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| SubHumAn

| | Anmeldungsdatum: 07.06.2012 | | Beiträge: 101 | | Wohnort: 41 Jahre, NRW |
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Verfasst am: Fr Jun 22, 2012 21:54 Titel: Endlich doch mal "richtig" vorstellen... |
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Hallo Ihr Lieben,
so nun doch auch endlich noch einmal "offiziell" an der richtigen Stelle... meinen ursprünglichen Plan, von vorne bis hinten zu durchleuchten, ob es sich in meinem Fall nun um Asexualität handelt oder doch eher um Probleme, die sich aus der Lebensgeschichte ergeben haben, habe ich erst einmal wieder auf Eis gelegt. Ich komme damit schlicht nicht weiter und eigentlich ist es mir ja auch völlig egal, was nun genau die Ursache dafür ist. Fakt ist, ich habe kein Interesse daran, mit anderen Menschen sexuell (GV, Intimberührungen, Zungenküsse) zu interagieren, mein durchaus vorhandener Trieb ist allein meine Angelegenheit. Das weiß ich auch immer noch völlig sicher, da gibt es nichts dran zu rütteln...
Worüber ich mir allerdings seit Entdeckung des Forums überhaupt nicht mehr im Klaren bin, ist die Frage, ob ich mir unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. jeder behält sein eigenes Zimmer!, kein "Dauergeklette" usw.) eine "Paarbeziehung" vorstellen könnte. Vor 16 Jahren habe ich für mich den Entschluß gefaßt, das Thema Beziehung endgültig abzuhaken, da Beziehungen meiner "Erfahrung" nach einfach nichts bringen, außer Streß und Qual auf beiden Seiten. Tja, damals ging ich allerdings auch noch davon aus, daß es ja gar nicht anders laufen könnte, da "der männliche Trieb" ja nun mal nicht einfach so abstellbar ist. Und dann les ich hier auf einmal von Männern, die dieses Problem andersherum kennengelernt haben... Und nun schleichen sich plötzlich immer wieder so Gedanken ein, daß es ja vielleicht doch ganz schön sein könnte, zumal meine Vorstellung von Freundschaft in den letzten Jahren doch arg gebröckelt ist...
Wie ich hier an anderer Stelle schon gelesen habe, ist meine Erfahrung, daß Freunde höchstens so lang Freunde sind, bis sie den richtigen Partner gefunden haben, ja auch kein Einzelfall. Und ich habe es eindeutig einfach nur noch satt, den Notstopfen für andere zu spielen, der jederzeit wieder in die Ecke zurück gestellt werden kann, da ich "ja eh immer da" bin. Auch noch hinzu kommt, daß ich neuerdings bei einem Mann Krankengymnastik habe, was noch vor 1 Jahr unvorstellbar für mich war (ihhh, von fremden männlichen Wesen angefaßt werden), und der mich schon ganz schön oft "begrabbelt" dabei, was mir aber erstaunlicher Weise bereits beim 2. Mal gar keine Probleme mehr bereitet hat, ganz im Gegenteil, sehr entspannend dieses Geknete, also fehlt mir Körperkontakt ja anscheinend schon irgendwie (wenn er denn nicht zu regelmäßig gefordert wird, so nach dem Motto täglicher Schmusetermin um so und so viel Uhr...).
Nunja, aber wie realistisch ist diese ganze Vorstellung? Bin ich überhaupt noch fähig, mich in dieser Form auf einen anderen Menschen einzulassen? Schließlich war ich mein ganzes Leben lang allein, obwohl ich noch nie allein gewohnt habe. Kompromißbereit bin ich auf jeden Fall, sonst würde ich nicht immer noch in einer WG wohnen, obwohl das seit Jahren immer wieder übelsten Streß mit sich bringt, da andere Wohnungsmitnutzer (Mitbewohner kann man so Leute echt nicht nennen) diese Bereitschaft leider nicht mitbringen (warum so Menschen in WGs einfallen, werde ich wohl nie begreifen, ich dachte immer, man trifft Absprachen, um sich an sie zu halten ...). Ich laß mir auch von "Freunden" eine ganze Menge gefallen, bevor ich sie aussortiere, um mein Wohlbefinden zu retten. Bei meinen Beziehungsversuchen war ich da allerdings immer wesentlich härter drauf, da mir Freundschaft eigentlich immer um Längen wichtiger war. Dumm nur, wenn die Gegenseite das völlig anders sieht... Beziehung als Alternative zu Freundschaft? Genau diese Frage möchte ich hier für mich klären. Ist das nur eine fixe Idee, die aus Einsamkeit und Enttäuschung geboren wurde, oder ist es vielleicht wirklich denkbar, eine Beziehung einzugehen, wenn wenigstens schon mal das leidige Thema Sex entfällt (gibt dann ja immer noch mehr als genug potentielle Probleme)?
Der 2. für mich sehr wichtige Punkt ist, daß ich schlicht neue reale Sozialkontakte suche, ganz unabhängig davon, zu welchem Schluß ich bezüglich des Paarthemas noch kommen werde. Der Gedanke, sich bei männlichen Kumpels keine Sorgen machen zu müssen, daß die urplötzlich doch noch andere Interessen mir gegenüber entwickeln, wäre schon sehr entspannend (in wie weit das dann eine realistische Einschätzung ist, weiß ich natürlich auch nicht, da hier ja doch sehr viele konkret nach Lebenspartnern suchen, und z.B. kuscheln möchte ich ja auch nicht unbedingt mit jedem Menschen, der mir sonstwie sympathisch ist, für Körperkontakt brauch ich schon eine gewisse "optische Reizung", wer diese näher definiert haben möchte, kann hier nachlesen).
Hm, vielleicht einfach noch ein paar zusätzliche Eckdaten zu mir, auch wenn die teilweise schon aus anderen Beiträgen ersichtlich sind:
"untypische" 41 Jahre alt / 1,83 groß / 60 Kg / grün-graue Augen mit hellbraunen Flecken um die Pupille herum / meine Haare sind in der Regel in irgendeinem Rotton gefärbt (von Henna-Orange bis hin zu Directions-Firered) und momentan wesentlich länger, als ich es mag (ihhh, "wackelnde" Haare oben auf dem Kopf) / meine Kleidung wird schon sehr häufig so kombiniert, daß man mich in die "Schublade Punk" stecken könnte, aber ich laß mir keinen Dresscode diktieren, was mir gefällt, wird angezogen, ob das dann "Punk ist oder nicht", mich interessiert, womit ich mich wohlfühle und nicht, was andere davon denken (für die Einstellung habe ich allerdings 14 harte Jahre des "Versteckens" benötigt)... Außerdem habe ich ein allgemeines Faible für Subkulturen, und bedien mich da auch einfach, wenn ich etwas für mich Brauchbares finde, wie z.B. auch bei meinem Musikgeschmack, Selbstbeschränkung kann schon ganz schön einschränkend sein *g*... / je 1 Oberarmtattoo + 1 auf der rechten äußeren Wade / 5 + 7 Löcher in den Ohren + 2 im linken Nasenflügel / zum Glück kaum Brust vorhanden (damit entgeht man doch schon ner Menge Anmache, *g* ok, die teilrasierten Haare sind da schon auch hilfreich) / Dipl.-Soz.-Päd., aber mit dem Wisch kann ich mir nur noch den Hintern abwischen, da ich chronisch krank bin / ich lache extrem gern (besonders über bösen schwarzen Humor), bin aber grundsätzlich zeitgleich auch ein sehr melancholischer und ernsthafter Mensch, der viel grübelt / saufen kann man mit mir nur, wenn es nicht stört, daß ich nix trinke (höchstens mal alle paar Monate 1-3 Bierchen) / für Filme schaun bin ich eigentlich immer zu haben, für Gespräche auch (nagut, natürlich auch nicht über jedes Thema), außerdem spiele ich sehr gerne (keine PC-Spiele) und interessiere mich seit frühester Kindheit für das politische Weltgeschehen (da konnten andere Kinder natürlich nicht wirklich was mit anfangen...) / Lesen bedeutet für mich vor allem, in andere Welten abtauchen, "Sachbücher" interessieren mich nur bedingt, kommt doch sehr aufs Thema an / Sonnenscheinradlerin / wenn ich noch könnte, wie ich wollte, dann wäre ich auch regelmäßig auf Konzerten oder würde ca 1x die Woche kickern gehen, aber gut, das geht nunmal nicht mehr so wirklich oft / vor Jahren von der Kettenraucherin (ab 25 aufwärts) zur Genußraucherin (im Schnitt 11) gewandelt und das will ich auch nicht aufgeben / ich kann nur ca 3 Gerichte kochen, die schmecken aber wohl auch anderen Menschen, von Backen habe ich gar keine Ahnung, aber ich eß auch nicht gern Kuchen, Schoki ist viel toller / ich bin ein echter Gemeinschaftsmensch und könnte niemals allein wohnen, aber zeitgleich brauche ich auch viel Freiheit und Zeit für mich, also die Möglichkeit, die Tür hinter mir zu schließen / ich denke, ich komme wesentlich weniger schüchtern rüber, als ich tatsächlich bin, auch, weil ich sehr schnell meine Hemmungen verliere (bei realer zwischenmenschlicher Kommunikation blühe ich in der Regel einfach auf), sobald irgendwer anders den 1. Schritt macht / langweilig wird mir nur, wenn ich krank im Bett liege und gerade keine Lust auf Lesen habe, oder wenn ich auf Menschen warten muß, denn da lohnt sich ja nichts Sinnvolles anzufangen, sprich ich kann mich sehr gut allein beschäftigen, brauche aber eben trotzdem regelmäßig den Austausch mit anderen Menschen (1x die Woche abendliche Gesellschaft ist wirklich die absolute Untergrenze, sonst werd ich schlicht depressiv, bin halt gesellig, seit ich als Teenie mal das tolle Gefühl von Gemeinschaft erleben durfte, von dem ich als Kind immer geträumt habe) / ach ja, auch nicht unwichtig, ich mags sauber in Küche und Bad, weshalb mir durchaus schon "fiese Täuschung" und "Spießigkeit" vorgeworfen wurde, da ich ja bunte Haare habe *grrrr*, klar, da kann man natürlich nicht damit rechnen, daß die eindeutigen Worte in der Anzeige genau so gemeint sind, wie sie da stehen... / ich selbst bin verläßlich, suche also auch solche Menschen, bei denen ein Wort noch ein Wort ist und die nicht genau das Gegenteil von dem machen, was sie vorher kommuniziert haben (ist das wirklich soooo schwer?) / aus technischer Sicht bin ich wohl eher altmodisch, aber ich steh nun mal auf Vinyl, Kassetten, Videokassetten und Röhrenbildschirme, und brauch dafür kein Handy, naja und außerdem wird heutzutage ja eh nur noch fürs Wegwerfen produziert und diesem Konsumrausch kann und will ich mich nicht anschließen, was mich aber nicht daran hindert, mein Herz auch mal an Dinge zu hängen...
So, da ich nun schon wieder viel mehr geschrieben habe, als ich eigentlich vorhatte, hör ich an dieser Stelle einfach mal auf. Wer noch Fragen, Anregungen oder sonstige Rückmeldungen (auch z.B. in Bezug auf meine Ersatzvorstellung) für mich hat, möge diese bitte einfach hier posten
Liebe Grüße _________________ HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
"Ersatzvorstellung"
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| Muckelchen
| | Anmeldungsdatum: 09.01.2011 | | Beiträge: 183 | | Wohnort: NRW (Mitte 40) |
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Verfasst am: Sa Jun 23, 2012 19:21 Titel: |
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Liebe SubHumAn,
(wir haben ja schon mal Kontakt aufgenommen.)
Ich finde Deine Vorstellung sehr sympathisch!
Liebe Grüße
Muckelchen |
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| SubHumAn

| | Anmeldungsdatum: 07.06.2012 | | Beiträge: 101 | | Wohnort: 41 Jahre, NRW |
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Verfasst am: So Jun 24, 2012 15:43 Titel: |
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Hey Muckelchen!
Dann sag ich auch mal an dieser Stelle Danke für die lieben Worte!
Ich habe bei so einem Wust von Text immer eher die Befürchtung, daß sich das eh keiner bis zum Ende hin durchliest (mal ganz abgesehen davon, daß ich es auch als sehr entblößend empfinde, mich im Inet so im Detail zu beschreiben), aber wenn ich mich kurz fasse, denke ich im Gegenzug schnell, das ist zu nichtssagend und dann kann ich es mir auch gleich sparen, denn ich möchte ja grundsätzlich in Kontakt treten, und dafür ist offene Information natürlich schon hilfreicher und erspart ja vielleicht auch Enttäuschungen...
Liebe Grüße von SubHumAn _________________ HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
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| Garfield60
Alter: 52
| | Anmeldungsdatum: 24.05.2012 | | Beiträge: 103 | | Wohnort: Hannover |
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Verfasst am: Mi Jun 27, 2012 11:43 Titel: Wow |
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Hallo SubHumAn,
ich habe den Text bis zum Ende gelesen und auch die Links verfolgt. Du kennst Dich verblüffend gut und kannst das sehr anschaulich artikulieren. Ich bin zwar noch ein wenig von der Informationsfülle erschlagen, finde diese Art der Vorstellung aber ansprechend. Mir fehlt da wohl ein wenig der Mut, mein Innerstes so nach außen zu kehren. Aber ich bin lernfähig...
Viele Grüße |
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| SubHumAn

| | Anmeldungsdatum: 07.06.2012 | | Beiträge: 101 | | Wohnort: 41 Jahre, NRW |
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Verfasst am: Mi Jun 27, 2012 14:02 Titel: |
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Hallo, Garfield60!
Dann sage ich doch erst einmal vielen Dank für die Aufmerksamkeit!
Wenn Du Dir auch noch die Links durchgelesen hast, ist es kein Wunder, daß Du Dich erschlagen fühlst ist ja auch nicht gerade wenig Input... Das ist aber auch eine Begleiterscheinung meiner regelmäßigen Selbstreflexion, da mir während des Schreibens immer noch "tausend" weitere Dinge einfallen, die mich für andere besser verständlich machen könnten (durch meine Optik werden mir gerne mal Dinge "unterstellt", die so gar nichts mit mir zu tun haben, weshalb ich es seit Jahrzehnten gewohnt bin, mich ständig irgendwie zu erklären, eine "Gebrauchsanleitung" zu geben, sozusagen *g*)... Und da ich momentan ja leider ungewohnt verwirrt bin, zumindest was das Thema Beziehung angeht, hoffe ich natürlich, durch möglichst offene Kommunikation, ein paar Rückmeldungen zu erhalten, die mir dabei helfen, klarer zu sehen, ob ich gerade dabei bin, mich in etwas zu versteigen.
Ob das nun Mut oder doch eher Verzweiflung ist, sei mal dahingestellt Ich kann jedenfalls absolut nachvollziehen, warum andere Menschen hier weniger ins Detail gehen. Na jedenfalls komme ich mit reinem Lesen von Beiträgen bisher nicht wirklich weiter mit meinen inneren Fragen, meine Traumvorstellung wäre natürlich, das einfach mit Menschen von Angesicht zu Angesicht klären zu können, aber man kann nicht alles haben
Liebe Grüße _________________ HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
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| Garfield60
Alter: 52
| | Anmeldungsdatum: 24.05.2012 | | Beiträge: 103 | | Wohnort: Hannover |
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Verfasst am: Do Jun 28, 2012 14:23 Titel: |
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Hallo SubHumAn,
wie bist Du eigentlich auf den Nick gekommen?
Inzwischen habe ich die Informationsfülle ein wenig verdaut. Das | SubHumAn hat folgendes geschrieben: | | ...eine Begleiterscheinung meiner regelmäßigen Selbstreflexion... | ist mir nicht unbekannt, ich bin auch oft um nicht zu sagen ständig am Nachdenken, Grübeln oder auch Reflektieren (klingt besser ), was ich grade mal wieder wie angestellt und eventuell in den Sand gesetzt habe und was ich daran ändern könnte. Um ehrlich zu sein, manchmal nervt es, ich hab' nur den Ausschalter noch nicht gefunden.
| Zitat: | | ... Und da ich momentan ja leider ungewohnt verwirrt bin, zumindest was das Thema Beziehung angeht... | Also eine gewisse Konfusion kann ich an mir auch feststellen. Dass ich schon immer etwas anders reagiert habe, habe ich recht schnell gemerkt. Dass Mädels zwar hübsch anzuschauen waren (und sind...) mir aber dann irgendwie nicht klar war, was man außer nett unterhalten, essen oder in's Kino gehen, tanzen oder spazieren... noch so mit ihnen anstellt, kann ich jetzt erklären. Nur was ich mit der Information anfange, ist mir noch nicht ganz klar.
Ein ähnliches Erlebnis wie Du bei einer Massage hatte ich übrigens auch, nur war es bei mir eine Therapeutin. Allerdings schoss mir eher durch den Kopf zu fragen, ob ich solche Massagen auch privat bekommen könnte. Auf die Idee, etwas Sexuelles zu beginnen kam ich dabei nicht. Wahrscheinlich gibt es zwischen "rühr mich bloß nicht an und halte Abstand" und "komm her, ich könnte jederzeit und überall..." ziemlich viele, feine Zwischentöne.
Viele Grüße |
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| SubHumAn

| | Anmeldungsdatum: 07.06.2012 | | Beiträge: 101 | | Wohnort: 41 Jahre, NRW |
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Verfasst am: Sa Jun 30, 2012 17:33 Titel: |
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Hallo, Garfield60!
| Garfield60 hat folgendes geschrieben: | | wie bist Du eigentlich auf den Nick gekommen? |
Ich habe einfach das End-S der britischen SubHumAns, einer meiner Lieblingsbands, derer es viele gibt, weggelassen. Beim Durchstöbern des Forums bin ich dann auch auf das Thema BDSM gestoßen, womit ich mich vorher noch nie wirklich beschäftigt hatte, und mußte feststellen, daß man meinen Nick wohl durchaus auch mißverstehen kann, da der devote Part in dem Bereich wohl ua auch Sub genannt wird... Hm ja nee, ich fürchte devote Neigungen habe ich dann doch eher nicht, ich bin eindeutig Fan von Gleichberechtigung und reagiere seit ein paar Jahren sogar schnell sehr aggressiv auf Menschen, die meinen, sich in welcher Art auch immer, über mich erheben zu wollen (@ "Betroffene", nicht daß das in den falschen Hals gelangt, mir ist natürlich klar, daß das mit BDSM nix zu tun hat, denn das beruht meinem Verstehen nach ja auf gegenseitigem Einverständnis und benötigt vor allem ne Menge Vertrauen, sprich, jeder wie er mag, solang alle Beteiligten das wollen und geistig auch in der Lage sind, das zu beurteilen ).
| Garfield60 hat folgendes geschrieben: | | Um ehrlich zu sein, manchmal nervt es, ich hab' nur den Ausschalter noch nicht gefunden |
Ja es kann tierisch nerven, gerade bei negativen Gedankenströmen. Ganz ausgeschaltet bekomm ich die Grübelei selten, Gesellschaft kann da ganz hilfreich sein, aber allein ist das echt schwierig, die "Gedankenkreisel" mal länger als ein paar Minuten abzuschalten. Am ehersten gelingt mir das noch per Lesen (in Bücher kann ich schon ganz gut "abtauchen") oder bewußtem Konsumieren von halbwegs akzeptablen TV-Inhalten, aber egal wie phantastisch die Geschichten auch sein mögen, Parallelen zur "richtigen Welt" find ich trotzdem immer wieder, weshalb ich auch häufig genug gar nicht wirklich mitbekomme, was ich da schaue (was mir komischer Weise eben nicht so geht, wenn ich Filme mit anderen Menschen zusammen gucke), da meine Gedanken schon wieder ganz woanders gelandet sind. Ach meine Güte, da hätte ich doch beinahe vergessen, zu erwähnen, daß ich bei lauter Musik (meiner) tatsächlich richtig gut abschalten kann, da fließen zwar auch Gedanken, aber die sind dermaßen nebensächlich im Vergleich zu den durch die Musik ausgelösten Gefühlen, daß das fast einem "Denkurlaub" nah kommt... Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeit, überhaupt laut Musik zu hören, und ich kann logischer Weise auch nicht wirklich beurteilen, ob Dir das vielleicht helfen könnte, aber erwähnen tut ja niemandem weh und vielleicht hast Du es ja noch nie probiert...
| Garfield60 hat folgendes geschrieben: | | Allerdings schoss mir eher durch den Kopf zu fragen, ob ich solche Massagen auch privat bekommen könnte. Auf die Idee, etwas Sexuelles zu beginnen kam ich dabei nicht. |
*g* dito! Nicht mal, als der beim Bein kneten auch an der Innenseite recht hoch wanderte und meinem Intimbereich dabei doch sehr sehr nah kam, einziger verwirrter Gedanke: Komisch, daß mir das nicht total unangenehm ist... Ich weiß allerdings nicht, ob das auch so wäre, wenn ich den Menschen wirklich attraktiv finden würde, was nicht zutrifft, obwohl der grundsätzlich schon recht nett anzusehen ist. Aber ich vermute mal, daß solche Gedanken in einer professionellen Beziehung eh eher nicht auftauchen, oder irre ich mich da und es geht nur mir so? Also ich hatte im KH z.B. mal mit nem Assistenzarzt zu tun, den ich tatsächlich mega attraktiv fand (trotz weißer Klamotten *g*), aber mehr als eben genau diese Feststellung kam mir da auch nicht in den Sinn, weil war ja mein Arzt (der hat mich allerdings auch außerhalb von Hand geben und Narben begutachten nicht angefaßt)... Tja, Fragen über Fragen...
Liebe Grüße _________________ HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
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| Garfield60
Alter: 52
| | Anmeldungsdatum: 24.05.2012 | | Beiträge: 103 | | Wohnort: Hannover |
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Verfasst am: Di Jul 03, 2012 17:25 Titel: |
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| SubHumAn hat folgendes geschrieben: | | ...Beim Durchstöbern des Forums bin ich dann auch auf das Thema BDSM gestoßen, womit ich mich vorher noch nie wirklich beschäftigt hatte, und mußte feststellen, daß man meinen Nick wohl durchaus auch mißverstehen kann, da der devote Part in dem Bereich wohl ua auch Sub genannt wird... | Hmm, also diese Assoziation hatte ich gar nicht, dabei hätte ich vielleicht drauf kommen können, denn ich habe ein paar Sub-Tendenzen... Ich hatte eher in Richtung einer kleinen oder großen Selbstabwertung gedacht, denn Sub kommt ja auch von "unter". Liegt vielleicht daran, dass ich aus verschiedenen Gründen, auch infolge meiner bisher nicht erkannten Asexualität und des Gefühls, irgendwie anders zu sein, ein paar Komplexe hatte, die gelegentlich immer noch aufflackern. Leider kenne ich die betreffende Band nicht, deshalb kam mir das nicht in den Sinn. Ich gebe zu, dass das für mich aber die sympathischste der möglichen Erklärungen ist.
| Zitat: | | Ja es kann tierisch nerven, gerade bei negativen Gedankenströmen. Ganz ausgeschaltet bekomm ich die Grübelei selten | Das könnte von mir sein. Gesellschaft kann hilfreich sein, ist es aber nicht immer. Das hängt davon ab, wie wohl oder unwohl ich mich fühle. In letzterem Falle ziehe ich mich in mich zurück und schon sind sie wieder da, die Grübeleien. Gute Filme können mich komplett in ihren Bann ziehen, ich vergesse dann alles um mich herum und laufe Gefahr, mitzuspielen. Als Kind hatte es ein Film da recht einfach, inzwischen bin ich aber etwas anspruchsvoller...
| Zitat: | | Ach meine Güte, da hätte ich doch beinahe vergessen, zu erwähnen, daß ich bei lauter Musik (meiner) tatsächlich richtig gut abschalten kann, da fließen zwar auch Gedanken, ... | Bei mir muss die Musik nicht mal gar so laut sein, gut reicht. Und außerdem gibt es ja Kopfhörer. Als kleiner HIFI-Freak sind mir die ohnehin ganz sympathisch, gute Exemplare klingen verdammt gut. Die Gedanken fleißen dann bei mir auch, aber ich achte nicht so darauf. Das ist fast wie Träumen oder Dösen. Ich darf nur nicht den Fehler begehen und versuchen, die Gedanken in eine bestimmte Richtung zu lenken, das wird dann schon wieder anstrengend.
| Zitat: | | Aber ich vermute mal, daß solche Gedanken in einer professionellen Beziehung eh eher nicht auftauchen, oder irre ich mich da und es geht nur mir so? | Das kann ich schlecht bewerten, es geht mir jedoch ähnlich. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das ein Nebeneffekt unserer "besonderen Gabe" ist, denn die sexuelle Welt ist doch voll von "Bettgeschichten" gerade unter Kollegen oder im Rahmen "professioneller Beziehungen" und kann mir nicht wirklich denken, dass die alle erfunden sind.
Übrigens, in einem anderen Beitrag von Dir habe ich gelesen, dass Du als Kind recht ängstlich warst? Willkommen im Club... Ich hatte zwar keine Angst vor "der Bombe" aber meine Oma konnte die Angriffe auf Erfurt (meine Geburtsstadt) so bildhaft schildern, dass ich manchmal Angst davor hatte, das tiefe Brummen der Bombermotoren könne jeden Moment ertönen. Zumindest sind mir da ein, zwei Momente in Erinnerung. Na ja, ich war aber ohnehin ein ziemlich ängstlicher Junge und damit auch gern genommene Zielscheibe für Spott und Hänseleien.
Deine Zeichnungen finde ich gar nicht so schlecht. Ich bin da wohl eher auf Kindergartenniveau stehengeblieben und würde das so nicht hinbekommen.
Viele Grüße |
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| SubHumAn

| | Anmeldungsdatum: 07.06.2012 | | Beiträge: 101 | | Wohnort: 41 Jahre, NRW |
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Verfasst am: Fr Jul 06, 2012 0:43 Titel: |
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Hallo, Garfield60!
| Garfield60 hat folgendes geschrieben: | | Hmm, also diese Assoziation hatte ich gar nicht, dabei hätte ich vielleicht drauf kommen können, denn ich habe ein paar Sub-Tendenzen... Ich hatte eher in Richtung einer kleinen oder großen Selbstabwertung gedacht |
Naja, so ganz daneben liegst Du mit diesen Gedanken ja auch nicht. Die SubHumAns sind ne alte Punkband und spielen bei ihrem Namen, natürlich ironisch, auf die Abwertung von außen an: durch "Selbstabwertung" der Abwertung den Wind aus den Segeln nehmen, sozusagen... was soll ich sagen, ich mag Ironie *g*.
| Garfield60 hat folgendes geschrieben: | | Liegt vielleicht daran, dass ich aus verschiedenen Gründen, auch infolge meiner bisher nicht erkannten Asexualität und des Gefühls, irgendwie anders zu sein, ein paar Komplexe hatte, die gelegentlich immer noch aufflackern |
Das Gefühl anders zu sein, kenne ich seit frühesten Kindertagen, also noch ganz unabhängig von dem "ich-will- keinen-GV-Problem", welches dann ein paar Jahre lang noch dazu kam. Komplexe hatte ich früher ne Menge und dachte eigentlich, diese vor Jahrzehnten beseitigt zu haben, aber dann geriet ich vor ein paar Jahren in eine üble Mobbingsituation, die meine Persönlichkeit fast aufgelöst hätte. Nach nunmehr jahrelanger Arbeit an den Folgen, habe ich sie fast wieder im Griff, aber manchmal kommen einzelne dann doch wieder hoch, so schnell wird man sowas anscheinend einfach nicht wieder los. Gut meine körperliche Situation trägt da natürlich auch noch ihren Teil bei, es geht schon auf Dauer ans Selbstwertgefühl, wenn sich fast der gesamte, noch übrig gebliebene, "Freundeskreis" zurück zieht und man nur noch als Notstopfen benutzt wird... Naja, aber ich denke mal, solang man sich seiner eigenen Unzulänglichkeiten halbwegs bewußt ist, gerät man wenigstens nicht in Versuchung, diese an anderen Menschen, z.B. in Form von Mobbing, "abzuarbeiten"...
| Garfield60 hat folgendes geschrieben: | | Gesellschaft kann hilfreich sein, ist es aber nicht immer. Das hängt davon ab, wie wohl oder unwohl ich mich fühle. In letzterem Falle ziehe ich mich in mich zurück und schon sind sie wieder da, die Grübeleien |
Ist das Wohlfühlen bei Dir denn z.B. von der Menge der Menschen abhängig, oder nur vom jeweiligen Menschen selbst? Ich kenne das eigentlich nur von früher bei größeren Menschenansammlungen, wenn ich niemanden kannte, mit dem ich mich unterhalten konnte (von mir aus Leute anquatschen, fällt mir doch sehr schwer, dann sitze ich auch nur still in der Ecke und versinke vor allem in Gedanken ala, warum hast du dir das angetan...). Und dann gibt es eben noch Tage, an denen ich einfach überhaupt keinen Bock auf Menschen habe, dann bleibe ich ihnen aber auch einfach ganz fern (als Rentnerin geht das ja, im Job waren so Tage echt übel). Da ich aber grundsätzlich ein Kommunikationsjunkie bin, schüttet mein Körper in der Regel sehr schnell Glücksgefühle aus, sobald ich eben mal die Möglichkeit zum Austausch habe, was dann eben leider auch dazu führt, daß ich auf z.B. die "Notstopfennutznießer" nicht lang böse sein kann (dafür muß die Verletzung schon richtig heftig sein, dann kann ein freundschaftliches Gefühl aber auch ganz schnell in Hass umkippen, bevor die absolute Gleichgültigkeit eintritt), wenn sie dann mal wieder auflaufen, da mir mein Gehirn eben nach spätestens 5 Min. Gespräch "sagt", daß ich voll glücklich bin... Und das, obwohl ich genau weiß, daß das eigentlich keine echten Freunde sind, ich sag ja, nicht gut fürs Selbstwertgefühl diese "Sucht nach Sozialkontakt" (dabei kann ich mich so gut selbst beschäftigen, tagsüber ist das alles überhaupt kein Problem, ganz im Gegenteil, da bin ich froh, wenn ich meine Ruhe habe, damit ich meinen Kram erledigt bekomme)... Meistens kommen die aber auch in so Abständen, daß ich vom abends nur allein Rumsitzen schon so depressiv bin, daß ich mich mit fast jedem unterhalten würde, Hauptsache Austausch, und da die ja dann auch interessante Gesprächsthemen, und durchaus auch trotzdem liebenswerte Seiten an sich haben, sind sie natürlich allemal immer noch die bessere Alternative zum z.B. "Supermarktkassengespräch" mit völlig Fremden. Also versuche ich diese Menschen irgendwie "zurück zu benutzen", aber sobald sie wieder weg sind, kommt halt doch ein sehr schales Gefühl hoch, da das eben so gar nicht meiner Veranlagung entspricht. Tja, echte verläßliche Freunde wären schon äußerst wünschenswert, aber wo finden, wenn man kaum raus gehen kann, außerdem sind Freundeskreise irgendwann auch einfach bereits vergeben, oder man findet mal ein Einzel-Pärchen, wo man sich dann auch immer wie das dritte Rad am Motorrad fühlt. Wenn das überhaupt möglich ist, da ja dann auch gerne mal Eifersucht aufkommt. Ist jedenfalls meine Erfahrung: Freundinnen verliert man an "den richtigen" Partner (wenn der noch nicht da ist, braucht man die Single-Freundin ja noch zum Ausheulen über die schlecht laufende Beziehung), Freunde verliert man an eifersüchtige Partnerinnen, egal wie oft man artikuliert, daß man in der Richtung nun wirklich mal so gar keine "Gefahr" ist...
| Garfield60 hat folgendes geschrieben: | | Bei mir muss die Musik nicht mal gar so laut sein, gut reicht. Und außerdem gibt es ja Kopfhörer ... Ich darf nur nicht den Fehler begehen und versuchen, die Gedanken in eine bestimmte Richtung zu lenken, das wird dann schon wieder anstrengend |
Da ich laute Mucke hören in der Regel direkt mit Krankengymnastik verbinde, wären Kopfhörer da schon nicht machbar. Ich muß auch zugeben, daß ich es allgemein eher beengend finde, so Dinger auf dem Kopf zu haben (zum Glück hören hier im Haus alle gern laut Musik, da ecke ich also nicht an, halte mich ja auch an übliche Uhrzeiten dabei und höre mit zeitlicher Begrenzung). Und bei meiner alten Schräbbel-Anlage würden wohl auch gute Kopfhörer nichts mehr retten können *g*, sprich, mir würde vermutlich höchstens auffallen, daß der Klang doch eigentlich nicht so dolle ist (kommt ja auch auf die Musikrichtung an, bei "Krach" reicht meine Anlage völlig, aber bei z.B. ruhigen Folksachen könnte der Klang schon besser sein). Gerade, wenn es mir nicht so toll geht, und die Gedankenkreisel richtig fies werden, hilft aber dieses "Durchpusten" des Gehirns ungemein, also da macht es wirklich die Lautstärke, danach ist erst einmal Ruhe im Kopf, unglaublich erholsam... Gedanken überhaupt lenken fällt mir dabei, wie gesagt, eher schwer, da die durchströmenden Gefühle gut ablenken und überlagern, anstrengend wäre bei mir dann eben, zu versuchen, diese nebenher fließenden Gedanken irgendwie zu fassen, aber das ist ja genau nicht Ziel der Übung
| Garfield60 hat folgendes geschrieben: | | Ich könnte mir aber vorstellen, dass das ein Nebeneffekt unserer "besonderen Gabe" ist, denn die sexuelle Welt ist doch voll von "Bettgeschichten" gerade unter Kollegen oder im Rahmen "professioneller Beziehungen" und kann mir nicht wirklich denken, dass die alle erfunden sind |
Hm, da könntest Du wirklich Recht haben, gehört habe ich von so Sachen auch öfter mal, aber da mir das Thema so unwichtig ist, nehme ich solche Infos wohl irgendwie nicht so richtig wahr, jedenfalls bleiben sie nicht haften (geht mir bei Werbung genau so, interessiert mich einfach nicht). Aber ja, klingt logisch, "Unsereins" bekommt solche "schlüpfrigen Situationen" dann vermutlich nur einfach gar nicht mit. Jedenfalls habe ich mich in der Vergangenheit, zumindest im privaten Umfeld, schon öfter mal gefragt, wo denn nun plötzlich dieses lästige Interesse herkommt, obwohl ich doch so null auf der Suche war, also meines Wissens nach auch keine entsprechenden Signale gesendet habe (erkenne die beim Gegenüber auch eher selten, so daß der Fluchtreflex "zu spät" einsetzt). Ich mach im Umgang aber auch keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern, vermutlich wird mir meine allgemeine Freundlichkeit dann anders ausgelegt, keine Ahnung... Beim Kickern ist mir das sogar recht häufig passiert, also ich persönlich seh dann nur noch Bälle, freu mich über Tore und erkenne meine Spielpartner (es sei denn, es ist ein regelmäßiger oder häufigerer Spielpartner) meistens nicht mal wieder beim nächsten Mal (*g* was auch ganz schön peinlich sein kann, ich bin doch gar nicht arrogant, nur eben völlig aufs Spiel fixiert )...
| Garfield60 hat folgendes geschrieben: | | dass Du als Kind recht ängstlich warst? ... ich war aber ohnehin ein ziemlich ängstlicher Junge und damit auch gern genommene Zielscheibe für Spott und Hänseleien. |
*g* ja ich war doch sehr verschreckt damals, woran mein Vater nicht ganz unschuldig war (neben der Bombe und sonstigem Weltgeschehen), da er immer die ganze Zeit um mich rum hüpfte und mich vor den ganzen "Gefahren warnte". So Sachen wie "Vorsicht!", "Pass auf!", "Achtung!" usw. waren in meinen ersten Lebensjahren meine ständigen Begleiter, was meine Ma wahnsinnig gemacht hat, da sie schon die Erfahrung mit 2 Kindern hatte, während mein Vater noch Neuling in Kindererziehung war. Verspottet wurde ich eher selten, aber klar ausgegrenzt und bedroht (und ja, vor Leuten mit ner großen Klappe hatte ich echt Schiß, und zwar genau so lang, bis sie den Fehler gemacht haben, mich tatsächlich anzugreifen, da fiel dann die Klappe und die entsprechenden Jungs haben die, meist monatelange, Peinigung im Vorfeld mit richtigen Schmerzen zurückbezahlt bekommen, bis ca 11 Jahren war ich Dank meines Bruders ganz gut im Kämpfen, auch wenn ich niemals angefangen hätte, da griff dann wohl doch noch das "wehr dich" meiner Mutter, danach war dann auch immer Ruhe, mit einem der "Terror"-Jungen habe ich mich sogar später angefreundet, was bei dem ne allgemeine Verhaltensänderung bewirkt hat und immerhin einer hat sich überzeugend entschuldigt).
Was Du da über die Erzählungen Deiner Oma erwähnst, habe ich ganz anders erlebt. Meine Mutter hat ja den Krieg auch noch mitbekommen, aber ich war immer ganz heiß darauf, diese Geschichten zu hören, die haben mir komischer Weise gar keine Angst gemacht, während meine Ma heute noch bei gewissen Alarmgeräuschen zusammenzuckt, weil sie sich an die Bomberangriffe erinnert fühlt. Verspottet wurden damals eher die Kinder, mit denen ich mich ganz gut verstanden habe, weil sie eben auch Außenseiter waren, das waren dann Sitzenbleiber, dicke Kinder, besonders kleine zierliche Kinder, Brillenträger usw. also eher die "klassischen äußerlichen Merkmale", die bei anderen gerne mal komisches Verhalten auslösen... Da das bei mir schon im Kindergarten losging, als ich die anderen noch nicht um mindestens 1 Kopf überragt habe, wie in der Grundschule, weiß ich wirklich nicht, woran das bei mir lag, außer, daß ich eben allgemein über ganz andere Dinge nachgedacht habe, als meine Altersgenossen, aber angesehen hat man mir das zu dem Zeitpunkt ja noch nicht...
| Garfield60 hat folgendes geschrieben: | | Deine Zeichnungen finde ich gar nicht so schlecht. Ich bin da wohl eher auf Kindergartenniveau stehengeblieben und würde das so nicht hinbekommen |
Danke, ich find sie für die entsprechenden Umstände (kein gutes Material, keine Ahnung vom Zeichnen) auch nicht schlecht, nur im Vergleich zu den richtigen Künstlern hier, sind es natürlich offensichtliche Anfängerbilder. Mit Übung und Hintergrundwissen hätte ich das sicher ausbauen können, aber irgendwie passen meine Klebeprojekte eh viel besser zu mir, deswegen beschäftige ich mich wohl auch heute immer noch mit ihnen, mein Hobby also seit immerhin 22 Jahren.
Liebe Grüße _________________ HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
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| Garfield60
Alter: 52
| | Anmeldungsdatum: 24.05.2012 | | Beiträge: 103 | | Wohnort: Hannover |
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Verfasst am: Di Jul 10, 2012 13:44 Titel: |
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Hallo SubHumAn
| SubHumAn hat folgendes geschrieben: | | ... spielen bei ihrem Namen, natürlich ironisch, auf die Abwertung von außen an: durch "Selbstabwertung" der Abwertung den Wind aus den Segeln nehmen, sozusagen... was soll ich sagen, ich mag Ironie *g*. | Leider kann das auch nach hinten losgehen, wenn es keine Ironie mehr ist. Dass ich mich manchmal selbst als Zielscheibe qualifiziert habe, weil ich mich nach außen abwertete und mir einiges an Spot erspart geblieben wäre, hätte ich es nicht getan, wurde mir erst sehr langsam klar. Irgendwie scheint der Mensch ein Gespür dafür zu haben, wann und wie sich sein Gegenüber angreifbar macht und es gibt eben Zeitgenossen, die dass dann gnadenlos ausnutzen.
| Zitat: | | ...Nach nunmehr jahrelanger Arbeit an den Folgen, habe ich sie fast wieder im Griff, aber manchmal kommen einzelne dann doch wieder hoch, so schnell wird man sowas anscheinend einfach nicht wieder los. | Nein, leider wird man bestimmte Narben auf der Seele nicht wieder los und manch andere Dinge nur schwer. Gerade (aber nicht nur) das, was man in frühen Kinderjahren erlebt, brennt sich meist ziemlich tief ein. Man kann es ignorieren und verdrängen, dann "überrascht" es einen, wenn man am wenigsten damit rechnet, man kann es aufarbeiten, dann weiß man darum und kann damit umgehen, aber man kann es wohl in den wenigsten Fällen wirklich beseitigen. | Zitat: | | ... Naja, aber ich denke mal, solang man sich seiner eigenen Unzulänglichkeiten halbwegs bewußt ist, gerät man wenigstens nicht in Versuchung, diese an anderen Menschen, z.B. in Form von Mobbing, "abzuarbeiten"... | Das hängt wohl mehr vom Charakter als von der Aufarbeitung ab. Manche Leute können einfach nicht anders, als andere klein zu machen, damit sie selbst größer wirken.
| Zitat: | | Ist das Wohlfühlen bei Dir denn z.B. von der Menge der Menschen abhängig, oder nur vom jeweiligen Menschen selbst? | Ich fürchte, das hängt bei mir stark von der eigenen Stimmung ab. Ich bin ziemlich introvertiert und das macht sich da bemerkbar. Ich kann in der gleichen Umgebung ziemlich still und zurückgezogen sein oder ziemlich kommunikativ (ich nenn's mal so...) und das kann sich sogar von einer Stunde auf die nächste ändern. Sich verlassen zu fühlen kenne ich von größeren Veranstaltungen auch und das passiert mir immer noch. Finde ich schnell einen Kontakt, mit dem ich einigermaßen umgehen kann, sieht die Welt ganz anders aus, aber | Zitat: | | von mir aus Leute anquatschen, fällt mir doch sehr schwer, dann sitze ich auch nur still in der Ecke und versinke vor allem in Gedanken ala, warum hast du dir das angetan... | das könnte denn auch von mir stammen.
| Zitat: | | Und dann gibt es eben noch Tage, an denen ich einfach überhaupt keinen Bock auf Menschen habe, dann bleibe ich ihnen aber auch einfach ganz fern... | das kann ich auch unterschreiben. Zum Glück habe ich auf Arbeit ein eigenes Büro und wenn da die Tür zu ist, wird das meist respektiert.
Sonst kommt mir grade die Frage, ob in Deiner Familie vielleicht ein - nicht eineiiger - Zwilling vermisst wird? Tagsüber bin ich auch gern allein, wenn ich daheim bin und kann dann am besten meine Dinge erledigen. Sicher auch deshalb, weil ich nicht damit rechnen muss, dass jemand zur Tür reinkommt und erst mal fragt, welche Bombe hier eingeschlagen hat... Abends kann ich dann auch mal in Depression versinken, aber mir reichen schon wenige, sporadische Kontakte um das zu vermeiden. Die aufgeführten Problemchen mit den echten Freunden kenne ich, allerdings ist es bei mir weniger die mangelnde Möglichkeit das Haus zu verlassen als vielmehr eine offenbar angeborene Neigung zum kleinen Einzelgänger, die die Hürde, neue Freunde zu finden, ziemlich hoch legt.
| Zitat: | | ...Und bei meiner alten Schräbbel-Anlage würden wohl auch gute Kopfhörer nichts mehr retten können *g*, sprich, mir würde vermutlich höchstens auffallen, daß der Klang doch eigentlich nicht so dolle ist | Kopfhörer sind nicht jedermanns Sache, zugegeben. Es gibt aber verschiedene Bauformen, die sich auch vom empfundenen Klangbild unterscheiden. Ich mag auch lieber Lautsprecher hören, weil das irgendwie "freier" klingt, aber gute offene Kopfhörer bekommen das fast genau so hin. Im Zug sind mir aber die komplett geschlossenen, am besten noch mit Geräuschunterdrückung, am liebsten. Da mache ich die Augen zu und vergesse, wo ich bin. Was Deine Anlage anbelangt, könnte es sein, dass Du eine positive Überraschung erlebst. Meist ist die Elektronik gar nicht so schlecht, den stärksten Einfluss auf die Klangqualität haben in der Regel die Schallwandler - Lautsprecher und Kopfhörer.
| Zitat: | ...anstrengend wäre bei mir dann eben, zu versuchen, diese nebenher fließenden Gedanken irgendwie zu fassen, aber das ist ja genau nicht Ziel der Übung  | Das seh ich auch so, nur ich erliege dann manchmal der Versuchung, den Gedankenstrom in eine bestimmte Richtung zu lenken, weil die Musik bestimmte Assoziationen auslöst. Aber dazu muss man ihn eben erst einmal fassen. Ziehen die Bilder- und Gedankenfetzen einfach nur an mir vorbei, ist das richtig erholsam.
| Zitat: | | ...da er immer die ganze Zeit um mich rum hüpfte und mich vor den ganzen "Gefahren warnte". ...da griff dann wohl doch noch das "wehr dich" meiner Mutter | Tja. überbehütet war ich wohl nicht und das "wehr dich" hat man mir auch so nicht gesagt. Eigentlich haben meine Eltern eher in das gleiche Horn gestoßen, wie die Spötter und mir erklärt, was ich alles nicht hinbekomme, wenn ich mich nicht ändere. Die Ängstlichkeit war eigentlich immer präsent, wahrscheinlich steckt da etwas in den Genen. Es verstanden, die mir zu nehmen hat aber aus meiner unmittelbaren Umgebung auch niemand. Erst später hab ich dann gerlernt, sie zumindest zu kontrollieren. Und wenn mein Verstand in's Spiel kommt, wenn ich begriffen habe, wie etwas funktioniert, dann hatte (und habe) ich auch keine Angst mehr (im Sinne diffuser Furcht), denn dann kann ich die Sache einschätzen.
Dann hätten wir ja echt gute Freunde werden können... Da ist mir gerade aufgefallen, ich bin Dir noch eine Antwort schuldig bin bezüglich der Entstehung meines Nicks. Ich mag den Garfield einfach, er hat sogar den einen oder anderen Zug eines Vorbildes. Die Figur passt gut (auch wenn er im Zuge der Medienmodernisierund etwas an Umfang verloren hat), eine gewisse oberflächliche Rücksichtslosigkeit würde ich mir manchmal wünschen, aber zumindest in den Spielfilmen ist er ja da, wenn er wirklich gebraucht wird. Und er isst für sein Leben gern... Die 60 hinten ist mein "Baujahr"
Viele liebe Grüße |
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| SubHumAn

| | Anmeldungsdatum: 07.06.2012 | | Beiträge: 101 | | Wohnort: 41 Jahre, NRW |
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Verfasst am: Do Jul 12, 2012 17:10 Titel: |
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Hey, Garfield60!
Ich wollt nur kurz Bescheid geben, daß ich gerade nicht gut sitzen kann, die ausführliche Antwort also noch ein paar Tage dauern könnte, aber sie kommt Liebe Grüße _________________ HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
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| SubHumAn

| | Anmeldungsdatum: 07.06.2012 | | Beiträge: 101 | | Wohnort: 41 Jahre, NRW |
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Verfasst am: So Jul 15, 2012 20:08 Titel: |
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Hallo, Garfield60!
| Garfield60 hat folgendes geschrieben: | | Dass ich mich manchmal selbst als Zielscheibe qualifiziert habe, weil ich mich nach außen abwertete und mir einiges an Spot erspart geblieben wäre, hätte ich es nicht getan, wurde mir erst sehr langsam klar. Irgendwie scheint der Mensch ein Gespür dafür zu haben, wann und wie sich sein Gegenüber angreifbar macht und es gibt eben Zeitgenossen, die dass dann gnadenlos ausnutzen. |
Das ist mir jetzt formulierungstechnisch nicht ganz klar, deswegen frag ich lieber mal nach... Also hast Du Dich konkret selbst abgewertet (wie das?) und dann haben andere darauf reagiert, oder hast Du diese Abwertung (z.B. durch Deine Komplexe) unbewußt ausgestrahlt und da hatten dann Leute Gespür für und haben es ausgenutzt? Also als kleineres Kind muß das bei mir wenn was Unbewußtes gewesen sein. Ich habe ja von meiner Familie durchaus Rückhalt bekommen, nur haben mir halt fast alle außerhalb meiner Familie ein völlig anderes Selbstbild vermittelt als diese, sowas fördert natürlich Selbstzweifel, denn eine liebende Familie ist ja nicht wirklich "objektiv" in der Bewertung... Da könnte man also auf jeden Fall davon sprechen, daß die anderen Kinder einfach ein Gespür dafür hatten, daß ich irgendwie anders war, als sie, und ja, sowas lassen die einen spüren, meiner Meinung nach ist das bereits eine Vorform der "Fremdenangst", die ja in der Regel mit der eigenen Aufwertung einhergeht und diese kann anerzogen sein. Da habe ich ein Beispiel aus späterer Zeit, an dem man das meiner Meinung nach gut sehen kann: in der Regel haben kleine Kinder auf meine Optik, also z.B. bunte Haare, immer interessiert positiv reagiert, aber einmal begegnete mir ein kleines auf Prinzessin rausgeputztes, vielleicht 3jähriges Mädchen, daß mich groß anguckte und dann zu seiner Mutter O-Ton meinte "Guck mal Mama, da ist eine Asoziale"... Also eine natürliche Reaktion war das schon allein wegen der Formulierung sicher nicht...
In den letzten Jahren hingegen wurde mir mein offener Umgang mit eigenen Schwächen zum "Verhängnis". Ich habe mich dadurch zwar immer noch nicht selbst abgewertet, da nach meinem Empfinden Schwäche zeigen eben genau nicht Schwäche ausdrückt, sondern die Stärke, zu sich selbst zu stehen, und da gehören auch die eigenen Fehler dazu, aber bei meiner direkten Umgebung ist das offensichtlich genau anders herum, die sehen das als Schwäche, die man ausnutzen kann. Sprich, ich gebe z.B. Infos, warum ich in der und der Situation so oder so reagiere, um eben Mißverständnissen vorzubeugen (z.B. da ich auf gewisse Situationen mittlerweile sehr schnell aggro reagiere) und meine Umgebung nutzt die Infos, um genau wieder in die bereits vorhandene Kerbe zu haun, so kann man die natürlich schlecht dauerhaft abbauen. Aber keine Infos mehr geben ist irgendwie auch nicht die Lösung... Erstens sehe ich gar nicht ein, mich jemals wieder für andere total zu verbiegen (habe ich schließlich lang genug versucht, mit dem Ergebnis eines Selbsttötungsversuchs, nicht offen sein können, ist für mich eine schwere Verbiegung, da die Kindheitsmauern einreißen echt schwer war und ich eindeutig nicht in diesen Kerker zurück will), zweitens ist der Gedanke, jemandem ohne diese Infos unrecht zu tun, der zufällig in eine dieser Kerben haut (was durchaus ohne Probleme möglich ist bei z.B. gewissen "Alarmgeräuschen"), extrem unangenehm, schließlich möchte ich vermeiden, selbst zum "Täter" zu werden. Und naja *g*, bei denen, die es wissen und trotzdem tun, brauch ich dann auch kein schlechtes Gewissen mehr über meine Reaktion zu haben, denn sie waren ja vorgewarnt, selbst schuld, wenn sie die "Gebrauchsanleitung" nicht ernst nehmen...
| Garfield60 hat folgendes geschrieben: | | Man kann es ignorieren und verdrängen, dann "überrascht" es einen, wenn man am wenigsten damit rechnet, man kann es aufarbeiten, dann weiß man darum und kann damit umgehen, aber man kann es wohl in den wenigsten Fällen wirklich beseitigen ... Das hängt wohl mehr vom Charakter als von der Aufarbeitung ab. Manche Leute können einfach nicht anders, als andere klein zu machen, damit sie selbst größer wirken. |
Hm, ja gut, Charakter spielt da natürlich auch rein, aber Erziehung (z.B. Förderung von eher "guten" oder eher "schlechten" Charaktereigenschaften) und Erleben der Umwelt oder vorhandene bzw. nicht vorhandene Vorbilder usw. z.B. auch. Ich hatte aber bei all den "miesen Charakteren", die mir schon so begegnet sind immer das Gefühl, daß die in der Regel eben gar nicht so bewußt mit ihren eigenen Mankos, die ja jeder hat, umgegangen sind und diese eben nicht aufgearbeitet hatten und deshalb ein diffuses Minderwertigkeitsgefühl an anderen Menschen, zwecks Selbstaufwertung, abarbeiten "mußten". Deshalb meine Einschätzung, daß bewußter Umgang mit eigenen Schwächen, Ängsten, Komplexen usw. ein Ablassen an anderen Menschen eher verhindert. Soziopathen, bei denen nix hilft, gibbet natürlich auch...
| Garfield60 hat folgendes geschrieben: | | Ich fürchte, das hängt bei mir stark von der eigenen Stimmung ab. Ich bin ziemlich introvertiert und das macht sich da bemerkbar. Ich kann in der gleichen Umgebung ziemlich still und zurückgezogen sein oder ziemlich kommunikativ (ich nenn's mal so...) und das kann sich sogar von einer Stunde auf die nächste ändern. |
Das habe ich auch schon erlebt, kommt aber seltener vor, da meine Stimmung doch eher nicht nochmal umschlägt, wenn ich einmal "gut drauf" bin in Gesellschaft (die ich kenne), und rausgehen, wenn sie schon auf "ungesellig" eingestellt ist, tu ich ja in der Regel nicht. Und bei Besuch ist es ja wie erwähnt dann so, daß ich nur ca 5 Min. Gespräch benötige, um wieder auf gesellig "umzustellen"... "Sonst kommt mir grade die Frage, ob in Deiner Familie vielleicht ein - nicht eineiiger - Zwilling vermisst wird?" *g* nicht, daß ich wüßte "Abends kann ich dann auch mal in Depression versinken, aber mir reichen schon wenige, sporadische Kontakte um das zu vermeiden" Echt beneidenswert, ne, ich fürchte ich bin wirklich eine Kommunikations-Süchtige, die sporadischen Kontakte zu Bekannten benötige ich zusätzlich, und die reichen bei fehlenden engen Kontakten so gar nicht... Deshalb ist es mir auch immer schon extrem schwer gefallen, zu verstehen, wie sich Pärchen so absolut abkapseln können, ich brauche einfach auch ein Stück "Vielseitigkeit", jedenfalls ist mir noch nie ein Mensch begegnet, mit dem ich alles, was mir wichtig ist, zusammen machen konnte (jetzt natürlich nur auf Dinge bezogen, die man auch zu zweit machen kann), und der mich in allen Bereichen verstanden hätte. Der "Seelenverwandte" Mensch hat sich also noch nicht eingefunden, falls es sowas denn überhaupt gibt. Somit würde mir bei einer 2er-Beziehung niemals in den Sinn kommen, meinen (momentan ja doch eher fiktiven) Freundeskreis deswegen zu vernachlässigen. Ich habe da statt dessen immer den Wunsch, alle miteinander zu verbinden (was auch wieder seit ein paar Jahren oft genug dazu geführt hat, daß sich dann neue Freunde gefunden haben, und ich plötzlich wieder allein da stand, denn "unspannender" sein, als Leute, die raus feiern gehen können, ist ja doch sehr einfach... außerdem wiederholen sich meine Geschichten zwangsläufig früher oder später, da ich ja kaum noch Neues erlebe, ich sag ja: "unspannend"), die Gegensätze aufheben per Konzentration auf die Gemeinsamkeiten halt... "eine offenbar angeborene Neigung zum kleinen Einzelgänger, die die Hürde, neue Freunde zu finden, ziemlich hoch legt." Aber entsteht bei Dir denn dann überhaupt ein "Leidensdruck", wenn Depris bereits durch sporadische Kontakte vermieden werden können und Du Dich selbst als Einzelgänger siehst? Weil angeboren hört sich ja so an, als ob es Dir dann auch entspricht. Ich benötige beides wie Luft zum atmen, werde also auf Dauer "krank", wenn ich zu wenig intensive Kontakte habe, aber auch, wenn ich nicht mehr genug Zeit für mich selbst habe (zweiteres halte ich aber länger am Stück aus)...
| Zitat: | | den stärksten Einfluss auf die Klangqualität haben in der Regel die Schallwandler - Lautsprecher und Kopfhörer. |
Lol, ok, dann wäre vielleicht wirklich was machbar, meine Boxen sind immer noch von meiner Konfirmationsanlage übrig, deren andere Teile über die Jahre doch mal den Geist aufgegeben haben. Aber solang ich hier wohne, sind Kopfhörer einfach keine Alternative, wenn man die Freiheit hat, laut hören zu können (und daraus ne Menge Kraft ziehen kann), wäre man ja schon irgendwie blöd, wenn man sie nicht nutzt, wirkliche Freiheiten hat man schließlich allgemein gesehen eher wenige...
| Garfield60 hat folgendes geschrieben: | | Eigentlich haben meine Eltern eher in das gleiche Horn gestoßen, wie die Spötter und mir erklärt, was ich alles nicht hinbekomme, wenn ich mich nicht ändere. Die Ängstlichkeit war eigentlich immer präsent, wahrscheinlich steckt da etwas in den Genen. Es verstanden, die mir zu nehmen hat aber aus meiner unmittelbaren Umgebung auch niemand. Erst später hab ich dann gerlernt, sie zumindest zu kontrollieren. Und wenn mein Verstand in's Spiel kommt, wenn ich begriffen habe, wie etwas funktioniert, dann hatte (und habe) ich auch keine Angst mehr (im Sinne diffuser Furcht), denn dann kann ich die Sache einschätzen. |
Also wenn ich das lese, kommt mir echt die Kotze hoch, Eltern können wirklich solche Idioten sein, naja, sind halt auch nur Menschen... Also mit Genen hat das glaub ich eher nix zu tun, Du konntest ja sowas wie Grundvertrauen (und das benötigen Kinder meiner Ansicht nach, um ansatzweise so etwas wie Selbstbewußtsein zu entwickeln) gar nicht aufbauen, wenn Du keine positive Rückmeldung bekommen hast, ich hatte immerhin "Schonzeit", bis ich in den Kindergarten kam. Diffuse Ängste habe ich eigentlich tatsächlich erst in der Mobbingzeit entwickelt (Panikattacken sind echt mal übel), vorher waren die immer sehr konkret und deshalb auch einfacher zu bearbeiten, erfolgreich war ich aber trotzdem nicht immer damit. Ich weiß z.B. zwar genau, daß meine Angst vor lauten grölenden Menschen nicht zwangsläufig tatsächlich mit Gefahr (rechte Hooligans, Neonazis, sonstige Proll-Schläger) verbunden ist, es ändert aber nix daran, daß ich mich sofort schlecht fühle und in Alarmbereitschaft bin, sobald ich sowas höre und die geht auch nicht weg, wenn ich sehe, daß es z.B. nur besoffene Partygänger sind, sondern hört erst richtig auf, wenn es wieder ruhig ist (dabei hatte ich immer Glück, und bin nie ernsthaft verletzt worden von echten Feinden)...
| Zitat: | | Dann hätten wir ja echt gute Freunde werden können... |
da ich wirklich jeden "eingesammelt" habe, der auch irgendwie nach Außenseiter aussah, ist das eine durchaus realistische Einschätzung. Ich wünsche noch einen angenehmen Restabend und auch zukünftig nicht wundern, wenns mit der Antwort mal länger dauert, es hat mit Sicherheit nix mit Dir zu tun...
Liebe Grüße _________________ HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
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| Garfield60
Alter: 52
| | Anmeldungsdatum: 24.05.2012 | | Beiträge: 103 | | Wohnort: Hannover |
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Verfasst am: Di Jul 17, 2012 19:56 Titel: |
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Hallo,
nachdem ich mich erst einmal ausgiebig zum Theme Beschneidungen auslassen "musste", kann ich mich nun beruhigt einer angenehmeren Kommunikation widmen. Ich bekomme nur jedesmal ein komisches Gefühl in der Bauchgegend, wenn ich glaube, Ungerechtigkeiten, Vorurteile oder ungleiche Blickwinkel wahrzunehmen und je nachdem, wie ungut das Gefühl ist, muss ich dann wirklich meinen Senf beisteuern.
| SubHumAn hat folgendes geschrieben: | | Das ist mir jetzt formulierungstechnisch nicht ganz klar, deswegen frag ich lieber mal nach... Also hast Du Dich konkret selbst abgewertet (wie das?) und dann haben andere darauf reagiert, oder hast Du diese Abwertung (z.B. durch Deine Komplexe) unbewußt ausgestrahlt und da hatten dann Leute Gespür für und haben es ausgenutzt? | Gernau genommen beides. Anfangs war es hauptsächlich die unbewusste Ausstrahlung der eigenen Unsicherheit und zunehmend kam dann ein Minderwertigkeitsgefühl dazu. Das ist, als würde man mit einem großen Schild rumlaufen, auf dem steht "Habt mich ja nicht lieb, denn ich mag mich selbst nicht!" und alle sehen das Schild, nur man selber nicht. Später kam hinzu, dass ich aus der eigenen Unsicherheit heraus viel zu schnell den Rückzug angetreten oder resigniert habe oder mich selbst innerlich für jeden vermeintlichen oder wirklichen Fehler richtig fertig gemacht habe. Was ich mir mit meiner inneres Stimme selbst um die Ohren gehauen habe, würde ich laut anderen gegenüber nie äußern.
| Zitat: | | In den letzten Jahren hingegen wurde mir mein offener Umgang mit eigenen Schwächen zum "Verhängnis". | Das könnte ich jetzt so unterschreiben, bezogen auf spätere Jahre meines Lebens, aber eigentlich stimmt es nicht, nicht in dem Sinne, in dem Du es meinst. Ich habe teilweise Schwächen eingestanden, die ich gar nicht in dem Umfange hatte, nur um die Erwartung anderer zu drücken und mir damit den äußeren Grund meiner Versagensängste zu nehmen. Die Kehrseite war, dass ich mich dann innerlich weder über den Erfolg noch über ein Lob von außen wirklich freuen konnte, denn ich war mir ja bewusst, dass ich die Erwartungen absichtlich niedrig gehalten hatte, es also kein echter Erfolg war, sie zu erfüllen. Und für mich selbst habe ich meist irgendeinen Mangel gefunden, der das Ergebnis nicht perfekt erschienen ließ und mir somit einen Grund lieferte, mit mir selbst unzufrieden zu sein. Man muss die eigene Messlatte nur hoch genug legen und schon kann man gar nicht mehr verhindern, dass man vor sich selbst immer versagt... Blöder Teufelskreis und es hat mich einige Zeit gekostet, den zu erkennen und noch mehr, ihn zu durchbrechen. Ganz befreit habe ich mich noch nicht davon.
Was Du über "Fremdenangst" und eigene Aufwertung schreibst, klingt nachvollziehbar. Dass vieles davon anerzogen ist und nicht angeboren, zeigt nicht nur Dein Beispiel deutlich, das kenne ich auch. Ich habe seinerzeit in der Ukraine studiert und die Art, wie man dort Ausländern begegnete, hing sehr stark von den Erfahrungen ab, die der einzelne oder eben seine Eltern mit Ausländern gemacht hatten. Für Deutsche war das mit vielen gegensätzlichen Erfahrungen verbunden, kleine Kinder waren aber zumeist überwiegend neugierig.
Dass ich in letzter Zeit auch dazu neige, eine Art Bedienungsanleitung zu liefern, habe ich schon festgestellt. Die beschränkt sich aber meist auf den Aspekt des Lebens oder der Zusammenarbeit, der gerade zu bewältigen ist und ich habe nicht so schrecklich viele Kontakte, dass ich allzu oft in die Verlegenheit dazu komme. Ich bin aber durch Erfahrungen auch schon vorsichtig genug geworden, nicht alles zu erzählen, insbesondere keine Dinge, die man gegen mich verwenden könnte. Dann ist zwar die BA nicht vollständig, aber ein gewisses "Fehlverhalten" durch diese fehlende Information ist für mich erträglicher als das dumpfe Gefühl des Verrats, wenn mich jemand mit meiner eigenen Informationen in die Pfanne haut.
Kindheitsmauern einreißen und Kerker... das sind sehr anschauliche Bilder. Die Mauern kenne ich, aus dem Kerker ausgebrochen bin ich noch nicht vollständig, aber ich weiß, wo die Tür ist. Mitunter benutze ich ihn als Festung, um mich zurückzuziehen und abzukapseln, da kommen mir die dicken Mauern gerade recht.
| Zitat: | | Ich hatte aber bei all den "miesen Charakteren", die mir schon so begegnet sind immer das Gefühl, daß die in der Regel eben gar nicht so bewußt mit ihren eigenen Mankos, die ja jeder hat, umgegangen sind und diese eben nicht aufgearbeitet hatten und deshalb ein diffuses Minderwertigkeitsgefühl an anderen Menschen, zwecks Selbstaufwertung, abarbeiten "mußten". |
Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ob aber Aufarbeitung immer hilft, weiß ich nicht, manche scheinen sich in der Rolle ganz wohl zu fühlen, insbesondere, wenn ihre "Erfolgsquote" relativ hoch ist.
| Zitat: | | Der "Seelenverwandte" Mensch hat sich also noch nicht eingefunden, falls es sowas denn überhaupt gibt. |
Ich fürchte, den gibt es so auch nicht. Wenn man von sich selbst etwas aufgibt, um so eng mit jemand anderem zusammen zu sein und alles mit ihm zu unternehmen oder eben das, was nicht geht, wegzulassen, dann machen sich wohl irgendwann Verlustgefühle breit. Manche brauchen einen großen Freundeskreis und sollten ihn auch ja behalten, wenn ihnen die Zweisamkeit mit dem einen Menschen wirklich wichtig ist. Andere brauchen einfach nur Zeit für sich selbst und sollten sich auch diese nehmen (zu der Sorte "Eigenbrödler" zähle ich wohl eher).
| Zitat: | | Aber entsteht bei Dir denn dann überhaupt ein "Leidensdruck", wenn Depris bereits durch sporadische Kontakte vermieden werden können und Du Dich selbst als Einzelgänger siehst? | Na ja, wenn ich so richtig "schön" depressiv drauf bin, kann ich mich zu nichts wirklich aufraffen, auch nicht zu dem, was ich selbst gern tun würde. Das belastet dann wirklich. Kontakte sind dann zwar hilfreich, aber die Zeit habe ich ja dann auch nicht für mich allein. Kurz gesagt, ich kann so richtig schön im eigenen Saft schmoren, wenn ich mal schlecht drauf bin.
| Zitat: | | ..meine Boxen sind immer noch von meiner Konfirmationsanlage übrig... | Da lässt sich auf jeden Fall was machen. Gerade die Lautsprecher sind heute doch um einiges besser und dennoch bezahlbar. Man hat eigentlich nur das Problem, die zu finden, die gut zur Anlage und zum Geldbeutel passen. Bringt die Anlage z.B. nicht ganz so viel Leistung, muss man dem Wirkungsgard einige Aufmerksamkeit widmen, ist genug Leistung da, kann der auch etwas schlechter sein, weil man den meist der Verbesserung des Klangbildes oder der Verkleinerung des Volumens opfert. War mal ein richtiges Hobby und interessiert mich immer noch.
Liebe Grüße |
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| SubHumAn

| | Anmeldungsdatum: 07.06.2012 | | Beiträge: 101 | | Wohnort: 41 Jahre, NRW |
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Verfasst am: Mi Jul 18, 2012 16:54 Titel: |
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Hey, Garfield60!
Puh, das war heute aber insgesamt echt viel zu lesen im Forum, so daß ich nun gar keine Zeit mehr habe, Dir zu antworten, so ein bißchen Reallife habe ich ja dann doch noch Bin auch die nächsten Tage ganz gut beschäftigt, die Antwort wird also mal wieder etwas auf sich warten lassen
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| SubHumAn

| | Anmeldungsdatum: 07.06.2012 | | Beiträge: 101 | | Wohnort: 41 Jahre, NRW |
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Verfasst am: Fr Jul 27, 2012 0:40 Titel: |
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Hey, Garfield60!
Sorry, hat doch wesentlich länger gedauert, als geplant, aber wenn man einmal mit offiziellem Schriftverkehr anfängt (allein die ganzen Kopien immer)... Der Rücken ist doch gerade etwas angeschlagen, weiß also noch nicht, wie weit ich mit der Antwort komme, aber ich wollte wenigstens schon mal anfangen...
| Zitat: | | Ich bekomme nur jedesmal ein komisches Gefühl in der Bauchgegend, wenn ich glaube, Ungerechtigkeiten, Vorurteile oder ungleiche Blickwinkel wahrzunehmen und je nachdem, wie ungut das Gefühl ist, muss ich dann wirklich meinen Senf beisteuern. |
*g* kommt mir bekannt vor, in der WG z.B. führt das regelmäßig dazu, daß ich vom jeweiligen Egomanen zum "bösen Spießer-Arschloch" ernannt werde, weil ich asoziales Verhalten nun mal persönlich anspreche und nicht, wie anscheindend sonst üblich, nur hinten rum abläster... Tja, da ist das Feindbild natürlich schnell gefunden, wenn man dann auf dem Papier noch einiges älter ist, findet man sich ganz schnell als Mami-Ersatz wieder, an dem die in der Pubertät nicht mit den eigenen Eltern gelösten Konflikte abgearbeitet werden, was man meiner Meinung nach mit Mitte 20 ja doch hätte bereits erledigt haben können, Kindergarten... Im Inet mache ich mir diese Mühe aber nur noch selten, da ich eigentlich genug Aufregung habe, Sitzen und Tippen eh schwer fällt, und ich dabei außerdem schon die Erfahrung gemacht habe, daß mir dann plötzlich Leute an der Backe kleben, die mich über zig Threads und Monate verfolgen, beleidigen und diffamieren, son unnötigen Streß brauch ich echt nicht zusätzlich.
| Zitat: | | Das ist, als würde man mit einem großen Schild rumlaufen, auf dem steht "Habt mich ja nicht lieb, denn ich mag mich selbst nicht!" und alle sehen das Schild, nur man selber nicht. Später kam hinzu, dass ich aus der eigenen Unsicherheit heraus viel zu schnell den Rückzug angetreten oder resigniert habe oder mich selbst innerlich für jeden vermeintlichen oder wirklichen Fehler richtig fertig gemacht habe. |
Hm, ich glaube das mit der mangelnden Selbstliebe fing bei mir verstärkt nach der Grundschule an (in der hatte ich ja noch meine "Außenseiterfreunde") und wurde durch die einsetzende Pubertät noch verschlimmert, da ich für die körperlichen Veränderungen mal so gar kein Verständnis hatte und erst mal in Panik geraten bin, daß ich nun auch son riesen Vorbau, wie meine Ma bekomme, was mir ja zum Glück erspart geblieben ist, na jedenfalls hat mich dieser "fremde" Körper nochmal mehr eingeschüchtert. Fehler suche ich eigentlich immer noch zuerst bei mir, komme dann aber oft auch schnell zu dem Schluß, daß ich da lange suchen kann, denn ich mag ja anders sein, aber deswegen bin ich noch lang nicht "schlechter" als andere (in der Mobbingzeit war das z.B. ganz anders, da war ich innerhalb kürzester Zeit völlig meines Selbstbewußtseins beraubt, was kein Wunder ist, wenn man praktisch nur noch hört, daß alles an einem falsch ist, man aber nie wirklich konkrete und vor allem keine berechtigte Kritik bekommt: "Du bist echt zu krass" "Was genau ist denn so krass an mir?" "Na du bist eben krass" "Danke, damit kann ich arbeiten " aber so ist das eben, wenn es gar nicht darum geht, berechtigte Kritik zu üben, sondern man einfach jemanden fertig machen will...). Trotz aller Selbstzweifel lasse ich mir aber so schnell nicht mehr einreden, daß an anderen alles Ok und an mir alles falsch ist (auch wenn genau das seit Jahren weiterhin immer wieder versucht wird, was mein Aggressionspotenzial, wie schon irgendwo erwähnt, definitiv allgemein gesteigert hat), das verdanke ich meiner Meinung nach eben dem in der Kindheit gelegten Grundstock aus Akzeptanz in meiner Familie und der Gemeinschaftserfahrung als Teenie mit meiner subkulturell durchmischten Clique. Hm, irgendwie habe ich gerade das Gefühl, das alles schon mal irgendwie geschrieben zu haben...
| Zitat: | | Ich habe teilweise Schwächen eingestanden, die ich gar nicht in dem Umfange hatte, nur um die Erwartung anderer zu drücken und mir damit den äußeren Grund meiner Versagensängste zu nehmen. Die Kehrseite war, dass ich mich dann innerlich weder über den Erfolg noch über ein Lob von außen wirklich freuen konnte, denn ich war mir ja bewusst, dass ich die Erwartungen absichtlich niedrig gehalten hatte, es also kein echter Erfolg war, sie zu erfüllen. Und für mich selbst habe ich meist irgendeinen Mangel gefunden, der das Ergebnis nicht perfekt erschienen ließ und mir somit einen Grund lieferte, mit mir selbst unzufrieden zu sein. Man muss die eigene Messlatte nur hoch genug legen und schon kann man gar nicht mehr verhindern, dass man vor sich selbst immer versagt... Blöder Teufelskreis und es hat mich einige Zeit gekostet, den zu erkennen und noch mehr, ihn zu durchbrechen. Ganz befreit habe ich mich noch nicht davon. |
Hm, ich bin tatsächlich häufig eher an den "zu hohen" Erwartungen anderer "gescheitert" (z.B. bei optischen "Anpassungsleistungen" oder eben auch im Bereich Paarbeziehung), die Schwächen, die ich zugebe, habe ich in der Regel auch. Eigenen Druck mache ich mir nur in Teilbereichen, in denen ich zu Perfektionismus neige, wie z.B. bei kreativem Kram, weshalb ich dann ja auch mein Zeichnen aufgegeben habe, da konnte ich meinen eigenen Ansprüchen tatsächlich nicht mehr genügen und habe mir eben was gesucht, bei dem das nicht passiert, und sich somit auch wieder "Erfolgserlebnisse" eingestellt haben. Bei der Jobsuche kenne ich das aber auch, daß ich mein Licht unter den Scheffel stelle, damit nicht zu hohe Erwartungen anfallen (lol, wobei man von mir ja eh häufig gar nix erwartet hat, da ich ja bunte Haare habe, wie oft ich nachträglich schon gehört habe, wie erstaunt man war, wie gut, ordentlich, zuverlässig usw. ich arbeite... tja, *g* und schon hat man wieder ein paar Vorurteile abgebaut, oder zumindest ein Hinterfragen dieser eingeleitet...). Ich kann mich allgemein "offiziell" nicht besonders gut "verkaufen" und sag lieber, daß ich was lernen kann, als daß ich behaupte, es bereits zu können (wie man das laut ArGe tun soll, jaja alles Betrüger die "Schmarotzer", gelle...), das bringt doch nur unnötigen Streß, wenn dann wieder mit einer Erwartungshaltung an einen ran gegangen wird, die man dann auch erfüllen muß, da kann ja nix bei rum kommen... Da würde ich schon jeden Morgen mit Horror aufstehen, brauch ich nicht, bin auch so schon morgenmuffelig genug
Zum Glück habe ich auch frühzeitig gelernt, daß mein eigener "Wert" mal so gar nichts damit zu tun hat, ob ich gerade einen Job habe oder nicht. Wäre das nicht der Fall, hätte ich wohl an meiner jetzigen Situation wesentlich mehr zu knabbern, da die Sozialschmarotzerpropagandamaschine ja seit Jahren immer schlimmer wird. Aber das werden die, die voll drauf rein fallen und bisher noch nen Job haben, auch noch lernen, spätestens, wenn ihr Job aus Kapitalinteressen vernichtet wird und sie ganz plötzlich feststellen müssen, daß das eben doch nicht durch "eigene Schuld" und "Faulheit" produziert wurde. Schlimm ist nur, wie viele Arbeitslose sich wirklich unnütz und minderwertig fühlen, und in schweren Depressionen versinken, weil sie leider nie gelernt haben, daß die Verwertbarkeit der eigenen Arbeitskraft für Nutznießer nichts, aber auch gar nichts mit dem "Wert" des Menschen an sich zu tun hat. Ein Arschloch mit Job bleibt trotzdem ein Arschloch... Ich selbst habe mich mit Job auf jeden Fall auch immer viel freier gefühlt, als bei der Abhängigkeit von Sozialkassen (allein schon auf Grund des Wegfalls regelmäßiger Drohbriefe und Betrugs-Unterstellungen), aber wenn zu wenig Jobs da sind, kann ich auch keine herbeizaubern und wenn ich körperlich nicht mehr in der Lage bin, zu arbeiten, dann kann ich mir auch keine Gesundheit basteln (ohne private KV erst Recht nicht), nur um wieder anderer Leute Geldbeutel zu füllen. Ich mein, ja ist klar, ne, man studiert natürlich mit dem Endziel, sich von Sozialkassen abhängig zu machen, ist doch logisch... oder? Also ich beurteile Menschen jedenfalls nicht danach, ob sie einen Job haben oder nicht und was das, wenn vorhanden, für einer ist, interessiert mich meistens null, es sei denn, ich finde den Job ansich irgendwie spannend, was auch eher selten vorkommt...
| Zitat: | | Ich habe seinerzeit in der Ukraine studiert |
Wie kommt man denn da drauf? War das so ein besonderer Studiengang, daß es den hier nicht gab? Na jedenfalls finde ich die Ukraine als Studienort mal wirklich ungewöhnlich, oder kannst Du die Sprache? Ich könnte mir nicht mal ein Studium in englischsprachigen Ländern vorstellen und dabei mag ich grundsätzlich andere Sprachen. Ich habe auch massig fremdsprachige Musik, unter anderem auch aus der Ukraine
| Zitat: | | Dass ich in letzter Zeit auch dazu neige, eine Art Bedienungsanleitung zu liefern, habe ich schon festgestellt. Die beschränkt sich aber meist auf den Aspekt des Lebens oder der Zusammenarbeit, der gerade zu bewältigen ist und ich habe nicht so schrecklich viele Kontakte, dass ich allzu oft in die Verlegenheit dazu komme. Ich bin aber durch Erfahrungen auch schon vorsichtig genug geworden, nicht alles zu erzählen, insbesondere keine Dinge, die man gegen mich verwenden könnte. |
Naja, bei mir ist das Problem ja mittlerweile hauptsächlich durch das WG-Zusammenleben (im WG-Haus) vorhanden. Da sind eben leider so manche Infos einfach nötig, um das Zusammenleben zu erleichtern, und da man Menschen nicht in den Kopf gucken kann, werden diese eben von einzelnen immer wieder mißbraucht (es gibt seit Jahren immer wieder mindestens 1 Quertreiber, ist der weg, ist der nächste in der Regel schon da, bei geschickten Lügnern habe ich einfach keine Chance, aber gut, geht den Mitsuchenden dann ja auch nicht anders, die fallen ja genau so drauf rein), aber wie schon erwähnt, finde ich das allemal besser, als wenn ich dann den oftmals netten restlichen 2 Mitbewohnern Unrecht tue, weil sie ohne ihr Wissen in eine vorhandene Kerbe haun, auf die ich dann z.B. aggressiv reagiere, da sollten sie schon wissen, daß das eigentlich nicht ihre Schuld ist und ich nicht von Natur aus aggressiv bin, sondern eben auf bestimmte über Jahre eingepflanzte Schlüsselreize reagiere, und diese Reaktion auch leider nicht immer so wirklich steuern kann, insbesondere, wenn ich mich im Halbschlaf befinde. Wenn man mich z.B. aus dem Tiefschlaf reißt und ich erst mal mit Herzrasen aufrecht im Bett sitze (das ist auch rückentechnisch oft sehr schmerzhaft, außerdem benötige ich meinen Schlaf für die körperliche Regeneration, sprich: zu wenig Schlaf = mehr Schmerzen am Folgetag), weil z.B. ne Tür geknallt wurde (was nun wirklich nicht Not tut, es gibt schließlich Türklinken), raste ich mittlerweile beim 2. Mal schlicht aus, hat das also vorher schon wer anders gemacht, kann es sein, daß jemand diesen Ausraster abbekommt, der das zum 1. Mal macht und dem ich noch nicht erklärt habe, was das für Auswirkungen auf meine Restgesundheit hat (nagut, daß man insbesondere nachts keine Türen knallt, sollte man eigentlich wissen, bevor man mit anderen Leuten zusammenzieht...), also rede ich lieber direkt über sowas. Wie schon gesagt, wer es dann trotzdem tut, soll hinterher nicht jammern... Eine gewisse Sozialkompetenz sollte schon vorhanden sein, wenn man in eine WG zieht, und dazu gehört eindeutig gegenseitige Rücksichtnahme. Ich mach abends keinen Lärm, wenn ich mit Leuten wohne, die früh raus müssen, also kann ich auch erwarten, daß die im Gegenzug morgens nicht wie eine Elefantenherde durch die Wohnung poltern, weil sie neidisch sind, daß ich nicht aufstehen muß, *g* ob die wohl wirklich mit mir tauschen wollen würden? So erstrebenswert sind Einschlafstörungen und Dauerschmerzen ja eigentlich nicht...
| Zitat: | | Ob aber Aufarbeitung immer hilft, weiß ich nicht, manche scheinen sich in der Rolle ganz wohl zu fühlen, insbesondere, wenn ihre "Erfolgsquote" relativ hoch ist. |
Ja da haste auch wieder Recht, bei manchen Menschen scheint echt Hopfen und Malz verloren zu sein. Das ärgert mich aber auch immer wieder immens, muß ich zugeben, daß so im Grunde Abschaum mit so ner Scheiße einfach viel zu oft durchkommt. Seh ich auch seit Jahren immer wieder im WG-Leben. Wie viele wirklich nette (aber leider feige) Mitbewohner habe ich schon verloren, weil sie lieber den Rückzug angetreten haben, anstatt dem jeweiligen Asi einfach mal geschlossen entgegen zu treten. Sowas kann wirklich Wunder wirken. Sobald derjenige nämlich merkt, daß sich seine eigene Lebensqualität durch Asiverhalten verschlechtert, ist er auch eher bereit, was an seinem Verhalten zu ändern, wenn er natürlich immer wieder die Erfahrung macht, daß andere ihm das durchgehen lassen, hat er ja gar keinen Grund, was zu ändern. Einmal hatte ich z.B. so eine Situation, wo wie üblich immer nur von mir offen Kritik geübt wurde, während die anderen beiden hinter seinem Rücken bei mir über ihn abgekotzt haben. In der Regel reagiere ich auf sowas mit: "Na dann sagt es ihm doch endlich mal, solang nur ich was sage, kann er sich einreden, daß das ein persönliches Problem zwischen uns ist und nichts mit seinem Verhalten zu tun hat und solang das so ist, ändert sich hier gar nix, außer daß ich immer mehr aggro werde, weil ich mir dann zusätzlich zu seinem Scheiß auch noch euer Ausgekotze anhören muß" (man darf sich ja gern bei mir über alles mögliche auslassen, wenn ich das dann auch darf und wenn es sich eben nicht nur um hintenrum lästern handelt). Sehr oft reagieren die Mitbewohner dann aber leider eher mit Auszug, da sie selbst eben Angst haben, auch zur Zielscheibe zu werden. Und das ist Blödsinn (zumindest im Bereich real zusammen wohnen, im Inet z.B. halten sich so Trolle leider ja doch oft sehr lang, schön anonym halt, genau das Richtige für so verantwortungsloses Gesocks). Wenn eine Gruppe sich geschlossen gegen einen "Möchtegern-Gruppenzerstörer" stellt, ist der recht schnell anders unterwegs oder ganz weg, aber klar, solang immer nur 1 was sagt, ist eben einfach ein prima Feindbild vorhanden, dem man alles in die Schuhe schieben kann, auch die eigene Unzulänglichkeit. Na jedenfalls gab es eben diese Kombination, wo meine Ansprache dann doch mal was gebracht hat, und die 2 in einem WG-Gespräch endlich auch den Mund aufgemacht haben. Da klappte das mit dem Rausreden und außerdem bin ja eh ich alles Schuld, weil man mir ja so gar nichts Recht machen kann (boar habe ich krasse Ansprüche: getroffene Absprachen einhalten, gegenseitig Rücksicht nehmen, da kann man sich als Mensch ohne geringste Sozialkompetenz natürlich schon mal überfordert fühlen ), plötzlich so gar nicht mehr, denn siehe da, auf einmal mußte man sein Handeln doch mal hinterfragen, oder wahlweise ausziehen und prompt konnte man sich auf einmal zusammen reißen und z.B. seinen Aufgaben nachkommen, anstatt sie der körperlich eingeschränkten Person liegen zu lassen, mußte nachts keinen Lärm mehr machen usw. Tja und wäre dann nicht ein paar Monate später ein neuer Asi eingezogen (der auch in kürzester Zeit diverses Asiverhalten des anderen reaktiviert hat), hätte das tatsächlich noch richtig gutes Wohnen werden können, aber so wurde die alte Spirale wieder aufgenommen *seufz*. Nun ist der Speedjunkie-Tekker seit Mitte März weg, aber seine Nachfolgerin ist auch wieder nur ne verlogene Schlampe, die das genaue Gegenteil von dem macht, was sie vorher wochenlang erzählt hat, so daß es im Grunde wieder höchstens ne 3er-WG geben kann, wenn dann im November die Schwester vom Speedjunkie auch endlich auszieht (die geht zwar wesentlich hinterfotziger vor, führt aber im Grunde den Privatkrieg ihres Bruders im kleinen weiter). Es ist halt auch mega schwer, jemanden zu finden, der wirklich paßt, wenn eben noch mindestens 1 unpassender Mensch in der Wohnung lebt (*g* wobei die Neue ja eh nur stundenweise da ist, sprich, sie tut zwar nix, aber dreckt dann auch nix ein, wie die bald Ausziehende, mit Gemeinschaft hat das natürlich trotzdem wenig zu tun, und daß wir nicht in ner Zweck-WG leben wollen, hatten wir mehr als deutlich gemacht).
| Zitat: | | Na ja, wenn ich so richtig "schön" depressiv drauf bin, kann ich mich zu nichts wirklich aufraffen, auch nicht zu dem, was ich selbst gern tun würde. Das belastet dann wirklich. Kontakte sind dann zwar hilfreich, aber die Zeit habe ich ja dann auch nicht für mich allein. Kurz gesagt, ich kann so richtig schön im eigenen Saft schmoren, wenn ich mal schlecht drauf bin. |
Ja diese völlige Antriebslosigkeit kenne ich auch gut und die nervt mich auch immens und zieht mich dann noch zusätzlich runter. Zeit für mich selbst brauche ich aber dann genau eben nicht, da ich mit dieser ja in so einer Situation eh nichts anfangen kann, außer Wände anstarren und immer depressiver zu werden. Da hilft tatsächlich einfach nix anderes, als reale menschliche Gesellschaft (aber mal ca 5 Min. depressive Stimmung ertragen, bevor sie durchs Gespräch verschwindet, ist anscheinend für die meisten Menschen schon zu viel Aufwand). Wurde der Depri-Kreislauf damit durchbrochen, was eben eigentlich immer passiert, kann ich auch wieder aktiv werden und mein allein sein genießen, bis ich eben wieder zu lang am Stück allein sitze, dann geht alles wieder von vorne los. Die Anfänge kann ich auch in der Regel noch mit z.B. stimmungshebender lauter Musik verzögern, aber ohne Kontakt hilft das eben auch nur begrenzt lang.
| Zitat: | | Bringt die Anlage z.B. nicht ganz so viel Leistung, muss man dem Wirkungsgard einige Aufmerksamkeit widmen, ist genug Leistung da, kann der auch etwas schlechter sein, weil man den meist der Verbesserung des Klangbildes oder der Verkleinerung des Volumens opfert. |
*g* wenn Du das sagst... ich könnte auch sagen: Bahnhof? Mein Geldbeutel läßt jedenfalls eher selten neue Geräte zu, und wenn ich doch mal eins kaufen muß, weil ein altes dann doch irgendwann den Geist aufgibt und leider auch nicht mehr zu retten ist (seit 1 1/2 Jahren geben die leider so nach und nach anscheinend alle auf, naja aber nach 15-35 Jahren Laufzeit...), ärgere ich mich allerspätestens nach 2 Jahren, daß ich es getan habe, weil es dann eh wieder hinüber ist, ging mir jedenfalls bisher noch bei jedem neuen Gerät der letzten 10 Jahre so, und 2 Jahre sind schon richtig lang heutzutage. Diesen ganzen digitalen Schrott kann man ja auch nicht mehr mechanisch reparieren, mein alter Verstärker konnte z.B. immerhin schon 3 Mal wieder ans Laufen gebracht werden per Aufschrauben und neuer Verlötung.
| Zitat: | | Mit Gegensätzen scheinst Du es ja zu haben, trifft das auch auf andere Gebiete in Deinem Leben zu? |
Joar... könnte man schon so sagen *g*, ich meine, ein paar habe ich im Laufe unserer Kommunikation auch schon erwähnt, nur welche das genau waren, habe ich gerade nicht im Blick und nun erst nochmal alles durchlesen... da versuch ich lieber, die Antwort heute fertig zu bekommen. Meine Eltern sind charakterlich schon sehr unterschiedlich und ich habe eindeutig von beiden gewisse Eigenschaften geerbt und noch eigene ausgebildet und die vertragen sich nicht unbedingt alle immer so gut miteinander, wie ich das gern hätte. Ich bin z.B. völlig "kopflastig" und zeitgleich total emotional, meine Gefühle und mein Gehirn kämpfen also durchaus in regelmäßigen Abständen miteinander, ich steh auch sehr ungern "im Rampenlicht", eigentlich wäre es also logisch, mein Äußeres so unauffällig wie möglich zu halten, aber damit fühle ich mich total verkleidet und unwohl (habe ich ja 14 Jahre überwiegend zumindest versucht), also wähle ich das kleinere Übel und laß mich begaffen, gucke mich dafür aber selbst aus dem Spiegel an (laut meiner Ma habe ich bereits mit 3 Jahren angefangen, meine Kleidung "zu verschönern" in dem ich sie z.B. zerschnitten habe, mein Verständnis dafür, daß in Märchen zum Schluß immer alle ins Schloß anstatt in z.B. die Fischerhütte ziehen, war doch eher begrenzt, Pippi Langstrumpf mit ca 6 Jahren war jedenfalls eine echte Erlösung für mich: es gibt andere... Robin Hood kurz drauf war eindeutig ein "Held" und kein Verbrecher, und der 1. gesichtete Punk mit 10 Jahren machte mir klar, wie ich mal aussehen will, wenn ich groß bin, nicht, daß ich das körperlich zu dem Zeitpunkt nicht schon gewesen wäre ich glaube mit 12 sollte ich erstmals "mein Auto da wegfahren", lol, dafür mußte ich dann mit 18 den Perso beim Bier kaufen zücken..., ich sag ja, Alter ist relativ *g*, kleine Abschweifung am Rande... na jedenfalls verstehe ich nicht, warum meine Eltern eigentlich so überrascht waren, als ich dann mit 15 angefangen habe, mein Äußeres mir selbst anzupassen), ich hasse Abhängigkeiten und habe zeitgleich ein recht hohes Suchtpotential, zum Glück ist mir das aber sehr früh bewußt gewesen, weshalb sich meine Süchte in Grenzen halten und zumindest für mich voll vertretbar sind (Kaffee, Schoki, rauchen, spielen, wenn ich einmal damit anfange, Kommunikation, Musik), ich bin ein total harmoniebedürftiger Mensch, der Ruhe mag (aber auch gute laute Musik ), aber wenn ich mit reden nicht weiter komme, habe ich auch kein Problem damit, heftigst rumzubrüllen und auf die Harmonie zu sch....., Hauptsache die Aggression kommt raus, reinfressen und dann platzen und wirklich gewalttätig werden habe ich in Kindertagen hinter mir gelassen, reinfressen und autoaggressiv handeln habe ich mal kurz als Teenie ausprobiert, bevor ich meine Clique kennengelernt habe, wo auch Mädchen Wut haben durften, wenn sie einen Grund dafür hatten, sehr befreiend... naja sowas also z.B.
| Zitat: | | Und dann kam bei jedem Frauenkontakt die Versagensangst mangels verfahrenstechnischer Kenntnisse, fehlender Automatismen und einfach die Angst davor, ihren Ansprüchen nicht gerecht zu werden ... Seit ich weiß, dass es Asexualität gibt und offenbar einen signifikanten Anteil Menschen, die mit Sex ebenfalls nichts anfangen können, kann ich mich auf dem Gebiet von persönlichem Versagen freisprechen |
Ja an das Gefühl, niemals den "normalen" Ansprüchen genügen zu können, kann ich mich auch noch gut erinnern, da kann man ja nur Angst bekommen und das wird natürlich auch schlimmer, je älter man wird, da man ja in den Augen der anderen gerade auch in der Beziehung dann noch mehr Erfahrung gesammelt haben müßte. Ich habe es außerdem noch als erschwerend empfunden, daß bei meiner Optik natürlich erst Recht niemand mit nem "Mauerblümchen" rechnete, und davon ausgegangen wurde, daß ich ja sonst wie locker drauf bin, was ich in Bezug auf anderer Leute Sexualleben ja auch seit frühester Jugend bin, zumindest theoretisch *g*, ist mir völlig schnurz, wer mit wem wie und warum, Hauptsache, alle Beteiligten wollen das so, und gehen mir damit nicht auf die Nerven z.B. durch permanente Geräuschbelästigung, schleimverschmierte Klobrillen und/oder unfreiwillige Einsichten, aber das geht mir eigentlich mit Vielem so, bei mir darf auch jeder glauben was er will, solang er mir meinen Unglauben läßt usw.
| Zitat: | | SubHumAn hat folgendes geschrieben: | | Jedenfalls schön, daß Dir die Einordnung Asexualität hilft. Bei mir hat sie ja eher neue Fragen aufgeworfen, die ich eigentlich längst für mein Leben abgehakt hatte... | Darf ich fragen, welche das sind? Vielleicht kann ich ja etwas produktiven Senf dazu beisteuern. |
Nun das ist eben ganz allgemein der Punkt Beziehung, der stand die letzten 16 Jahre einfach gar nicht mehr zur Debatte und nun denk ich ständig drüber nach, ob das nicht doch möglich wäre und habe dabei aber das Gefühl, daß ich mir höchstens vollkommen unsinnige Hoffnungen mache und es nüchtern betrachtet eigentlich völlig unrealistisch ist, zu glauben, es könnte sich jemand auf das einlassen, was ich "zu bieten" habe, denn was ist das schon (naja und umgekehrt muß das ja auch noch passen und da kommt dann z.B. auch meine "optische-Oberflächlichkeits-Behinderung" ins Spiel und Entfernungen usw.), aber aus dem Kopf raus bekomme ich es auch nicht mehr wirklich... Mit dem Lesen von Beiträgen verfestigt sich dieses wirre Gefühl eher, ich habe irgendwie den Eindruck, daß die meisten hier eigentlich eine ganz normale Paarbeziehung suchen, nur ohne GV. Und naja, das isses eindeutig nicht, da brauch ich mir nix vormachen, allein ein gemeinsames Schlafzimmer käme für mich null in Frage, man kann ja mal beieinander übernachten, aber gar nicht mehr schlafen können, nein danke... Du kannst mir natürlich gerne Deine persönliche Meinung dazu schreiben, aber eigentlich bräuchte ich sowas wie einen "Realitätscheck" (vielleicht in Form einer Umfrage, aber wie sollte die aussehen?), damit ich das Thema entweder wirklich angehn oder wieder in die Schublade packen kann... Ich sag mal so, wenn mir 90% der hier aktiven männlichen Asexuellen auf Beziehungssuche sagen würden, bah geh weg, was sollen wir denn damit, könnte ich auch einfach wieder sagen, Männer, bah geht weg, was soll ich denn damit Aber diese blödsinnige, sehr wahrscheinlich total unrealistische Hoffnung verhindert das ja leider, *heul* ich will meinen Seelenfrieden zurück
So, Sitzen habe ich wohl erst mal wieder für ne Zeit ausgereizt, obwohl ich mehrere Liegepausen eingeschoben habe, aber morgen hätte ich eh keine Zeit zum Schreiben, selbst wenn ich könnte, also bis demnächst, liebe Grüße _________________ HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
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