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Als Partner einer asexuellen Person
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Kummerkind




Alter: 45
Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 1
BeitragVerfasst am: So Jul 24, 2005 0:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

ich bin seit fast 6 Jahren verheiratet und wir haben ein entzückendes Kind. Von Anfang an war unser Sexual-Leben dezent und aus meiner Sicht damals ausbaufähig. Nach der Geburt unserer Tochter hatten wir eine anstrengende und für mich sehr aufreibende Zeit. Wir hatten kaum Möglichkeiten, unsere Zweisamkeit zu pflegen. Mit der Zeit war eine "Sex-Pause" von 2-3 Monaten normal und ich schob es auf den Umstand, eine zickige Anfänger-Mutter zu sein.

Die Pausen wurden jedoch länger, in den meisten Fällen war ich die jenige, die verführte. Der Sex war kurz und für mich oft nicht erfüllend. Lange Zeit habe ich darüber nicht gesprochen, habe die "Schuld" bei mir gesucht und mein Selbstwertgefühl war sehr angekratzt. Mit der Zeit versuchte ich, dieses Problem mit meinem Mann zu besprechen, wir kamen aber nie auf eine Lösung, die für mich die notwendige Erklärung gebracht hatte, warum ich für meinen Mann nicht begeherenswert bin.

Durch eine Freundin kam ich auf einen Artikel in einer Frauenzeitung, die das Thema Asexualität behandelt und auf die hiesige Web-Site. Wir hatten gerade wieder eine ziemliche ernste Auseinandersetzung bezüglich dieses Themas und mir fiel heute ein Stein vom Herzen, als ich von dieser Web-Site erfahren habe.

Mein Mann sagt, er liebt mich und das weis ich auch. Ich lieb ihn auch und er ist für mich einer der wichtigsten Menschen. Ich habe in diversen Beiträgen lesen können, das dies auch keine Ausnahme ist. Es fällt mir jetzt und heute ein wenig leichter zu verstehen. Was für mich nur ein ziemlich großes Problem ist, wie ich den Rest meines Lebens ohne/oder sehr sehr wenig Sex bewältigen kann.

Ich liebe meinen Mann und er ist das Beste, was mir (neben unserer Tochter natürlich) in meinem Leben begegnen konnte. Wir sind ein spitzen Team, die gleichen Ziele, den fast unschlagbaren Humor, sind uns in der Erziehung unseres Kindes einig, er ist ein perfekter "Kümmerer" und Versorger, er liest Wünsche von den Augen ab. Wir haben einfach viel Spaß miteinander. Ich werde von so vielen Freundinen beneidet, einen so perfekten Ehemann bekommen zu haben.

Wir haben nur kein Liebesleben und ich würde so gern alles dafür tun, es zu ändern. Er ist mittlerweile etwas mehr gesprächsbereit, es ändert aber nichts an der Tatsache, das er keine Notwendigkeit sieht, mit mir Sex zu haben und wenn, dann nur sehr halbherzig.

Mir ist mittlerweile bewußt, dass es ganz viele Menschen gibt, die keine Notwendigkeit in sexueller Hinsicht haben und ich als hier genannter "sexueller" meinen Platz finden muß. Ich möchte meinen Mann und meine Familie nicht aufgeben. Weil ich mich bis auf den einen Punkt sehr, sehr wohl fühle und mit keinem tauschen möchte. Aber ich brauche Hilfe in Sachen Verzicht auf Sex.

Als Frau und berufstätige Mutter hat man schon oft genug mit diversen Mißachtungen zu kämpfen und eine permanente sexuelle "Nichtbeachtung" von Seiten des Partners macht es nicht einfacher. Es hebt nicht wirklich des Selbstwertgefühl, vom Partner nicht begehrt zu werden. Ich brauche die Umarmung, die Zärtlichkeit, den Sex um mich wohl zu fühlen und - ganz wichtig, meinen Partner nahe zu fühlen.

Hat jemand eine Idee, wie ich eine Möglichkeit habe, mein Gleichgewicht zu finden?

Ganz klar - ich werde deswegen meinen Mann nicht verlassen. Jedenfalls ist das aus heutiger Sicht (noch)-unmöglich für mich. Das aber mein Sexual-Leben schon heute beendet sein soll, schnürt mit den Hals zu und ich bekomme Atemnot!
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clara





Anmeldungsdatum: 18.02.2006
Beiträge: 2
Wohnort: Dortmund
BeitragVerfasst am: So Aug 20, 2006 12:08    Titel: Meine Geschichte als sexuelle Partnerin (achtung: Lang!) Antworten mit Zitat

Hallo! Ich schaue mich schon länger auf dieser Seite um und versuche, Parallelen zu finden, die mir in meiner Situation weiterhelfen. Ich (38) bin Ehefrau eines asexuellen? (43). Ich wußte es vor der Hochzeit und da ich selber einen ausgeprägten Sinn für Sexualität habe, habe ich mir die Entscheidung, Ja zu sagen nicht leicht gemacht. Letztendlich habe ich mir überlegt, was die Basis für eine stabile Beziehung sein sollte. Und Sex ist es nicht. Der, so hört man ja auch immer von Paaren, die schon ein halbes Leben miteinander verheiratet sind, lässt mit der Zeit von selber nach. Die Dinge, die ich an meinem Mann habe, absolute Loyalität, Zuverlässigkeit, Humor etc sind weitaus wichtiger. Trotzdem hatte (und habe es immer noch zwischendurch) das Gefühl, ihm nicht zu genügen und das nagt immens am Selbstvertrauen.
Wir haben viel darüber geredet und ich suchte nach einer Erklärung, woran es liegen kann, schickte ihn zum Arzt, um einen Hormonspiegel machen zu lassen. Es hätte ja sein können, dass er auf Grund eines Mangels einfach keine Lust hat. Aber es war alles im normalen Bereich. Dem Kind wirklich einen Namen geben, können wir aber erst, nachdem ich in der Samstagsbeilage unserer Zeitung einen Artikel darüber gelesen habe und auf diese Seite gestoßen bin. Er hat sich hier auch mal umgesehen, aber da es für ihn (wie viele andere es auch schreiben) ja kein Problem ist, beschäftigt er sich auch nicht damit.

Ein Patentrezept für die "Betroffenen" gibt es, glaube ich, nicht. Dafür sind die handelnden Personen zu individuell. Ich habe mir meinen Weg gesucht, der auch nicht immer einfach ist, mich aber in die Situation versetzt, einerseits meinen Mann zu haben, den ich sehr liebe und andererseits mein Bedürfnisse zu leben. Ich habe mir einfach gesagt, dass, bei aller Liebe, mein Mann kein Recht hat, so weit über mein Leben zu bestimmen, dass ich auf die (für mich) Grundbedürfnisse verzichte und dabei emotional vor die Hunde gehe. Ich suchte schon vor der Ehe den Kontakt zu anderen Männern, nachdem mir klar wurde, dass er in diesem Punkt einfach anders "tickt". Wir hatten zu Beginn eigentlich sehr oft sex, aber nach ein paar Wochen ließ das sehr schnell nach und ich wollte vielleicht vorher ausprobieren, ob dieser Weg ein für mich gangbarer ist, ob ich das "unter einen Hut" kriege. Natürlich ist es irgendwann herausgekommen und ich habe ihm alles erzählt. Natürlich war er auch zunächst mal verletzt. Ich habe ihm erklärt, das es für mich einfach Überlebenswichtig ist.
Mittlerweile haben wir uns arrangiert und auch für diese Großzügigkeit liebe ich ihn, denn ich weiß: einfach ist es für ihn auch nicht. Wir reden offen darüber, denn er hat auch gesagt, dass er es wissen will, wenn ich einen Mann für diese gewissen Stunden kennengelernt habe. Eine Lüge würde ihn weitaus mehr verletzen. Das für mich komische an der Sache ist nur, dass er, plötzlich wieder sehr oft wollte, als ich mich beinahe ernsthaft in einen anderen verliebt hatte. Wir waren deswegen kurz nach der Hochzeit schon kurz vor der Trennung. Als klar war, dass wir uns nicht trennen, ließ das auch wieder nach. Von daher fällt es mir immer noch nicht wirklich leicht, ihn als Asexuell zu bezeichen und der Gedanke an den Hormonmangel schleicht sich ein. Ich suche mir aber seit dieser fast trennung lieber "vernachlässigte" Ehemänner, da dann die "Fronten" geklärt sind und die Gefahr verringert ist. :wink:
Ein für mich akutes Problem ist bei allem mein ebenso ausgeprägter Kinderwunsch. Es ist halt nicht einfach, Schwanger zu werden, wenn sich das "üben" auf 2 mal im Jahr reduziert. Und die Fragen von Verwandten und Freunden nach dem Motto "Wann ist es denn bei Euch so weit" kann ich auch nur mit einem "so Gott will" (und in Gedanken: und mein Mann) beantworten und habe jedes mal das Gefühl, ein Messer ins Herz zu bekommen. Auch darüber reden wir und ab und an kann er sich dann doch überwinden, mit mir zu schlafen, zumal in meinem Alter die Zeit langsam knapp wird. Aber das wäre ein richtiger Glückstreffer :o


Um mal langsam zum Schluss zu kommen: ich glaube, dass wir eine für uns gut umzusetzende Möglichkeit gefunden haben. Natürlich würde ich das, was ich mit anderen Männern erlebe, lieber mit dem Mann haben, den ich liebe. Aber man kann scheinbar nicht alles haben und da es uns ansonsten gut geht, lernen wir, damit zu leben.

Ich grüße alle, dennen es ähnlich geht, ob nun sexuell oder nicht (mir hat der Ausdruck: Heteroasexuell sehr gut gefallen) und hoffe, dass dieses Thema in der aufgeklärten Zeit, in der wir angeblich leben, langsam aus der Tabuzone kommt. Diese Seite ist ein guter Anfang!

Clara
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Rainer




Alter: 46
Anmeldungsdatum: 29.08.2007
Beiträge: 1
Wohnort: Schönenberg-Kübelberg
BeitragVerfasst am: Mi Aug 29, 2007 11:48    Titel: Gleichgesinnte gefunden Antworten mit Zitat

Zunächst einen schönen Gruß an alle.

Ich habe dieses Forum gesucht und gefunden, da ich zur Zeit das Problem habe mit einer asexuellen Partnerin zusammen zu leben. Wir sind jetzt seit 20 Jahren zusammen und haben zwei kleine Kinder. Wir verstehen uns als Paar eigentlich sehr gut und können auch über alles reden.

Jedoch seit der Geburt unserer Tochter vor 5 Jahren begann ein harter Weg für unsere Beziehung. Zärtlichkeiten und Küssen liesen nach ebenso wie der Rest. Gelegentlicher Sex hatte mehr den Anschein einer Pflichtveranstaltung. Heute ist bestenfalls eine Umarmung möglich.

Ich stelle fest, dass ich unter diesem Zustand sehr leide keine Zärtlichkeiten austauschen zu können. Das Gefühl geliebt zu werden verspüre ich nicht mehr. Nach eigenem Bekunden empfindet sie innige freundschaftliche Gefühle für mich, jedoch nicht mehr.

Wie voran schon beschrieben ist es sehr schwer den Menschen, den man so sehr liebt, nicht berühren und küssen zu können. Deshalb glaube ich keinen anderen Ausweg zu sehen, als eine räumliche Trennung zu realisieren. Doch seit wir darüber gesprochen haben und zaghafte Planungen unternommen werden, spüre ich wie es mir das Herz bricht nicht jeden Tag mit Ihr leben zu können.

Ein Teufelskreis ohne Aussicht auf Happy-End?!
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Julenka





Anmeldungsdatum: 10.11.2007
Beiträge: 10
BeitragVerfasst am: Sa Nov 10, 2007 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

Wie mir das guttut, eure Beiträge zu lesen! Nein, guttun stimmt nicht, es bringt mich zum Heulen... ich habe mich so lange so allein mit meinem Problem gefühlt. Schön, eure Beiträge zu lesen.

Seit fast 8 Jahren bin ich mit meiner Partnerin zusammen. Ich finde wir passen sehr gut zusammen, ich fühle mich warm und geborgen und aufgehoben und geliebt und liebe sie sehr.

Nur: ich sehne mich AUCH nach Sex, meine Partnerin nicht. Dies ist ein immerwährender Quell von Unzufriedenheit. Vor allem für mich, denn für sie ist es nur ein Problem, sobald ich es anspreche (auch wenn ich ihr immer wieder sage, dass es vom darüber schweigen nicht weggeht - dann kuckt sie immer ertappt).

Manchmal ist mir wirklich zum Schreien zumute. Mir ist noch keine Lösung eingefallen, die für mich lebbar wäre.

Selbstbefriedigung hat mit Sex mit einem anderen Menschen nur am Rande was zu tun, wie ich finde. Das Bedürfnis nach einem anderen Menschen, nach begehren und begehrt werden bleibt oder nimmt sogar zu, beschäftige ich mich mit mir selbst.
Ich fand auch schon andere Frauen anziehend, was augenblicklich ungute Gefühle in mir hervorrief. Ich bekomme dann immer eine Art Loyalitätskonflikt. Ich liebe meine Freundin ja und möchte sie nicht verlassen. Wenn ich nun eine andere Frau anziehend finde, wird dieses erotisierende Gefühl (für die andere Frau) so groß und überbordernd, dass das große, aber alltagstaugliche Gefühl für meine Freundin für mich dann nicht mehr spürbar ist. Das erschreckt mich so, dass ich die Anziehung einer Anderen nicht mehr genießen kann, geschweige denn, mit ihr ins Bett zu gehen. Kurz gesagt: ich eigne mich glaube ich nicht dazu, meine Sexualität ausserhalb der Beziehung auszuleben.

Ich lebe auch nicht gerne in Unzufriedenheit. Ich sehe gerne ein Ziel, wenn es auch noch so weit weg ist oder schwer zu erreichen, damit ich darauf zuarbeiten kann. Ein solches Ziel kann ich bei diesem Problem nicht erkennen. Es gibt keine Lösung, und das finde ich furchtbar.

Ich werde mich mit einer der möglichen unangenehmen Lösungen abfinden müssen...
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koschka





Anmeldungsdatum: 03.10.2005
Beiträge: 46
BeitragVerfasst am: Mo Nov 26, 2007 17:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ich möchte kurz mal ein Feedback aus einer anderen Richtung einstreuen, denn ich befinde mich zwar nicht in Eurer Situation - habe Eure Beiträge aber sehr aufmerksam gelesen, um ein bisschen mehr Verständnis für dieses Thema zu bekommen. Soweit das möglich ist. Zum Glück hat mein Partner sich, auch nach einem Gespräch darüber, komplett auf mein fehlendes Interesse an Sex einstellen können, obwohl er viel Spaß daran hätte. Aber ihm fehlt auch nichts, wenn er ihn nicht hat - der Glückliche! Das entlastet mich natürlich sehr. Ansonsten hätte ich wohl, wie etliche von Euch hier, auch echte Schuldgefühle, ihm etwas Grundlegendes vorzuenthalten... Da kann ich nur froh sein, dass die Beziehung früher zu meinem Ex aus anderen Gründen in die Brüche gegangen ist, denn Sex war für ihn immens wichtig... Mir fällt auf, dass ansonsten Eure Beziehungen geradezu perfekt zu sein scheinen, die Wellenlänge stimmt, der Humor ist da, der Partner ist sozusagen der beste Freund... - was für eine extrem schwierige Situation!!
Ich wünsch` Euch von Herzen ganz viel Kraft und alles Liebe!
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flora




Alter: 48
Anmeldungsdatum: 02.11.2007
Beiträge: 14
BeitragVerfasst am: So Jan 06, 2008 0:32    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin seit gut 17 Jahren mit meinem Mann zusammen (morgen sind wir 13 Jahre verheiratet). Er hat das Bedürfnis nach Sexualität, ich nicht. Früher dachte ich, bei mir sei was nicht in Ordnung und ich müsse das ändern, also haben wir eine Sexual-Therapie nach Masters und Johnson gemacht.

Kurz erläutert, bei dieser Therapie nähern sich die Partner nach genauen Regeln an und tun nur genau das, was vorher besprochen und vereinbart wurde. Das fängt ganz "einfach" an, mit Streicheln am Rücken z.B. und wird dann von Woche zu Woche gesteigert, bis man sich schließlich mehr oder weniger bekleidet im Bett findet und alles "darf", bloß keinen Geschlechtsverkehr.

Ziel dieser Therapie war es, durch diese verabredete "Sicherheit" etwaige Hemmschwellen abzubauen, so dass zum Schluss beide Partner nicht mehr anders können, als übereinander herzufallen.

Öhm. wie ihr euch denken könnt, hat das bei uns nicht geklappt...

Natürlich hat mein Mann auch das Bedürfnis nach körperlichem Austausch und weil er das, sowie ein paar für ihn wichtige Gefühle, die bei mir aber nicht "in der Software" dabei sind (bin Asperger-Autistin), ist er vor einem Jahr ausgezogen, um herauszufinden, was er wirklich braucht und was ihm wichtig ist im Leben.

Er hatte eine Freundin, mit der er auch sexuellen Kontakt hatte (War ich froh, dass er's noch konnte. Das hätte ich nicht verantworten wollen.) Inzwischen hat er aber gespürt, dass für ihn das Zusammenleben mit den Kindern und mir wichtiger ist. Und nun basteln wir an den Möglichkeiten, vielleicht doch wieder gemeinsam zu leben.

Obwohl ich sehr froh bin, dass er mich so akzeptiert wie ich bin, habe ich doch Schuldgefühle, weil ich ihn eben in diesem einen Punkt nie glücklich machen kann. Sich Sex außerhalb einer (unserer) Beziehung zu holen, dafür ist er nicht der Typ. Der kann's nur mit echten Gefühlen, was es für ihn natürlich noch schwerer macht. Ein echtes Dilemma.
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redsnow




Alter: 29
Anmeldungsdatum: 07.03.2008
Beiträge: 35
Wohnort: Hessen
BeitragVerfasst am: Fr März 07, 2008 9:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen!
Schön, dieses Forum und diesen Thread gefunden zu haben, denn ich habe da ein ganz ähnliches "Problem". Meine Freundin ist asexuall, was sich darin äußert, dass wir nur extrem selten miteinander schlafen (so in etwa alle 3-4 Monate). Wir sind jetzt fast zwei Jahre zusammen und ich liebe sie wirklich über alles. Sie ist die Frau meines Lebens und ich bin wirklich froh dass ich sie habe. Doch leider kommt es gerade bei mir oft zu Stimmungsschwankungen und Minderwertigkeitsgefühlen, was natürlich auch unsere ganze Beziehung belastet. Ich führe es darauf zurück, dass ich teilweise Phasen habe, in denen ich mir nichts sehnlicher wünsche als mit meiner Freundin zu schlafen. Aus Rücksicht auf sie halte ich mich aber zurück und will sie nicht bedrängen. Schließlich ist das Letzte das ich wollen kann, dass sie gegen ihren Willen mit mir schläft!
Ich kann nicht abstreiten, dass mir diese Intimität fehlt und es mich phasenweise richtig runterzieht, dass ich ihr nicht so nahe kommen kann, wie ich es möchte.
Ich habe im ersten Post dieses Threads gelesen, dass sich derjenige inzwischen fühlt wie ein "notgeiler Triebtäter". Das kann ich sehr gut verstehen, denn so ähnliche fühle ich mich auch manchmal. Ich fühle mich unwohl bei dem Gedanken, dass der Sex mein Leben so sehr beherrscht, dass es immer wieder zu solchen melancholischen oder schon fast depressiven Phasen bei mir kommt. Mit meiner Freundin kann ich nur schwer darüber reden, denn ihre Antwort ist meist, dass ich nicht schon wieder damit anfangen solle. Sie sagt, sie hätte Spaß an dem Sex mit mir, sie hätte eben nur so gut wie nie das Bedürfnis danach.
Momentan geht es mir deswegen wieder ziemlich schlecht. Wir haben uns gestern abend noch am Telefon gestritten. Zwar ging es nicht direkt darum, aber es meiner Sicht war es nur eine Folge daraus.
Manchmal weiß ich nicht weiter und bin mir unsicher wie ich überhaupt mit ihr umgehen soll. Aber ich weiß, dass unsere Liebe stärker ist als so etwas unwichtiges wie Sex. Nur hoffe ich, dass mein Körper das irgendwann auch verstehen wird und mir die Möglichkeit gibt mich nicht so zu fühlen als wäre ich nur ein weiterer schwanzgesteuerter Mann auf dieser Welt...
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hep




Alter: 43
Anmeldungsdatum: 06.01.2008
Beiträge: 6
Wohnort: Wien
BeitragVerfasst am: Sa März 08, 2008 9:09    Titel: Antworten mit Zitat

redsnow hat folgendes geschrieben:
... Aber ich weiß, dass unsere Liebe stärker ist als so etwas unwichtiges wie Sex. Nur hoffe ich, dass mein Körper das irgendwann auch verstehen wird und mir die Möglichkeit gibt mich nicht so zu fühlen als wäre ich nur ein weiterer schwanzgesteuerter Mann auf dieser Welt...


Ich bin ein sexueller Mann 38, der seit 16 Jahren mit einer vermutlich asexuellen Frau zusammen lebt.
Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass der Sex, der dir wichtig ist, nie unwichtig wird. Habe ich ebensooft versucht abzugewöhnen, wie das Rauchen.
Früher habe ich genauso gedacht wie du, aber heute in der Früh, nach einem weiteren frustrierenden Abend, habe ich die Vergangenheit Revue passieren lassen und es kam mir erstmals der Gedanke, ob ich mich damals nicht falsch verhalten habe. Damals schien mir die Notbremse Trennung unmöglich. Ich liebte sie doch, und Probleme konnte man doch gemeinsam meistern. Ich müsste nur mehr Rücksicht nehmen...
Heute sehe ich mich in einer Sackgasse und finde keine Lösung für ein befriedigendes Zusammenleben - die Notbremse ist aber heute ungleich schwieriger (Kinder, Wohnungskredit, ...)
Also analysiere deine Lage genau, redsnow, und überlege, ob du das durchhältst!
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redsnow




Alter: 29
Anmeldungsdatum: 07.03.2008
Beiträge: 35
Wohnort: Hessen
BeitragVerfasst am: Mo März 10, 2008 9:15    Titel: Antworten mit Zitat

Momentan fühle ich mich stark genug dazu. Wie es in ein paar Jahren aussieht, kann ich natürlich nicht sagen, aber zur Zeit wünsche ich mir, dass wir es schaffen und vor allem, dass ich es schaffe.
Ich fühle mich einfach schlecht dabei, dass Sex für mich eine so wichtige Rolle spielt. Aber es wird besser und ich merke, dass mir andere Dinge auch sehr viel geben können. Hoffen wir also das Beste...
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flora




Alter: 48
Anmeldungsdatum: 02.11.2007
Beiträge: 14
BeitragVerfasst am: Mo März 10, 2008 16:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo redsnow,

das stelle ich mir schlimm vor, ein schlechtes Gewissen zu haben, bloß weil Sex für dich wichtig ist (und wahrscheinlich umso wichtiger wird, je mehr du ihn dir versagst).
Habt ihr darüber schonmal geredet, deine Freundin und du? Fände ich wichtig.

Ich bin eher in der Situation deiner Freundin und fühlte mich mein ganzes Leben lang schlecht, weil Sex für mich keine Rolle spielt, weil ich fast immer NEIN gesagt habe, weil ich meinem Freund/Mann diesen Wunsch nicht erfüllen konnte, weil ich dachte, "nicht richtig" zu sein.

Wir haben uns nie darüber ausgetauscht, wie wir uns deswegen fühlen und das finde ich rückblickend sehr schade.

Dies nur als kleinen Denkanstoß.

Viele Grüße
flora
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redsnow




Alter: 29
Anmeldungsdatum: 07.03.2008
Beiträge: 35
Wohnort: Hessen
BeitragVerfasst am: Mi März 12, 2008 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Flora!

Wir haben schon einige Male darüber gesprochen. Manchmal ging es gar nicht und sie hat mir nur zu erkennen gegeben dass es ihr unangenehm ist darüber zu sprechen. Aber ein paar Male ging es richtig gut und sie war sichtlich traurig darüber, dass Sex für sie so gar nichts bedeutet. Es tat ihr wirklich leid, aber niemand kann etwas für seine Triebe oder eben seine Nicht-Triebe. Sie hat mich gefragt ob sie es tun soll und es nur für mich machen soll, aber das ist so ziemlich das Letzte was ich möchte. Ich will nicht mit jemandem schlafen, dem es nichts bedeutet oder der kein Verlangen danach hat. Dann kann ich ja gleich in den Puff gehen! Jedenfalls widerstrebt mir der Gedanke total mit ihr zu schlafen, ohne dass sie es wirklich möchte. Wenn sie keinen Spaß beim Sex hat, dann kann er für mich auch nicht schön sein, so bin ich nunmal... Dann verzichte ich lieber ganz darauf, auch wenn es manchmal so verdammt schwer ist!
Und auch wenn ich eigentlich weiß, dass mein Sexualtrieb etwas ganz normales ist und eher sie diejenige ist, die "anders" ist, so fühle ich mich trotzdem schlecht, jedes Mal wenn mir etwas sexuelles durch den Kopf schießt. Ich kann noch nicht mal sagen warum, aber ich fühle mich dann einfach irgendwie primitiv...
Es gibt Phasen, da würde ich sehr viel dafür tun einfach nur mal wieder Sex haben zu können, gerade ist wieder so eine...
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flora




Alter: 48
Anmeldungsdatum: 02.11.2007
Beiträge: 14
BeitragVerfasst am: Mi März 12, 2008 20:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo redsnow,

das ist wirklich eine schlimme Situation, weil es für keine der beiden Seiten zufriedenstellende Lösung geben kann. Und noch mehr belasten dann die zusätzlichen Schuldgefühle, die jeder wegen seiner vorhandenen oder nicht vorhandenen Sexualität hat.

Aber gut ist, dass ihr, zumindest manchmal, darüber reden könnt.
Vielleicht kriegt ihr es ja irgendwie hin...

Liebe Grüße
flora
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redsnow




Alter: 29
Anmeldungsdatum: 07.03.2008
Beiträge: 35
Wohnort: Hessen
BeitragVerfasst am: Mi März 12, 2008 21:46    Titel: Antworten mit Zitat

Momentan habe ich wie gesagt keine Zweifel daran, dass wir es hinbekommen. Aber ich kann denjenigen der den Thread eröffnet hat einfach gut verstehen, wenn er sagt, dass er sich manchmal wie ein Triebtäter vorkommt. Aber so ist es nunmal und ich möchte versuchen damit zu leben. Eben weil ich meine Partnerin über alles liebe und alles dafür tun mag, dass es uns beiden gut geht. Denn wir hatten schon sehr sehr tolle Zeiten, wesentlich tollere als in meiner letzten (sexuellen) Beziehung!
Immer noch habe ich die Hoffnung, dass es sich mal ändern wird und ich zumindest ab und an mal "zum Zug" komme, aber ganz sicher nicht gegen ihren Willen, dann besser gar nicht!
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hep




Alter: 43
Anmeldungsdatum: 06.01.2008
Beiträge: 6
Wohnort: Wien
BeitragVerfasst am: Mo März 17, 2008 9:45    Titel: Antworten mit Zitat

Gegen ihren Willen, oder nur weil sie es aus Mitleid tut, bringt - wie du richtig erkennst - gar nichts. Außer dass du dich selbst nachher total mies fühlst.
Mit anderen Frauen Sex zu erleben kommt für dich in so einer jungen Beziehung vermutlich nicht in Frage. Ich hingegen überlege immer öfter, ob das nicht die Lösung wäre. Question
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flora




Alter: 48
Anmeldungsdatum: 02.11.2007
Beiträge: 14
BeitragVerfasst am: Mo März 17, 2008 12:56    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn sich der Meinige so entscheiden würde, dann würde ich damit klarkommen. Schließlich ist das nicht mein Bereich, ich gehe ja auch nciht mit Fußballspielen. Und ich wäre diese Schuldgefühle los, dass er sich den Sex meinetwegen vesagt.

Das Blöde ist halt, dass dann doch meist mehr ist als Sex, er jedenfalls kann das nicht allein auf den körperlichen Akt reduzieren.
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