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Wozu ein "coming out"?
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Black_Rose




Alter: 22
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 12.03.2015
Beiträge: 12
BeitragVerfasst am: So März 15, 2015 8:32    Titel: Wozu ein "coming out"? Antworten mit Zitat

Hey ^^

Entschuldigt, wenn ich eine Frage stelle, die hier schon mal gestellt wurde, aber es interessiert mich jetzt einfach mal Smile

Also erstmal zu meiner Situation. Ich bin noch recht jung und seit 1,5 Jahren mit meinem freund zusammen. Wir hatten zwar Sex, ich hab mich aber immer (also so gut wie möglich) drum gedrückt. Erst vor kurzem bin ich auf den Trichter gekommen asexuell sein zu können. Ich hab ihm das auch erklärt. er hat es erstaunlich gut aufgefasst, muss sich aber wohl erst erstmal darüber klar werden, was das eigentlich für ihn bedeutet. Naja egal anderes Thema ^^

Jedenfalls habe ich mehrfach gelesen von "coming outs" und mich würde mal interessieren, weshalb ihr ein coming out macht? Ich meine, ich will ja eigentlich auch nicht wissen, ob und wie oft meine Eltern Sex haben, was sollte sie mein sexleben interessieren? Da ich einen Freund habe, wäre es auch nicht nötig zu erklären, dass ich mich für asexuell halte, damit sie mir nicht mehr damit in den Ohren liegen, mir einen freund zu suchen.

Also meine frage, was bewegt euch dazu ein coming out zu machen? Geht ihr mit eurer Sexualität generell sehr offen um? Und jetzt mal rein hypothetisch, ihr lernt jemand neues kennen findet sie/ihn interessant und ansprechend und er/sie euch auch. Wann würde man denn in so einer Situation Sexualität bzw Asexualität ansprechen? Und wie erklärt man sowas dann? Also außer ein "hey ach übrigens ich bin asexuell"?

Danke schon mal im voraus! Very Happy
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miezi2410




Alter: 57
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 671
BeitragVerfasst am: So März 15, 2015 12:48    Titel: Antworten mit Zitat

hallo Black_Rose,
ich antworte mal ganz kurz.
ich bin ja schon ein älteres semester und sehe die sache so:

ich bin grundsätzlich zu keinem coming out bereit bzw. verpflichtet.
keinem geht meine sexualität was an, weder eltern, freunde und co.

einzigste ausnahme, wenn sich eine beziehung anbahnen sollte.............denn dieser mensch sollte schon wissen auf was er sich einlässt und sollte auch entscheidungen treffen können, ob er so leben möchte.
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Prinzess
abgemeldet




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.12.2013
Beiträge: 1477
BeitragVerfasst am: So März 15, 2015 14:52    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe die Tatsache, dass ich Sex nicht mag, nicht als intim an, weil Sex mir ja nichts bedeutet. Warum sollte ich etwas, das mir egal ist und erst unangenehm würde, wenn ich es machen würde, auf einen Sockel stellen, indem ich Heimlichkeiten drum mache?
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spyro




Alter: 30
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 13.11.2013
Beiträge: 253
BeitragVerfasst am: So März 15, 2015 15:04    Titel: Re: Wozu ein "coming out"? Antworten mit Zitat

Black_Rose hat folgendes geschrieben:
Ich meine, ich will ja eigentlich auch nicht wissen, ob und wie oft meine Eltern Sex haben, was sollte sie mein sexleben interessieren?


Sexleben/Verhalten ist nicht das gleiche wie die Orientierung.

Man kann es als unangenehm empfinden, wenn Leute einem immer unterstellen man würde etwas wollen, was man gar nicht will. Man gilt ja automatisch als Heterosexueller mit den Bedürfnissen und Sehnsüchten eines Heterosexuellen, wenn man nicht selbst was dagegen sagt. Und vor Freunden will man auch mal offen und ehrlich reden können.
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Asterius





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.10.2010
Beiträge: 261
Wohnort: Deutschland Alter: 43
BeitragVerfasst am: So März 15, 2015 15:44    Titel: Sich outen sollte gut überlegt sein Antworten mit Zitat

Hallo Black_Rose,

also ich sehe das im Grunde wie miezi2410.

Es geht letztlich niemanden etwas an, welche Art von Sexualität ich habe oder auch nicht habe. Andere Menschen outen sich mir gegenüber auch nicht, ob sie heterosexuell, homosexuell oder bisexuell sind oder ob sie SM praktizieren oder was auch immer. Also sage ich mir, warum soll ich mich dann wegen meiner Asexualität outen? Das Ganze ist letztlich auch ein sehr intimes Thema, wo ich finde, dass andere das auch gar nichts angeht.

Einzig und allein einem potentiellen Beziehungspartner sollte man es natürlich schon erzählen, dass man asexuell ist, denn die Person sollte wirklich wissen, auf welchen Menschen sie sich einlässt. Es wäre unfair, jemandem der möglicherweise selbst sexuell ist, diese Informationen vorzuenthalten. Man muss es sicherlich noch nicht beim ersten Kontakt oder dem ersten Date sagen, aber sollte schon darauf achten, dass man es in einer Kennenlernphase zeitig mitteilt und nicht erst, wenn es schon eine Beziehung ist, denn dann gehen sonst die Probleme los.

Bei anderen Menschen kann man im Grunde ja auch nur Vermutungen anstellen, was deren sexuelle Orientierung betrifft und sich denken "wahrscheinlich halt heterosexuell" also der Standardfall, aber was weiß man schon wirklich über eine Person? Die würden normalerweise auch nicht ihre intimsten Neigungen anderen brühwarm erzählen. Insofern verhalte ich mich also sehr defensiv was das Outen betrifft.

Sollte man sich tatsächlich outen, muss man gegenüber den meisten Sexuellen in der Regel eh mit allerlei Schmähungen und Lächerlichmachungen rechnen und das möchte ich mir auch gerne ersparen. Und da es mich persönlich auch gar nicht interessiert, welche Art von Sexualität andere ausleben, sehe ich eben auch keinen Grund meine Sexualität bzw. Asexualität anderen gegenüber mitzuteilen.

Viele, die sich geoutet haben, haben anschließend große Probleme damit gehabt, weil sie von ihrem Umfeld (Freunde, Familie, etc.) danach nicht mehr akzeptiert wurden oder sogar für krank erklärt wurden. Dazu gibt es genug Wortmeldungen hier im Forum. Und da finde ich, das sollte man sich wirklich nicht antun. Mancheiner hat auch schon psychische Probleme durch ein jahrelanges Nicht-mehr-akzeptiert-werden bekommen, also sollte man es sich wirklich gut überlegen, ob man sich tatsächlich outen will. Wer das tut, sollte wirklich sehr mutig und sehr selbstbewusst sein und sollte sich im Vorhinein sicher sein können, dass er ein sehr verständnisvolles Umfeld hat.

Da ich mich was Gespräche über asexuelle Themen und auch potentielle Beziehungspartner betrifft, eh nur noch im Kreis von Asexuellen aufhalte (wie beispielsweise hier auf AVEN), finde ich gibt es auch keinen Grund, sich mit Menschen außerhalb dieser Umgebung über das Thema Asexualität auszutauschen. Ich persönlich schließe mittlerweile auch jegliche sexuelle Menschen als potentielle Beziehungspartner für mich aus, so dass ich nur noch bereit wäre, mit einer ebenfalls asexuellen Person (genauer gesagt Frau) in eine Partnerschaft zu gehen. Freilich entfallen dadurch schon mal 99 % der Partneroptionen, weil nur ca. 1 % aller Menschen asexuell sind, aber man kann sowieso davon ausgehen, dass diese 99 % ohnehin nicht passend wären. Ich persönlich bin nämlich nicht bereit, einen Kompromiss einzugehen der da etwa lautet "1mal pro Monat Sex". Aber dafür bin ich ja auch so konsequent und öffne mich was das Thema Partnerschaft betrifft, nur noch einer asexuellen Person gegenüber. Wer aber zu einem irgendwie gearteten Kompromiss in Sachen Sexualität bereit ist, kann es aber natürlich gerne mit einer sexuellen Person versuchen. Für mich ist es aber wie gesagt keine Option mehr, seit ich in meiner asexuellen Orientierung gefestigt bin.

Und sollte es im Alltag mal zu Situationen kommen und Leute fragen "warum bist Du denn Single?" oder "bist Du denn überhaupt heterosexuell?", dann sage ich zur ersten Frage einfach "weil ich die Richtige noch nicht gefunden habe", und zur zweiten Frage würde ich einfach sagen "Sorry, das ist mir zu intim. Ich rede nicht über meine Sexualität". Von mir aus sollen andere Menschen dann denken, ich sei prüde oder homosexuell - das macht mir alles nichts aus. Ich hätte aber keine Lust dazu, mich wegen meiner Asexualität beleidigen zu lassen, daher sollen mich andere lieber für prüde oder homosexuell halten, auch wenn es gar nicht so ist. Und wenn dann irgendjemand mal sagen würde "ach ja, Du bist ja homosexuell", dann würde ich sagen "das hab ich nie gesagt, das hast Du frei erfunden". Also im Prinzip wäre es einfach so eine Art Katz-und-Maus-Spiel. Ich würde aus meiner sexuellen Orientierung ein Geheimnis machen und dann können andere von mir aus wild darüber spekulieren, was denn auf mich zutrifft. Und Asexualität ist letztlich eh etwas derart seltenes, dass sie da wohl von selber sowieso nie drauf kommen würden. Und wenn sie doch darauf kommen und mich fragen würden "bist Du etwa asexuell?", dann würde ich einfach wiederum antworten "Du, ich sagte doch schon mal, das ist mir zu intim". Es geht ganz einfach niemanden etwas an (außer einem potentiellen Beziehungspartner).

Also ich sehe es halt so, dass wenn Leute mich ständig auf das Thema ansprechen, obwohl ich das gar nicht will und das auch bereits kundgetan habe, sie sich "zur Strafe" dann auch den Kopf darüber zerbrechen sollen, wie ich denn einzuordnen wäre. Mir wäre das dann ehrlich gesagt völlig egal, was andere von mir denken. Und wenn sie meinen würden, das Ganze dann immer wieder zum Thema machen zu müssen, obwohl ich bereits sagte, dass mir das zu intim ist, würde ich sie irgendwann mal kurzerhand aussortieren aus meinem Freundeskreis. Ich mag solche Personen, egal ob es Freunde oder Familie oder wer auch immer ist, die mich nicht so akzeptieren können wie ich bin, einfach nicht. Aber zum Glück ist es auch so, dass ich erst gar nicht ein solches Umfeld habe, das mich bezüglich meiner Sexualität oder meines Single-Seins derart löchern würde. Und solche Menschen, die meine Asexualität komisch finden würden, wären sowieso nicht meine Freunde. Aber damit es erst gar nicht so weit kommt, dass sie etwas komisch finden müssen, und man trotzdem mit Sexuellen in Kontakt sein kann, outet man sich am besten erst gar nicht. Dann taucht das Problem nämlich erst gar nicht auf.

Mein Fazit:
Outet man sich erst gar nicht, so hab ich die Erfahrung gemacht, hat man dadurch ganz gut seine Ruhe. Lieber ranken sich Mythen um mich als dass ich mich wegen meiner Asexualität lächerlich machen lasse. Und dauerhafte Störenfriede werden irgendwann mal als Kontakte aussortiert. Letztlich muss das aber jeder für sich selbst entscheiden, was da der bessere Weg für einen ist.
_________________
Denken ist die Zauberei des Geistes. (Lord Byron)
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Black_Rose




Alter: 22
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 12.03.2015
Beiträge: 12
BeitragVerfasst am: So März 15, 2015 17:36    Titel: Antworten mit Zitat

Also danke erstmal für eure Antworten und auch für die unterschiedlichen Meinungen Very Happy

Ich würde mich jetzt spontan auch am ehesten miezi2410 und Asterius anschließen.
@Asterius: Danke für die doch recht ausführliche Antwort. Aber ich glaube, so streng würde ich das auch nicht sehen. Ich verstehe schon weshalb du lieber Mythen, um dich hast als ins lächerliche gezogen zu werden. Ich gehe noch zur Schule und obwohl (oder vielleicht gerade deshalb) alle schon fast 18 sind, dreht sich einfach alles um Sex. Ich hätte keine Lust mich öffentlich zu outen und mich und auch meinen Freund zum Gespött zu machen. Ich glaube, mir selbst würde es gar nicht so viel ausmachen, aber damit würde ich meinen Partner mit hinein ziehen und das ist nicht fair.
Ich habe, bevor ich mir meiner Asexualität so gut wie sicher war, es sogar einer "Freundin" gegenüber erwähnt, dass ich mal darüber nachgedacht hätte vielleicht asexuell sein zu können. Alles was ich zurück bekam war ein "Ach Quatsch" und das wäre ein Grund für mich, mich nicht zu outen. Erstens geht es außer mich und meinen Partner niemanden etwas an. Und abgesehen davon, habe ich keine Lust Menschen erklären zu müssen, was das bedeutet und mir dann noch anhören zu dürfen, dass das überhaupt nicht stimmt. Ich meine, wissen die oder ich wie meine sexuelle Orientierung ist?
Wenn mich ein Freund/in jetzt aber nach meiner Sexualität fragt und ich diese Person als vertrauenswürdig ansehe, wäre ich, glaube ich, ehrlich zu ihm/ihr. Ich habe nur nicht vor damit hausieren zu gehen. Das machen andere, die anders orientiert sind, ja schließlich auch nicht.

@Prinzess: Ich verstehe deinen Standpunkt schon, aber trotzdem habe ich das Gefühl, das es recht privat ist, was oder was nicht in meinem Schlafzimmer läuft. Das muss aber natürlich jeder selbst entscheiden, wie er damit umgeht ^^


Insgesamt hat mich einfach mal interessiert, wie ihr so zum Thema coming out steht Smile
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Asterius





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.10.2010
Beiträge: 261
Wohnort: Deutschland Alter: 43
BeitragVerfasst am: So März 15, 2015 18:28    Titel: Ein Outing sollte gut vorbereitet sein Antworten mit Zitat

@Black_Rose:

Ich kann Deine Einstellung gut nachvollziehen und finde sie sehr vernünftig. Gerade in jungen Jahren und wenn man noch in der Schule ist, ist die Gefahr doch sehr groß, dass man schnell zum Gespött der anderen wird (leider leider) - zwar völlig zu unrecht, aber viele Leute denken einfach nicht groß darüber nach, bevor sie sich äußern oder etwas ins Lächerliche ziehen. Gerade wenn sie noch nie von einem Thema gehört haben, denken viele "so etwas gibt es doch gar nicht" und äußern sich dann entsprechend abfällig darüber.

Und wie Du schon sagtest, wäre es dann auch gleichzeitig ein möglicherweise ungewolltes Outen Deines Partners.

Und wie Du auch richtigerweise gesagt hast: man weiß immer noch selbst am besten, welche sexuelle Orientierung man hat und muss sich dann nicht auch noch von anderen dazu belehren lassen. Das würde ein Outing aber ggf. ebenfalls mit sich bringen. Dein Kompromiss klingt gut - es evtl. einem ganz engen Freund oder einer Freundin zu erzählen, aber ansonsten besser nicht damit hausieren zu gehen. Damit kannst Du ja auch mal vorfühlen und erst mal sehen, wie sich eine besonders vertrauensvolle Person Dir gegenüber verhält, wenn Du ein Outing machst und das kann dann ja maßgebend dafür sein, inwiefern Du Dich künftig trauen kannst, weitere Outings vorzunehmen oder auch nicht.

Aber was ich Dir noch gerne mit auf den Weg geben würde, ist, dass gerade das Thema Asexualität wirklich eines ist, bei dem schon selbst die verständnisvollsten und tolerantesten Menschen an ihre Grenzen gestoßen sind, weil sie es schlicht und ergreifend nicht für möglich halten, dass es sowas wie Asexualität überhaupt gibt. Daher sollte ein Outing wirklich sehr sorgfältig überlegt sein. Aber sollte es irgendwann zur Belastung werden, weil man immer so ein versteckspiel drum machen muss, kann es unter Umständen schon sinnvoll sein, doch lieber die "Flucht nach vorn" anzutreten und sich zu outen. Ich würde aber empfehlen, das lieber in etwas späteren Jahren zu machen, wenn man schon etliche Jahre gefestigt in seiner asexuellen Neigung ist und sich im Vorfeld schon ausführlich über eventuelle Reaktionen anderer, die damit verbunden sein können, befasst hat - einfach um dann passende Antworten parat zu haben. Zum Beispiel gibt es auch im Tierreich Beispiele für asexuelle Wesen, also kann man anderen dann sagen, warum soll es das nicht auch beim Menschen geben. Solche und weitere Erklärungen können dann schon dabei helfen, dass andere Menschen die Asexualität besser akzeptieren können. Ich würde also nicht zu unvorbereitet in eine Outing-Phase gehen. Wenn man gute Antworten und Konter zu den Reaktionen der anderen geben kann, hält man diese dadurch besser in Schach, andernfalls ist man sonst selbst derjenige, der schnell in der Defensive ist. Aber es ist sicherlich sinnvoll, sich mal einer engen Vertrauensperson anzuvertrauen, um deren Reaktion zu testen.

Ich wünsche Dir jedenfalls, dass Du einen guten Weg findest, mit Deiner Asexualität umzugehen.
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Denken ist die Zauberei des Geistes. (Lord Byron)
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miezi2410




Alter: 57
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 671
BeitragVerfasst am: So März 15, 2015 18:43    Titel: Antworten mit Zitat

weisst du, für mich war es auch immer irgendwie eine sache des geistigen niveaus und des alters, ob und wie man über sowas reden kann.

in deinem alter verstanden es viele nicht, dass man dies das und jenes nicht mag, und es kam immer der einwurf, du hast es ja nich mal probiert. komischerweise wusste ich aber auch schon immer, dass es dinge gab, die ich nicht wollte. das aber mit sehr sexuellen jugendlichen zu diskutieren, war vor knapp 40 jahren schon irgendwie doof.

es hat dann im älterwerden schon mal den einen oder anderen realen menschen gegeben, mit den man drüber geredet hat, einfach so aus eigner neugier oder bedürfnis, drüber zu reden.
wobei es bei meiner generation/bekanntenkreis doch recht viele frauen gibt, die nicht so auf sex stehen und man deshalb eher auf einen gemeinsamen nenner kam.

bei mir wissen es, bis auf mich und meinen mann selber, genau 2 personen, dass wir kaum ein sexleben haben.
aber das war auch eher aus einem gespräch heraus und nicht, dass ich jemand was auf die nase binden wollte.

warum sollte man sich auch outen?
wenn mich meine eltern fragen würden, würd ich zurück fragen-ob ich denn auch nach ihrem sexleben fragen darf.........
blöd wirds dann nur, wenn sie das machen würden. ;-o

und im freundeskreis weiss bei mir egtl. jeder, dass ich andere prioritäten habe, mich um tiere und tierschutz kümmere und ansonsten mit meinem leben ganz zufrieden bin.

das kuriose ist, dass ich über sex ganz gerne mal rede, so in der theorie eben, aber keinen hinter meine wahre fassade schauen lasse.

"hunde die bellen, beissen nicht!"
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Margarita_02




Alter: 35
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.07.2014
Beiträge: 633
Wohnort: Berlin & Ruhrpott
BeitragVerfasst am: So März 15, 2015 19:18    Titel: Antworten mit Zitat

Bei meinen Freunden hätte ich echt keine Lust mehr, da ein Geheimnis draus zu machen, zumal einige von denen viel und gern über Sex reden. Ich fühle mich wohler, wenn ich da nicht dauernd rumlavieren oder abblocken muss. Das kommt aber auch aufs Umfeld an, und außerdem kannst Du auch von Fall zu Fall entscheiden, ob und was Du erzählen willst. Ein Outing in großem Stil wäre mir auch zu blöde.
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Black_Rose




Alter: 22
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 12.03.2015
Beiträge: 12
BeitragVerfasst am: So März 15, 2015 19:31    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich habe für mich schon längst entschieden kein Outing zu machen. Ich will meine sexuelle Orientierung nicht gleich mit jedem teilen. Jugendliche können grausam sein und ich schätze das würden nicht viele verstehen. Außerdem geht es mir hauptsächlich um meinen Freund, für ihn wäre es mit Sicherheit blöd.

und @Asterius
Danke für deinen Tipp. Ich habe mich erst vor kurzem meinem Freund geöffnet und es viel ihm auch schwer das zu verstehen, zumal er 'nen sehr hohen Sexualtrieb hat. Ich weiß nicht wie andere reagieren würden und ehrlich gesagt will ich es jetzt erstmal gar nicht wissen. Unvorbereitet würde ich mich sowieso nicht in ein Outing stürzen xD
Ich war nur ziemlich überrascht, als ich gelesen habe, dass sich 12 oder 13 jährige outen. Ich meine ich bin jetzt gerade erst auf die Idee gekommen vielleicht, möglicherweise asexuell sein könnte und wäre nie auf die Idee gekommen mich einfach so öffentlich zu outen.
Aber danke! Ich werde meinen Weg mit Sicherheit finden.

@miezi2410
Ich glaube ich weiß mehr über das Sexualleben meiner Eltern als mir lieb ist xD
Ich rede ja jetzt auch mit, auch wenn es um Sex geht. Das wird also nicht das Problem sein ^^
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Inertia




Alter: 26
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 07.10.2014
Beiträge: 960
Wohnort: NRW
BeitragVerfasst am: So März 15, 2015 19:56    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe auch keinen Grund, mich zu "outen". Außer dem Partner und einigen sehr guten Freunden geht es ja auch niemanden was an. Und da ich beides nicht habe, geht es gar niemanden was an. Smile
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luna & titus
abgemeldet




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2014
Beiträge: 886
BeitragVerfasst am: So März 15, 2015 20:13    Titel: Antworten mit Zitat

Black_Rose hat folgendes geschrieben:
Ich war nur ziemlich überrascht, als ich gelesen habe, dass sich 12 oder 13 jährige outen.


Shocked Wo hast Du das denn gelesen?
In diesem Alter entwickeln sich doch auch bei sexuellen Jugendlichen die Bedürfnisse erst. Oder werden die Kinder immer frühreifer?


Ansonsten, zum Thema Outing kann ich Dir sagen, dass es wahrscheinlich gut so ist, wie Du es gemacht hast.
Ich habe in dem Alter, naiv wie ich war, einfach so rum erzählt, dass ich niemals Sex und niemals eine Beziehung haben will und werde (das Wort "Asexuell" kannte ich damals noch nicht) und dass mir meine Freunde und meine Hobbys wichtiger sind.
Das hat dazu geführt, dass ich noch mehr gemobbt wurde als sonst und dass über mich behauptete wurde, ich sei zoophil, wegen meinem Hobby Reiten.
Selbst in meiner Familie wurde behauptet, dass ich auf Hengste stehen würde.

Also, rückblickend finde ich schon, dass das ein Fehler war. Könnte ich die Zeit zurückdrehen, würde ich es so wie Du machen.
Allerdings empfehle ich Dir auch, bei konkreten Nachfragen (kommt auch starkt darauf an, von wem Du danach gefragt wirst) die Wahrheit zu sagen, denn es ist nicht gut für einen selber, wenn man sich verleugnet.

Viel Erfolg mit Deiner Entscheidung!


luna
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Black_Rose




Alter: 22
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 12.03.2015
Beiträge: 12
BeitragVerfasst am: So März 15, 2015 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

An Luna
Also ich geb zu ich weiß nicht mehr ob sie 12 waren, aber es ging um's Prinzip, dass ich das Gefühl habe, dass sich unglaublich junge Menschen schon so sicher über ihre Sexualität sind, während ich mir nicht im Entferntesten sicher bin xD
Und danke! Very Happy
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Asterius





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.10.2010
Beiträge: 261
Wohnort: Deutschland Alter: 43
BeitragVerfasst am: So März 15, 2015 20:51    Titel: Mit 12 oder 13 Jahren schon outen? Ganz schön früh! Antworten mit Zitat

Black_Rose hat folgendes geschrieben:
Ich war nur ziemlich überrascht, als ich gelesen habe, dass sich 12 oder 13 jährige outen.

Also ich finde das auch wahnsinnig früh.
Mit 12 Jahren hab ich noch mit Lego gespielt. Very Happy
Aufgeklärt war ich da zwar schon, aber Sexualität hat mich da noch nicht im geringsten interessiert. Aber was das betrifft, war ich generell ein Spätzünder. Und selbst heute interessiert es mich im Endeffekt auch nur in der asexuellen Ausprägung. Letztlich bin ich zwar nicht prüde, was Sexualität betrifft, aber es hat für mich trotzdem einen eher privaten und intimen Charakter.
_________________
Denken ist die Zauberei des Geistes. (Lord Byron)
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Inertia




Alter: 26
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 07.10.2014
Beiträge: 960
Wohnort: NRW
BeitragVerfasst am: So März 15, 2015 21:13    Titel: Re: Mit 12 oder 13 Jahren schon outen? Ganz schön früh! Antworten mit Zitat

Ja, 12 oder 13 finde ich auch ein bisschen früh, um sich bei sowas sicher zu sein. Da kann sich einafach noch zu vieles ändern.

Asterius hat folgendes geschrieben:
Mit 12 Jahren hab ich noch mit Lego gespielt. Very Happy


Lego ist nicht unbedingt nur was für Kinder Wink :
http://www.amazon.de/LEGO-Star-Wars-10179-Sammlermodell/dp/B0017V21EY/ref=pd_sim_sbs_toy_6?ie=UTF8&refRID=19MB5VZANBAN44M0E5YP
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