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Das Leben eines Asexuellen
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Carmilla DeWinter




Alter: 31
Anmeldungsdatum: 02.02.2011
Beiträge: 246
Wohnort: Pforzheim
BeitragVerfasst am: Mo Feb 21, 2011 22:50    Titel: Antworten mit Zitat

Zuerst muss ich quietschen, denn es gibt einen Drachen. Wundervoll.

Außer dem Drachen kam mir das alles sehr kafkaesk beziehungsweise albtraumhaft vor - mich hat's gut gegruselt. Shocked
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http://dertorheitherberge.wordpress.com

Insider sind im Kreis, Außenseiter wollen in den Kreis. Nur der Exzentriker kümmert sich nicht um den Kreis. - Robert Menasse
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Liro




Alter: 27
Anmeldungsdatum: 01.08.2010
Beiträge: 346
Wohnort: OWL
BeitragVerfasst am: Di Feb 22, 2011 1:17    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für dein Kommentar. Ja, der Einsatz des Drachen war möglicherweise etwas gewagt, eignete sich aber im Grunde ziemlich gut, um die Botschaft der Geschichte rüberzubringen und zudem auch eine persönliche Note einzubringen.

Das mit der Ähnlichkeit zu Kafka könnte hinkommen. Es ist zwar schon lang her, als ich zuletzt was von ihm gelesen hab, aber manches bleibt auch hängen und ich bin sicher, dass ich auch von Quellen inspiriert wurde, die ihrerseits wieder Ideen von Kafka ausgegriffen haben.

Das wirklich gruselige daran ist die Tatsache, dass es durchaus Arbeitsverhältnisse gibt, die dem Beschriebenen zumindest einigermaßen nahe kommen. Wenn ich da an Fast-Food-Ketten oder Call-Center denke. Mal ganz zu schweigen, wie es in anderen Ländern teilweise abläuft...
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"Es gibt überall Blumen für den, der sie sehen will."
-Henri Matisse

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Ellen22288




Alter: 25
Anmeldungsdatum: 15.12.2010
Beiträge: 52
Wohnort: Stuttgart
BeitragVerfasst am: Di Feb 22, 2011 22:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Liro...gefällt mir gut Smile schreib weiter-tut gut sowas zu lesen
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Liro




Alter: 27
Anmeldungsdatum: 01.08.2010
Beiträge: 346
Wohnort: OWL
BeitragVerfasst am: Mi Feb 23, 2011 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

Danke schön Smile
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indikator




Alter: 26
Anmeldungsdatum: 21.06.2010
Beiträge: 36
Wohnort: Ludwigshafen
BeitragVerfasst am: Do Feb 24, 2011 23:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hi

Lese auch immer gerne mit Wink

Liebe grüße
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Nimm das Leben nicht zu ernst, du kommst sowieso nicht lebend raus!
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Liro




Alter: 27
Anmeldungsdatum: 01.08.2010
Beiträge: 346
Wohnort: OWL
BeitragVerfasst am: Fr Feb 25, 2011 19:01    Titel: Antworten mit Zitat

Danke dir Very Happy
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Salinka





Anmeldungsdatum: 27.02.2011
Beiträge: 9
BeitragVerfasst am: Mo Feb 28, 2011 14:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Liro,

ich hoffe, ich darf hier kommentieren.
Ich habe Deine Geschichten gelesen und irgendwie... haben sie mich berührt, vielleicht, weil man sich zum Teil selbst ein bisschen darin wiederfinden kann.
Du hast eine ganz wundervolle Art zu schreiben, Gedanken zu formulieren und Situationen zu schaffen.

Schreib bitte unbedingt weiter! Smile
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Nicht, weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
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Liro




Alter: 27
Anmeldungsdatum: 01.08.2010
Beiträge: 346
Wohnort: OWL
BeitragVerfasst am: Mo Feb 28, 2011 19:41    Titel: Antworten mit Zitat

Danke schön für die lieben Worte, ich freue mich immer über Kommentare. Dann weiß man, dass die Geschichten auch gelesen werden Smile
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Salinka





Anmeldungsdatum: 27.02.2011
Beiträge: 9
BeitragVerfasst am: Mo Feb 28, 2011 22:04    Titel: Antworten mit Zitat

Das kenne ich, ich wünsche mir auch immer ganz viel Kritik, ob positiv oder negativ. Ohne Rückmeldung weiß man eben nicht, wie das, was man schreibt, bei der Welt ankommt.

Vielleicht traue ich mich ja auch mal hier etwas zu veröffentlichen.

Ich freu mich auf weitere Geschichten von Dir Smile
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sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
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Liro




Alter: 27
Anmeldungsdatum: 01.08.2010
Beiträge: 346
Wohnort: OWL
BeitragVerfasst am: Mi März 02, 2011 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Salinka hat folgendes geschrieben:

Vielleicht traue ich mich ja auch mal hier etwas zu veröffentlichen.


Klar, warum auch nicht?
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Salinka





Anmeldungsdatum: 27.02.2011
Beiträge: 9
BeitragVerfasst am: So März 06, 2011 17:36    Titel: Antworten mit Zitat

Liro hat folgendes geschrieben:
Salinka hat folgendes geschrieben:

Vielleicht traue ich mich ja auch mal hier etwas zu veröffentlichen.


Klar, warum auch nicht?


Weil ich paranoid bin und denke, dass man mich anhand meiner Geschichten "erkennt", da ich die unter einem Pseudonym mal veröffentlicht habe (zwangsläufig, weil ich an Literaturwettbewerben teilgenommen habe und die die Texte veröffentlichen).

Und jetzt höre ich besser auf Deinen schönen Thread vollzuspammen Mr. Green
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Liro




Alter: 27
Anmeldungsdatum: 01.08.2010
Beiträge: 346
Wohnort: OWL
BeitragVerfasst am: Sa Jun 18, 2011 14:58    Titel: Antworten mit Zitat

Gedanke 8:

Schmerz oder Liebe

Es war einmal ein blaues Lächeln. Es hatte ein kleines gemütliches Haus, ganz in der Nähe eines märchenhaft schönen Waldes und lebte dort schon sehr sehr lange. Tag ein Tag aus, ging es am Morgen stets in das Wäldchen, um Beeren und Kräuter zu pflücken, machte sich am Mittag ein leckeres Essen aus den gesammelten Herrlichkeiten und verbrachte den Rest des Tages damit, spazieren zu gehen, zu musizieren oder den Tieren am Waldrand zuzusehen. Eigentlich führte das blaue Lächeln ein ruhiges und harmonisches Leben. Doch irgendwas fehlte dem blauen Lächeln.

Als es eines Abends aus dem Fenster sah und zu den Sternen blickte, da sagte es sich „ich habe wirklich ein sehr schönes Leben und bin dafür sehr dankbar - aber irgendwie fehlt mir trotzdem etwas.“ An diesem Abend rappelte und poltere es fortwährend. Es kam ganz aus der Nähe. Doch das blaue Lächelte schlummerte tief und fest. All den Lärm bekam es nicht mit.

Als es dann am nächsten Morgen aufwachte und vor die Tür trat, um dem neuen Tag einen guten Morgen zu wünschen, blieb das blaue Lächeln völlig verdutzt stehen. Vor ihm stand auf einmal ein weiteres kleines Häuschen. Ganz genauso eines, wie sein eigenes. Die gleiche gemütliche Größe, dieselben Fensterchen und auch die Haustür war identisch. Über Nacht war es hier plötzlich aufgetaucht. Das blaue Lächeln zögerte und näherte sich dem anderen Haus vorsichtig. Dann blickte es schließlich durch eines der Fenster und sah dort eine Bewegung. Ganz sicher. Es war eine hastige und nervöse Bewegung. Das blaue Lächeln legte den Kopf schief und fragte sich, wer da wohl wohnt.

Der Rest des Tages lief wie gewohnt. Es sammelte Essen, bereitete sich ein leckeres Mahl zu und verbrachte den Abend mit Flöte spielen und Bilder malen. Doch so recht konnte sich das blaue Lächeln nicht auf seinen Alltag konzentrieren. Dieses andere Haus kam ihm immer wieder in den Sinn. „Wo kommt es her?“ „Wer wohnt da drin?“ Als es dunkel wurde, entschloss sich das blaue Lächeln schließlich dazu, zum anderen Häuschen hinüberzugehen und an der Tür zu klopfen. Es klopfte dreimal, dann wartete es ab. An einem der Fenster huschte wieder eine Bewegung – die Gardine wurde kurz zur Seite gezogen und jemand spähte für einen Augenblick hinaus. Minuten vergingen und es passierte nichts. Schließlich, als das blaue Lächeln gerade wieder zurück in sein Häuschen gehen wollte, hörte es ein Knarren. Es drehte sich wieder zum Haus um und dann sah es plötzlich ein rotes Lächeln in der Türschwelle stehen. Nervös trat es mit einem Fuß auf den anderen und beobachtete das blaue Lächeln schweigend.

Eine Zeitlang traute sich keiner etwas zusagen, bis das blaue Lächeln schließlich das Schweigen brach „Hallo. Ich bin das blaue Lächeln.“ „Wer bist du?“ Das rote Lächeln schaute zum blauen Lächeln und sagte dann „Hallo. Ich bin das rote Lächeln.“ Beide zeigten sich gegenseitig ihr Lächeln. Mehr passierte an diesem Abend nicht mehr. Irgendwann verabschiedete sich das rote Lächeln wieder und beide gingen zurück in ihre Häuschen. Das blaue Lächeln schlief diese Nacht ziemlich unruhig. Doch es konnte sich nicht über schlechte Träume beklagen.

Der Sommer hielt Einzug und das blaue und das rote Lächeln hatten sich inzwischen etwas besser kennengelernt. Manchmal aßen sie zusammen zu Mittag, manchmal schauten sie den Tieren gemeinsam zu und manchmal erzählten sie sich einfach ein paar schöne Geschichten. Eines Abends schmiegte sich das rote Lächeln dann an das blaue Lächeln heran und begann zu schmusen. Das blaue Lächeln spürte, wie ein seltsam angenehmes Kribbeln durch seinen Körper ging. Es legte den Arm um das rote Lächeln und beide fühlten sich sehr sehr wohl.

Als das blaue Lächeln am nächsten Morgen das Haus verließ, um Beeren und Kräuter zu sammeln, ging es zuerst zum Haus des roten Lächelns vorbei. Es klopfte und das rote Lächeln machte auf. Es wirkte glücklich, das blaue Lächeln zu sehen. „Ich lasse meine Haustür offen. Dann kannst du immer vorbeikommen, wenn du magst.“ Das rote Lächeln schwieg, schien sich aber sehr zu freuen.

Als das blaue Lächeln am Mittag wieder aus dem Wald heraus kam, wartete das rote Lächeln bereits in seinem Esszimmer. Es hatte wunderschöne Blumen gesammelt und sie in eine hübsche Vase auf den Tisch gestellt. „Die sind aber schön. Vielen Dank“ sagte das blaue Lächeln und drückte das rote Lächeln liebevoll. Die beiden aßen wieder zusammen und als sie fertig waren, kuschelten sie miteinander auf dem Sofa des blauen Lächelns. Den ganzen restlichen Tag hatten sich die beiden sehr lieb. Irgendwann, als die beiden Arm in Arm aus dem Fenster sahen, kam das blaue Lächeln näher und sah dem roten Lächeln tief in die Augen. Dann sagte es schließlich „ich habe dich sehr sehr lieb.“ Das rote Lächeln schaute zurück, doch es schwieg. Die beiden kuschelten noch eine gute Stunde und dann verabschiedete sich das rote Lächeln wieder.

Das blaue Lächeln schlief wieder unruhig. Musste immerzu an das rote Lächeln denken und hoffte, es bald wiederzusehen. Irgendetwas stimmte es aber traurig. Es wusste nicht genau, was es war. Aber es war, als nagte ein klitzekleines Nagetier an etwas in ihm.

Am nächsten Morgen ging das blaue Lächeln wieder zum Häuschen des roten Lächelns. Es klopfte an der Tür und das rote Lächeln machte auf. Das blaue Lächeln sah das Rote an und fragte „Na, hast du schön geschlafen“ Darauf antwortete das rote Lächeln. „Ja.“ Das Blaue erwiderte „Schön.“ Sie standen noch einige Momente lang da, dann fügte das blaue Lächeln hinzu „Ich habe meine Tür wieder aufgelassen. Wenn du magst, komm doch vorbei.“ Das rote Lächeln nickte schwach, schloss dann wieder die Tür und verschwand im Haus.

Als das blaue Lächeln im Wald Kräuter sammeln war, schien wieder etwas in ihm zu nagen. Ein kleines bisschen stärker als in der letzten Nacht. Es ging zwar nicht weg, doch das blaue Lächeln ignorierte es. Es dachte wieder an das rote Lächeln. Hoffte, dass das es wieder am Esstisch wartete. Doch als es zuhause ankam und durch die offene Tür hindurchging, war niemand da. Das blaue Lächeln wurde traurig. Dann sah es hinüber zum anderen Häuschen und sah auf die geschlossene Tür. Plötzlich stellte es sich eine Frage „Warum öffnet das rote Lächeln eigentlich nicht auch seine Tür?“ Das blaue Lächeln legte die gesammelte Nahrung auf den Tisch und wollte rübergehen, um das rote Lächeln fragen. Doch auf halbem Wege blieb es stehen. „Nein, wenn es die Tür geschlossen hält, dann will es mich sicher auch nicht sehen.“ Es senkte den Kopf und ging wieder ins Haus, um allein Mittag zu essen.

Dass das rote Lächeln sehnsüchtig am Fenster stand und hoffte, dass das blaue Lächeln wieder dort klopfen würde, das wusste das blaue Lächeln allerdings nicht. Den gesamten Tag über blieb das rote Lächeln in der Nähe des Fensters und wartete auf das blaue Lächeln, während das blaue Lächeln den ganzen Tag darauf wartete, dass das rote Lächeln durch seine offene Tür kam. So verbrachten schließlich beide den restlichen Tag allein. Als das blaue Lächeln dann wieder dieses schmerzende Nagen verspürte, war es sich sicher, dass es etwas mit dem roten Lächeln zutun haben musste. „Wieso hat es geschwiegen, als ich sagte, ich habe es sehr sehr lieb. Wieso hat es nicht angeboten, auch seine Tür zu öffnen, als ich es am Morgen daran erinnert habe, dass meine Tür stets offen ist? Und warum kommt es nicht mal zu mir rüber? Mag mich das rote Lächeln denn gar nicht?“ Das blaue Lächeln wurde jetzt sehr traurig und weil es diesen Zustand ohne ein liebevolles Lächeln nicht aushielt, nahm es sich einen Teddybären und drückte ihn ganz fest, bis es dann irgendwann einschlief.

Der Herbst zog ins Land und es wurde kalt und windig. Das blaue und das rote Lächeln hatten sich inzwischen schon lange nicht mehr gesehen und doch dachten sie andauernd aneinander. Sie dachten an die kuscheligen Abende zusammen, an das gemeinsame Essen und daran, als sie gemeinsam den Sternen zugesehen hatten. Doch scheinbar dachten beide auch, dass ihre Liebe nicht erwidert wird. Und das war es schließlich, was an dem blauen Lächeln so fürchterlich nagte.

Als der kalte Wind schließlich das ganze Häuschen zum Frieren brachte, entschloss sich das blaue Lächeln, die Tür endgültig wieder zu schließen. Das rote Lächeln bekam das mit und stand weinend am Fenster. Doch das sah das blaue Lächeln natürlich nicht. Es war viel zu sehr damit beschäftigt, Trübsal zu blasen und darauf zu hoffen, dass sich das rote Lächeln auf irgendeine Weise doch noch zurückmelden würde. Irgendwas, das all das Genage in ihm wieder wegzaubern würde.

Am Abend saß es dann am Esstisch und überlegte, was es tun könnte, um die Trauer wieder loszuwerden. „Ich könnte einerseits an der Tür des roten Lächelns klopfen und ihm meine Liebe bekunden. Es könnte sein, dass es meine Liebe erwidert und wir sind beide wieder sehr glücklich – oder es weist mich ab und ich bekomme das Gefühl, sterben zu wollen. Andererseits könnte ich das rote Lächeln vergessen und mich von meinem nagenden Schmerz befreien“. Was das blaue Lächeln wieder nicht wusste ist, dass das rote Lächeln ebenfalls trauernd am Esstisch saß und etwas sehr ähnliches dachte „Einerseits könnte ich ihm meine Tür öffnen. Dann kommt er entweder hinein und wir haben uns wieder lieb oder er ignoriert meine offene Tür und ich versinke in Tränen. Andererseits könnte ich ihn einfach vergessen…“

Der Abend verging und das blaue Lächeln hatte sich entschlossen, das rote Lächeln zu vergessen. Und so kam es, dass es über Nacht wieder polterte und rumpelte. Wieder schlief das blaue Lächeln tief und fest, sodass es nichts von dem Getöse mitbekam.

Als es dann am nächsten Morgen wieder das Haus verließ, stand es wieder verdutzt da, wie an jenem Morgen, an dem das rote Lächeln samt Haus erschienen war. Diesmal allerdings, war das Haus über Nacht wieder verschwunden und damit auch das rote Lächeln. Augenblicklich begann das blaue Lächeln zu weinen und war seit diesem Tage nie mehr das blaue Lächeln, sondern der blaue Trauer.
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"Es gibt überall Blumen für den, der sie sehen will."
-Henri Matisse

Meine Kurzgeschichten:
http://aven-forum.de/viewtopic.php?t=6833

Meine lange Geschichte:
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Liro




Alter: 27
Anmeldungsdatum: 01.08.2010
Beiträge: 346
Wohnort: OWL
BeitragVerfasst am: Mi Jul 27, 2011 22:45    Titel: Antworten mit Zitat

Gedanke 9:

Einsamkeit

Der kalte Herbstwind wehte durch meine Haare, als ich mein Fahrrad an einen alten Rost überzogenen Zaun lehnte. Geistesabwesend griff ich mit der einen Hand nach meinem Fahrradschloss, während ich die Andere in meine Hosentasche gleiten ließ. Ich wühlte nach dem Schlüssel und ließ dabei zwei Euromünzen gegeneinander klimpern. Dann zog ich ihn heraus und drehte ihn in das Schloss. Ein leichtes Klicken ertönte und wenig später hatte ich mein Gefährt sicher an den alten Zaun gekettet. Ich warf einen kurzen Blick auf meine Armbanduhr und sah, wie der Stundenzeiger in diesem Augenblick die Sieben auf dem Ziffernblatt passierte. Alles wirkte wie eine Ewigkeit und ich seufzte verzweifelt.

Ich hatte das Gefühl, mein ganzer Körper sei mit Beton überzogen. So schwer und ungelenk waren meine Bewegungen. Langsam drehte ich meinem Fahrrad den Rücken zu und schleppte mich mit größter Mühe über den etwa zwei Meter breiten asphaltieren Weg auf die gegenüberliegende Seite. Ich sah auf und blickte auf die halbkreisförmige Empore. Sie throne auf einem Abhang, der einige Meter weiter unten an einen Fluss grenzte. Die Empore war von einer, etwa eineinhalb Meter hohen rötlichen Mauer umgeben, die verhindern sollte, dass man aus Versehen in die Tiefe stürzte. Nach innen waren drei zueinander gerichtete Holzbänken aufgestellt worden. Oben drüber ein Kastanienbaum, der bereits die ersten Blätter verloren hatte. So war der Boden mit Herbstlaub bedeckt – gelblich, rötliche Farben, leuchtend, wie man es aus einem Bilderbuch kannte. Und irgendwo zwischen den Blättern ragten Wurzeln aus dem Boden, die scheinbar einige Jahrzehnte gegen den harten Asphalt gekämpft und schließlich gewonnen hatten. Jahrzehnte. Der Gedanke verhallte in meinem Schädel und erklang immer wieder aufs Neue, so wie ein Ohrwurm.

Meine Arme hingen jetzt über der Mauer und baumelten kraftlos herunter. Ich sah auf das vorbeifließende Wasser und erblickte ein Frachtschiff, wie es sich mit sehr geringem Tempo flussaufwärts bewegte. Es war mit Containern bestückt. Die Farben passten zum herbstlichen Wetter. Grau-braun. Die Außentemperatur war inzwischen vermutlich unter zehn Grad gesunken und meine Sommerjacke bot eindeutig zu wenig Wärme. Daher zitterte ich leicht. Und doch. Ich blieb einfach an der Mauer stehen und starrte in die Landschaft. Ich nahm jedes kleine Detail in Betracht. Irgendwie wollte ich nichts auslassen. Jedes Auto auf der gegenüberliegenden Flussseite. Ich begutachtete jede Farbe und versuchte zu erkennen, was das für Menschen waren, die am Steuer saßen. Ich lauschte jedem Schritt der Spaziergänger, die hinter mir vorbei kamen. Jedem fernen Gebell, das ein Hund von sich gab. Jeder Windhauch, jedes Rascheln des herangetragenen Laubs. Ich sah mir den Wolken verhangenen Himmel an. Dachte mir Figuren, die man aus den Konturen der Wolken interpretieren konnte. Ich sah dort Wälder, Schlösser, Drachen. Die unterschiedlichsten Gebilde. Ja und immer wieder – bei jeder neuen Beobachtung – versuchte sich mein Geist mit aller Kraft von mir zu lösen und zu diesen Eindrücken zu flüchten. Er wollte woandershin. Ganz neu anfangen. Nur weg hier. Doch ich war sein Gefängnis. Ich musste da bleiben. Und deshalb weinte er verbittert. Und nur ich konnte ihn hören. Ich ertrug es nur schwer und immer wieder war ich kurz davor ebenfalls in Tränen auszubrechen.

Ich war einsam. Verdammt einsam. Und irgendwie drohte ich in meiner kleinen Wohnung zu verschimmeln. Um dem entgegenzuwirken, hatte ich beschlossen, jeden Tag für mindestens eine Stunde an diesen Ort zu fahren und rauszukommen. Meinen Körper mit Sauerstoff zu versorgen und irgendwie an dieser Welt teilzunehmen. Jeden Abend zwischen sieben und acht Uhr. Und jetzt war ich hier. Das erste Mal. Am besagten, ausgewählten Ort. Warum gerade dieser hier? Er spendete einerseits Ruhe und andererseits doch genügend Eindrücke, um das durchzustehen. Wenig Menschen um mich herum, aber doch genug, um nicht vollkommen einsam zu sein. Ich hätte niemals auch nur einen der Menschen ansprechen können und doch freute ich mich jedes Mal, wenn jemand an mir vorbeiging. Mein Herz interpretierte das irgendwie mit dem Gefühl der Zuneigung. Eigentlich vollkommen absurd. Aber ein rettender Strohhalm. Ich machte mir was vor, belog mich selbst, aber das war ein legitimes Mittel. Das war okay.

Es war acht Uhr. Eine Stunde war vergangen. Ich hatte 2 Schiffe, 43 Autos, davon 4 Lastwagen gesehen und 7 Menschen hinter mir vorbeikommen hören. Vielleicht auch mehr, wenn sie in Gruppen vorbeigezogen waren. Keiner nahm Notiz von mir. Zumindest war das meine feste Überzeugung. Der Gedanke drückte meinen Schädel zusammen. Erzeugte schlimme Migräne und eine tiefe Trauer. Ich musste kämpfen, um diese Gefühle nicht nach außen zu tragen. Schließlich drehte ich mich um und sah auf das Fahrrad. Es stand noch immer am Zaun. Unberührt. Links und rechts nur Asphalt und mit Unkraut überwucherter Wegesrand. War etwas anderes zu erwarten? Ich holte tief Luft und schlurfte zurück. Drehte wieder den Schlüssel in das Fahrradschloss, befreite meinen Drahtesel von seiner Fessel und befestigte das Schloss an meinen Gepäckträger. Als ich dann wieder nach Hause führ, ging es an zu tröpfeln. Es waren bestenfalls noch acht Grad Celsius.

Es passierte nichts Nennenswertes, bis ich um sechs Uhr achtundfünfzig wiederkam. Ich hatte lang geschlafen. Eine Schüssel Cornflakes gefrühstückt und auf das Mittagessen verzichtet. Die meiste Zeit hatte ich, mit einem Kuscheltier im Arm, ferngesehen. Und ich erinnerte mich fast überhaupt nicht mehr daran, was eigentlich gesendet wurde. Ein weiteres Mal schloss ich mein Fahrrad an den Zaun und bemühte mich an „meine“ Mauer. Irgendwie wirkte der Halbkreis diesmal etwas kleiner. Irgendwie enger. Ungemütlich. Doch da war nichts. Alles spielte sich nur in meinem Kopf ab. Es war immer noch kühl. Diesmal hatte ich einen Wintermantel angezogen. Er hielt mich warm, aber darunter fror ich weiterhin. Diesmal war es ein anderes Frieren und das würde auch nicht ver-schwinden. Meine Zähne klapperten. Es dauerte dieses Mal gut vier Minuten, bis das erste Auto auf der anderen Seite vorbeizog. Es war schwer zu erkennen, aber ich glaube, es war ein roter Fiat mit einer Frau am Steuer, die ihre zwei Kinder auf dem Rücksitz von links nach rechts kutschierte. Wo die wohl hinfahren? Zu Daddy? Zu Freunden? Oder unternehmen sie was Schönes? Ich stellte mir die schönsten Dinge vor. Einen Rummelplatz, einen sauberen Park, einen Zoo, einen Kinosaal und dann plötzlich einen alten verwesten weißen Plastikstuhl inmitten eines leeren dunklen Zimmers. Mein Herz stockte und für einen Augenblick dachte ich ein einen Herzinfarkt. All diese Bilder fielen aus meinem Kopf heraus und ich kam wieder in der Realität an. Das Auto war weg. Die Stunde floss zäh an mir vorbei und dieses Mal hatte ich nur 29 Autos gezählt. Fußgänger waren es wohl diesmal acht und Schiffe drei.

Tag drei. Diesmal war es besonders schwer rauszukommen. Ich will es eigentlich nicht mehr. Aber wenn ich das nicht tue, drohe ich zu verwelken. Ich blicke wieder auf den Fluss. Sehe wieder ein Schiff, sehe wieder ein Auto. Und wieder bellt ein Hund. Vögel fliegen vorbei. Dieses Mal lausche ich den Gesprächsfetzen der vorbeiziehenden Leute. Es geht um Familienplanungen. Um die Wirtschaft. Um Besuche bei Bekannten. Um Krankheiten. Um Arbeitslosigkeit. Ums Wetter. Verdammt. Ums Wetter. Sowas Banales. Wen interessiert das? Ich hatte heute mehrfach das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Um Punkt acht Uhr fuhr ich wieder.

Drei Wochen waren vergangen. Nichts war passiert. Ich war wieder hier. War allein. Starrte Löcher in die Gegend. Zuhause lag ich jetzt weitgehend im Bett. Aß unregelmäßig. Überlegte hin und wieder, ob ich auf die Toilette gehen soll, wenn es drückt. Es gab Tage, an denen ich nichts getrunken habe. Und dann kamen Kopfschmerzen. Ich wollte krank werden und dann umfallen. Ich hatte das jetzt oft gedacht und doch – aus irgendeinem Grund – war es mir verdammt wichtig, diese eine Stunde von sieben bis acht Uhr hier zu sein. Hier an diesem Ort. Nicht, dass jemals etwas Spannendes passiert wäre. Aber ich sah einen unsichtbaren Sinn darin. Einer der mich am Leben hielt. Es war zehn vor Sieben und das erste Mal fiel mir etwas auf. Das erste Mal glaubte ich, dass hinter mir jemand stehengeblieben war. Und als ich mich umdrehte, bestätigte sich meine Vermutung. Es war eine Frau im mittleren Alter. Vielleicht knapp zehn Jahre älter als ich. Etwas fülliger, kurze dunkle Haare und ein seltsamer Blick. Kein Mensch, der einen Schönheitspreis gewinnen würde. Sie wirkte auf mich wie jemand, dem es nicht viel bedeutete sich schick zu machen, wenn man das Haus verließ. Ein Mensch, der nicht viel mit anderen Menschen zu tun hatte. Sie sah mich an. Nur kurz. Dann wanderte ihr Blick. Sie verweilte noch einige Sekunden auf dem Weg und ging dann schweigend weiter. Zwei Minuten vor Acht. Es wurde Zeit zu gehen.

Es dauerte elf weitere Wochen, bis es passierte. Bis dahin hatte sich mein Alltag in einen einzelnen monotonen Prozess verwandelt. Schlafen bis fünfzehn Uhr. Duschen. Frühstücken. Losfahren. Wiederkommen und die Nacht vorm Fernseher oder vorm Computer hocken. Darauf wartend, dass ich tot umfalle. Es war sieben Uhr achtundvierzig. Wieder blieb jemand hinter mir stehen. Und wieder drehte ich mich um und erblickte die eher ungepflegte dickliche Frau. Dieses Mal blickte sie länger zu mir und in ihren Augen las ich eine Spur Neugier. Ich las, dass es einen Menschen gab, der sich - wenn auch nur für einen kurzen Moment - für mich interessierte. Ich wollte lächeln, aber meine Mundwinkel bewegten sich nicht. Dann machte sie den Mund auf. „Jedes Mal wenn ich meinen Abendspaziergang mache, sehe ich Sie hier an der Mauer herumlungern. Und sie sehen immer so fürchterlich traurig aus. Geht es Ihnen nicht gut?“ Mein Geist brüllte auf der Stelle pausenlos in einer Endlosschleife. Ich bin am sterben. Ich sterbe. Ich bin schon tot. Ich kann nicht mehr. Ich bin am sterben. Mein Körper hingegen sagte nichts. Vermutlich sah ich die Frau mit einem Blick an, der ihr vermittelte „Geh weg. Hau ab. Los.“ Die Frau wirkte etwas hilflos, sprach dann aber weiter. „Ich wohne etwa zehn Minuten von hier entfernt. Kommen Sie doch auf einen Kaffee mit zu mir.“ Schlagartig wurde mir klar, dass ich genau deswegen all die Tage rausgegangen war. Ich wollte, dass mich jemand sieht. Und jetzt hatte mich jemand gesehen. Doch warum zum Teufel schwieg ich? Warum war es so verdammt schwer, mitzugehen und mich bei dieser Frau auszuheulen? Ich atmete schwer und zittrig. Die Frau hielt den Blick. Und als sie es wohl schon fast aufgegeben hatte, gelang es mir schließlich und endlich ein schwaches „Danke“ herauszustoßen und auf sie zuzugehen.

Wie sie gesagt hatte, kamen wir ungefähr nach zehn Minuten Fußweg bei ihr an. Auf dem Weg dorthin hatte sie wohl darauf gewartet, dass ich etwas von mir erzähle. Da dies aber nicht passierte, schwiegen wir die meiste Zeit. Ich bekam den Eindruck, dass sie mir irgendwie ähnlich war. Und, dass es ihr auch schwer gefallen sein musste, mich anzusprechen. Dieses Mal weckte es meine Neugier. Als wir dann vor ihrer Haustür standen und sie nach dem Schlüssel kramte, fragte ich schließlich. „Wieso laden Sie fremde Menschen bei sich ein? Machen Sie das mit jedem?“ Sie lächelte. Freute sich wohl, dass ich endlich den Mund aufmachte. „Nein, ich lade nicht jeden zu mir ein.“

Erst als wir bei ihr in der kleinen Küche saßen, und der heiße Kaffeedampf aus unseren Tassen emporstieg, brach das Eis und das Gespräch nahm seinen Lauf. Die Frau sprach zunächst wieder von sich aus. „Wissen Sie, Sie erinnern mich an mich selbst." Ihre Stimme wurde leiser und man merkte, wie sie sich beherrschen musste. "Vor acht Jahren ist mein Mann bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Eine Welt brach für mich zusammen und ich wollte mit niemandem mehr sprechen. Ich isolierte mich und verlor sämtliche Kontakte. Erst meine Freunde und dann meine Familie. Es ist nicht so, dass ich keine Menschen mehr um mich haben wollte, aber es ging einfach nicht mehr. Selbst ein einfaches Gespräch mit meiner Mutter war unmöglich geworden. So vereinsamte ich mehr und mehr.“ Sie machte eine Pause und sah mir in die Augen. „Irgendwie habe ich diese Einsamkeit auch in Ihnen gesehen. Sie tun mir sehr leid. Ich bin mir sicher, dass Sie jemanden brauchen, mit dem Sie reden können.“ Mir kamen Tränen. „Und heute? Sind sie immer noch so allein?“ Die Frau atmete tief durch. „Vor einem Jahr habe ich den Kontakt zu meinen Eltern wieder aufgenommen. Und zu meiner Schwester. Doch meine Freunde habe ich nicht mehr wiedergesehen. Und dass mein Mann nicht mehr bei mir ist, schmerzt nachwievor jeden Tag aufs Neue.“ Ich nickte, wischte die Tränen aus den Augen und sprach endlich über mich. „Mein Vater haute einfach ab als ich sechs war. Er hatte wohl eine Andere gefunden und keine Lust mehr auf seine eigene Familie. Meine Mutter verließ ich in einem schlimmen Streit vor fünf Jahren. Meine Geschwister standen auf ihrer Seite ...naja... und so verlor ich den Kontakt zur Familie. Ich versuchte ein nettes Mädchen kennenzulernen, aber es ist zwecklos. Wissen Sie, diese ganze Scheiße, die ich mitgemacht habe. Ich… ich will jemanden haben, der mich lieb hat und nicht… Sie wissen schon.“ Die Frau nickte. „Wenn Sie möchten, können wir uns ja regelmäßig treffen und gemeinsam den Fluss entlang spazieren. Was meinen Sie?“ Wieder liefen die Tränen die Wangen herab. Mit einem Mal brach alles in mir zusammen und ich begann zu weinen. Ließ alles raus. Meine Stimme wurde wieder zittrig und extrem undeutlich. Ich hielt es kaum für möglich, dass sie meine weiteren Worte verstehen konnte. Doch sie tat es. „Bitte… bitte… umarmen sie mich.“ Ich hielt es für noch skurriler, dass sie es tatsächlich machte. Einen fremden Menschen. Liebevoll in den Arm nehmen. Ich wollte nicht mehr weg. Wollte, dass dieser Moment eine Ewigkeit anhielt. Ich klammerte meine Arme um sie und drücke sie an mich. Und dann. Dann drückte sie auch mich fest an sich. Erst jetzt wurde mir klar, dass sie das genauso brauchte wie ich. Ganz egal von wem. Einfach nur diese Nähe. Ich hatte sie nicht danach gefragt, aber mir wurde schlagartig klar, dass ihr Verhältnis zu ihrer Familie kein Liebevolles gewesen sein konnte. Ihr wurde ebenso wenig Zuneigung gegeben wie mir. Ja. Ich merkte es ihr jetzt an.

Ich sitze jetzt wieder auf meinem Fahrrad. Doch diesmal bin ich nicht auf dem Weg zur Empore, sondern auf dem Weg zu Natalie. Sie hatte mir am Ende unseres kleinen Treffens noch ihren Namen genannt und ich ihr meinen.

Ich habe angefangen über etwas nachzudenken. Es gibt so viele Menschen da draußen, die alleine sind. Viele davon sind alt und können nicht mehr aus dem Haus. Andere trauen sich wegen einer Behinderung nicht heraus. Wieder andere halten sich von anderen Menschen fern, weil sie Angst haben. Und noch andere sind von vielen Menschen umgeben, erfahren dort aber keinerlei Liebe, weil ihr Umfeld aus gefühlslosen Schweinen besteht. Ich glaube, all diese Menschen würden alles geben, um ein kleines bisschen Liebe zu erfahren. Ein warmes Lächeln, eine Umarmung, ein Küsschen. Wenn man es schaffen würde, diese Menschen zusammen zubringen, ihnen das Vertrauen zuzusprechen, sich gegenseitig Zuneigung zu spenden. Dann würde es so vielen Menschen so viel besser gehen. Ich denke, Natalie ist ein Mensch, der sich diese Gedanken tatsächlich zu Herzen genommen hat.
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Johnson




Alter: 20
Anmeldungsdatum: 10.07.2011
Beiträge: 103
Wohnort: Ruhrgebiet
BeitragVerfasst am: Do Jul 28, 2011 1:30    Titel: Antworten mit Zitat

Deine Geschichte hat mich zum Weinen gebracht - ich glaube, dass ist gut.
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Liro




Alter: 27
Anmeldungsdatum: 01.08.2010
Beiträge: 346
Wohnort: OWL
BeitragVerfasst am: Fr Jul 29, 2011 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

danke für deinen Kommentar
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