reallife) nicht mehr viel mit Menschen anzufangen, habe keine Lust, mich mit meinen Freunden zu treffen usw....


Früher war ich ängstlich und von den Meinungen anderer Menschen abhängig. Heute ist mir das egal.
Mir ist nur noch wichtig, dass ich nicht in meinen Rechten eingeschränkt werde und dass mein Umfeld auf meine zahlreichen Besonderheiten rücksicht nimmt.

Was soll ich sagen, diese „soziale Gleichgültigkeit“ ist das Beste, was mir in der Hinsicht passieren konnte !
Und wenn ich drüber nachdenke, waren mir Kontakte zu Menschen eigentlich noch nie wirklich wichtig. Mir ging es hauptsächlich darum, jemanden zu haben, der mir erlaubt, mich selbst lieben zu dürfen, weil mir als Kind beigebracht wurde, mich nicht lieben zu dürfen.
Aber da ich mal ein sehr aufschlussreiches Erlebnis dazu hatte, ist dieses Bedürfnis jetzt komplett weggegangen und ich habe gelernt mich selbst zu lieben.


FrüchteMüsli hat folgendes geschrieben:
Vielleicht bewundere ich deshalb Leute wie dich, weil ich selbst eher zu den Konfliktphobikern und Angsthasen dieser Welt gehöre, und wenn ich einen Tarnumhang hätte, diesen wahrscheinlich 24h am Tag anhätte. Rolling Eyes


Very Happy Wenn du mich im reallife kennen würdest, wärst du wahrscheinlich anderer Meinung.
Ich gelte als „egoistisch“, „asozial“ und „unverschämt“.
Und da hat mich keiner zu gemacht, dass ist mein Naturcharakter. Es haben sich schon viele Leute von mir zurückgezogen. Mir ist das egal, aber ich hasse es, wenn auf meine körperlichen Einschränkungen keine Rücksicht genommen wird.


FrüchteMüsli hat folgendes geschrieben:
Zum Glück bin ich aber schon weiter gekommen und lege das ewige Versteckspiel und die Heuchelei und das Streben nach vermeintlicher, da perfektionistischer Selbstoptimierung immer weiter ab. Tanzsmiley


Ich gehe jetzt mal davon aus, dass du deutlich normaler als ich bist.
Dann wird dieser Weg vermutlich richtig sein.
Bei mir ist das umgekehrt, ich „muss“ mich jetzt verstecken, weil die Leute nach wie vor nicht wollen, dass ich so bin wie ich bin.Auf die ständigen Vorwürfe habe ich keine Lust mehr.
Authentizität ist nicht bei jedem Menschen gut.
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Individualismus anerkennen und respektieren !
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FrüchteMüsli




Alter: 26
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 10.12.2011
Beiträge: 14
Wohnort: Regensburg
BeitragVerfasst am: So Jan 10, 2016 19:21    Titel: Antworten mit Zitat

Das war ein sehr ausführliches und überwiegend überzeugendes Plädoyer GEGEN dich, meint man im ersten Moment. Und im zweiten wird mir klar, dass es FÜR dich geschrieben wurde.

luna & titus hat folgendes geschrieben:
Früher war ich ängstlich und von den Meinungen anderer Menschen abhängig. Heute ist mir das egal.
Mir ist nur noch wichtig, dass ich nicht in meinen Rechten eingeschränkt werde und dass mein Umfeld auf meine zahlreichen Besonderheiten rücksicht nimmt.

Was soll ich sagen, diese „soziale Gleichgültigkeit“ ist das Beste, was mir in der Hinsicht passieren konnte !
Und wenn ich drüber nachdenke, waren mir Kontakte zu Menschen eigentlich noch nie wirklich wichtig. Mir ging es hauptsächlich darum, jemanden zu haben, der mir erlaubt, mich selbst lieben zu dürfen, weil mir als Kind beigebracht wurde, mich nicht lieben zu dürfen.
Aber da ich mal ein sehr aufschlussreiches Erlebnis dazu hatte, ist dieses Bedürfnis jetzt komplett weggegangen und ich habe gelernt mich selbst zu lieben.


Sehr gut, wenn man seinen Wandel an einem Schlüsselreiz aufhängen kann. Vor allem, wenn dieser nicht zu einem "Ich werde mich ändern!" sondern vielmehr zu einem "Ich höre auf, mich ändern zu wollen!" wird.

Zitat:
Authentizität ist nicht bei jedem Menschen gut.


Doch; nach meinem Verstädnis von Authentizität schon. Authentisch sein heißt ja nicht, dass man jedem Impuls und jeder Emotion sofort nachgeht und diese sofort in Handeln umsetzt und jedes aufkommende Bedürfnis unangepasst und unmittelbar befriedigt, auf Kosten von Harmonie.
Authentisch sein heißt für mich, dass man sich zwar in gewissen Momenten zurücknimmt, sich aber nicht selbst verrät und sich entsprechend woanders den Raum nimmt und/oder seine Position deutlich macht, ohne "mit der Axt im Walde" zu agieren.

Aber langsam entferne ich mich vom Thema.
Vielen Dank für die wertvollen Beiträge!
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