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Wie komme ich am besten damit zurecht?
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bluerose1980





Anmeldungsdatum: 08.04.2005
Beiträge: 7
Wohnort: Sachsen
BeitragVerfasst am: Fr Apr 08, 2005 13:02    Titel: Wie komme ich am besten damit zurecht? Antworten mit Zitat

Ich selbst bin nicht betroffen, aber mein Partner. Er ist 28 Jahre und sein sexuelles Verlangen war schon immer nicht so ausgeprägt. 2001 bekam er dann Hodenkrebs, welcher eigentlich erfolgreich behandelt wurde. Auch danach hatte er noch Verlangen, welches aber immer weniger wurde. Nun ist es seit einer langen Zeit so, dass er absolut nichts mehr spürt. Wir reden viel darüber und er macht sich auch richtig Gedanken. Es flammt mal kurz eine Lust bei ihm auf, die aber innerhalb von einer Minute wieder vorbei ist. Ich weiß, dass es nicht an mir liegt. Er sieht sich ja auch nicht nach etwas anderem um. Aber manchmal überkommen mich Selbstzweifel. Wir sind schon so lange zusammen und ich will ihn wegen so etwas auf keinen Fall aufgeben. Wie bekomme ich mein Verlangen in den Griff oder wie kann ich damit besser umgehen. Ich bin wirklich verzweifelt und suche auf diesem Wege Rat.
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anya




Alter: 33
Anmeldungsdatum: 20.02.2005
Beiträge: 2840
Wohnort: bamberg
BeitragVerfasst am: Fr Apr 08, 2005 16:52    Titel: Antworten mit Zitat

Jambo bluerose,

hmm....es sieht für mich so aus, als hätte dein Freund nach wie vor - wie ähnlich schreibst - sexuelles Verlangen und es scheint weiter vielleicht mit der OP und der erfolgten Krebsbehandlung zusammen zu hängen, dass seine Lust mehr oder weniger verschwunden ist.

Wie wäre es, wenn ihr beide weitere ärztliche Meinungen dazu einholt? Was habt ihr diesbezüglich schon getan? Wie du dein Verlangen in den Griff bekommst? Hmm...ich denke, dass deine GEdanken hier eine sehr wichtige Rolle spielen. Du kannst dich mit diesen selbst und deine Körperfunktionen selbst programmieren. Ob dies für dich der richtige WEg ist, kann ich aus der Ferne niemals beurteilen. Das kannst nur du selbst.

Welcher Meinung seid ihr anderen hier?
Dir viel Kraft und Lichtgrüße von
cassiopeia
_________________
~ wie spät ist es? JETZT! - wo bin ich? HIER! - wer/was bin ich? DIESER MOMENT! ~
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anya




Alter: 33
Anmeldungsdatum: 20.02.2005
Beiträge: 2840
Wohnort: bamberg
BeitragVerfasst am: Fr Apr 08, 2005 16:56    Titel: Antworten mit Zitat

....@bluerose: Kennt ihr bzw. dein Freund den Krebskompass?

LG
cassiopeia
_________________
~ wie spät ist es? JETZT! - wo bin ich? HIER! - wer/was bin ich? DIESER MOMENT! ~
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bluerose1980





Anmeldungsdatum: 08.04.2005
Beiträge: 7
Wohnort: Sachsen
BeitragVerfasst am: Fr Apr 08, 2005 18:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Cassiopeia,

nein den Krebskompass kenne ich nicht.
Und mein Freund will absolut nicht zu Ärzten und sich über sein "Problem" unterhalten. Er hat damals nach der Chemo auch gesagt, er würde sich jetzt irgendwann teste lassen, ob er noch zeugungsfähig ist. Und 3 Jahre später hat er mir eröffnet, dass er dies nicht vor hat, sondern das immer nur gesagt hat, um mich zu beruhigen bzw. "hinzuhalten".
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xaida




Alter: 36
Anmeldungsdatum: 18.01.2005
Beiträge: 1599
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: Fr Apr 08, 2005 20:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo bluerose! Und herzlich willkommen im Forum Kuchen

Ich fürchte, ich kann Dir nicht besonders viel weiterhelfen, was die Frage angeht, wie man seinen Sexualtrieb am besten "in den Griff" bekommt. Ich wüsste gern einmal, ob damit überhaupt hier jemand Erfahrung hat...

Aber es ist sehr schön, dass Du auf Eurem Weg nicht allein bist, egal, wo er hinführt, und ihr eine gute Kommunikation habt, die hoffentlich auch die letzten Selbstzweifel ausräumt. Das ist wirklich ein Problem, dass ihr nur beide zusammen angehen könnt.

Wenn Dein Freund wirklich asexuell ist, habt Ihr es sicher nicht leichter als Beziehungen zwischen zwei anderen sexuellen Orientierungen. Dass der eine ganz auf die Auslebung sexueller Wünsche verzichtet ist sicher ein ebenso grosses Opfer, wie das der andere gegen seinen Wunsch Sex hat. Es ist sicher keine Schande, wenn es deswegen einfach nicht klappt. Habt Ihr darüber gesprochen, welche Grenzen er bzw. Du sehen würdet, wenn Ihr Kompromisse eingehen würdet? Vielleicht kann er ja weitestgehend auf Deine Wünsche eingehen, ohne gleich selbst Sex haben zu müssen? Geht er körperlicher Nähe ganz aus dem Weg oder könntest Du Dir auch vorstellen, die letzten Schritte dann selbst zu gehen? Es gibt auch Menschen, die keine Eifersucht empfinden. Diese können dann ihrem Partner die Möglichkeit bieten, seine sexuellen Wünsche mit jemandem anders auszuleben. Es gibt so viele Wege, die man einmal besprechen kann, wenn beide es als gemeinsames Problem sehen.

Und dann will ich auch noch einmal unterstreichen, was cassiopeia gesagt hat - vielleicht können Euch Ärzte noch Optionen nennen, die bedenkenswert wären. Wenn er unter der Situation ebenso leidet wie Du, vielleicht könnte er sich dann vorstellen, über eine ärztliche Behandlung nachzudenken. Natürlich denke ich nicht, dass Asexuelle Hilfe brauchen, um dann mit aller Gewalt doch einen Sexualtrieb zu entwickeln, aber vielleicht wäre es für ihn speziell denkbar, eine medizinische Therapie in dieser Richtung zu beginnen. Ich kenne ihn ja nicht Wink

Dass er Dir allerdings drei Jahre lang etwas vorgemacht hat, indem er Dir sagte, er würde sich untersuchen lassen, wäre allerdings für mich ein grosser Vertrauensbruch. Hat er so etwas denn wirklich nötig?! Sad
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bluerose1980





Anmeldungsdatum: 08.04.2005
Beiträge: 7
Wohnort: Sachsen
BeitragVerfasst am: Sa Apr 09, 2005 7:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Xaida,

ich weiß, dass ich letztendlich selbst damit klar kommen bzw. meinen Weg finden muss.
Meistens denke ich auch, dass meine Liebe zu ihm so groß ist, dass ich ohne Sex leben kann. Am Anfang unserer Beziehung haben wir zwar nicht ganz so oft, aber regelmäßig zusammen geschlafen. Und ich muss sagen, mit den Jahren hat auch mein sexuelles Verlangen abgenommen bzw. versuche ich gar nicht so oft dran zu denken.
Er wird bestimmt nicht zum Arzt gehen, um sich mal jemanden mitzuteilen. Es gibt Momente, da hat er mich als unnormal hingestellt, weil ich gern mit ihm schlafen wollte.
Und eine "offene" Beziehung möchte ich nicht, da ich weiß, wie weh es ihm tut.
Es ist aber gut es mal jemanden mitteilen zu können. Ich würde nicht einmal mit meiner besten Freundin darüber reden.
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Tobias
abgemeldet




Anmeldungsdatum: 07.02.2005
Beiträge: 430
BeitragVerfasst am: Sa Apr 09, 2005 15:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo bluerose Smile,

ich kenne mittlerweile zwei ähnlich gelagerte Fälle und beide endeten nicht besonders glücklich. In dem einen Fall lebte ein entfernter Bekannter von mir mit einer Frau zusammen. Die selben Symptome halt, sie wollte, er nicht. Er zog lieber mit seinen Freunden um die Häuser. Sie hat dieses Spiel jahrelang mitgemacht und irgendwann hatte sie ihn dann so genervt, das neun Monate später tatsächlich ein Kind geboren wurde. Dieses Kind kann die Mutter allerdings alleine grossziehen, denn er hat sich daraufhin völlig von ihr zurückgezogen.
Der andere Fall liegt ganz ähnlich...
Zitat:
Und mein Freund will absolut nicht zu Ärzten und sich über sein "Problem" unterhalten.

Weil er kein Problem damit hat.
Zitat:
....Und 3 Jahre später hat er mir eröffnet, dass er dies nicht vor hat, sondern das immer nur gesagt hat, um mich zu beruhigen bzw. "hinzuhalten".
Ich will hier nicht um den heissen Brei reden, das liegt mir überhaupt nicht. Wenn eure Beziehung nicht mehr funktioniert, dann mache einen Schlusstrich. Denke aber bitte nicht darüber nach, wie du deine Sexualität einschränken könntest, das wäre meiner Meinung nach völlig falsch. Es gibt auch noch andere Männer.... Klar, meine Meinung.. Wink

Tobias
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bluerose1980





Anmeldungsdatum: 08.04.2005
Beiträge: 7
Wohnort: Sachsen
BeitragVerfasst am: So Apr 10, 2005 0:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tobias,

danke für deine Ehrlichkeit.
Bei mir ist es immer noch so, dass ich meinen Freund über alles liebe und ihn auch wirklich nicht bedrängen will. Meistens gelingt mir das auch und ich komme auch damit zurecht.
Aber manchmal gibt es Momente, wo das mir alles fehlt, wenn du weißt, was ich meine.
Und das mit dem "Hinhalten" war sicher falsch ausgedrückt. In dem Moment damals hatte ich es nur so empfunden. Ich verstehe ihn, er macht sich ja auch Gedanken wegen mir und so.
Aber wenn ich ehrlich bin, wenn eine Beziehung nicht funktioniert, nur weil einer von beiden ein nicht so großes sexuelles Verlangen hat, dann ist es mit der Liebe nicht weit her. Und ich liebe ihn, aber manchmal rede ich mir selber ein, dassich Probleme damit habe. Denke ich jedenfalls.

Bluerose
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xaida




Alter: 36
Anmeldungsdatum: 18.01.2005
Beiträge: 1599
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: So Apr 10, 2005 0:32    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin wirklich nicht besonders versiert in Beziehungen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass neben verschieden ausgeprägten individuellen Sexualtrieben auch die Wichtigkeit der Rolle von Sexualität in einer Liebe unterschiedlich ist. Dass für manche vielleicht Sex/kein Sex das Sahnehäubchen ist, für andere eine stützende Säule und für wieder andere Beziehungen das Fundament. Das heisst nicht, das bei ersteren die Liebe grösser ist als bei letzteren, Sex spielt nur eine andere Rolle darin. Wenn Du gut damit zurecht kommst, ihm zuliebe, auf die Erfüllung sexueller Wünsche zu verzichten, dann gratuliere ich Dir dazu Smile Ich könnte für meinen Partner nicht das gleiche tun (dh. ihm zuliebe Sex haben). Das stelle ich mir unglaublich schwierig vor.

Nur finde ich, dass Du nicht allein stehen solltest, in den Moment, wo es Dir fehlt. Sicher muss man in einer Beziehung auf allen möglichen Ebenen Kompromisse finden. Auch auf sexueller Ebene ist es wohl sehr selten, dass die Partner genau gleich starke sexuelle Bedürfnisse haben. Und ich wollte nur, dass Du weisst, dass Du das gleiche Recht auf eine sexuelle Beziehung hast, wie er auf eine asexuelle, und wenn Du ihm zuliebe darauf verzichtest, zumindest viel Unterstützung von ihm bekommen solltest. Aber sicher bekommst Du das Smile
Over. Asexuelle Beziehungsberaterin mit praktisch keiner praktischen Erfahrung hat gesprochen Smile
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bluerose1980





Anmeldungsdatum: 08.04.2005
Beiträge: 7
Wohnort: Sachsen
BeitragVerfasst am: So Apr 10, 2005 8:27    Titel: Antworten mit Zitat

Ich muss sagen, seit ich hier niederschreiben kann, was mich bedrückt, geht es mir besser. Ich sehe, dass mein Freund nicht der Einzige ist, was bis vor einer Woche noch der Fall war. Und das hilft ungemein. Man macht sich ja Gedanken, ob er irgendwie nciht in Ordung ist oder so. Aber jetzt, da ich weiß, dass es viele Menschen gibt, denen es genauso geht, wird es sicher einfacher.
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Tobias
abgemeldet




Anmeldungsdatum: 07.02.2005
Beiträge: 430
BeitragVerfasst am: So Apr 10, 2005 8:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo bluerose Smile,
Zitat:
Aber manchmal gibt es Momente, wo das mir alles fehlt, wenn du weißt, was ich meine.

Hmm, schon klar. Ich denke, diese Momente werden immer wieder kommen, es gibt keine Lösung oder ein Hoffen auf Besserung. Das wird nicht vorbeigehen, jedenfalls nicht ohne drastische Massnahmen. Und auf Medikamente, die den Trieb unterdrücken zurückzugreifen, also ich weiss nicht... So weit darf keine Liebe gehen?!
Zitat:
....dass ich meinen Freund über alles liebe und ihn auch wirklich nicht bedrängen will.
Du willst ihn nicht bedrängen tust es aber dennoch, zumindest gelegentlich. Tust du es nicht, fühlst du dich nicht wohl, ein echtes Dilemma.
Zitat:
Ich verstehe ihn, er macht sich ja auch Gedanken wegen mir und so.
Ich kann dir aus der anderen Perspektive erzählen. Ich war lange mit meinem Freund zusammen, sehr lange. Und ich habe mir Gedanken gemacht, was für welche! Du hast Stress, das wird schon, vielleicht morgen, was weiss ich. Es war eine schöne Zeit, bis auf jene Momente wo er es wollte... Das war alles andere als schön für mich und: Letztendlich ist es aus und vorbei, auch wenn wir immer noch Freunde sind Smile und er es immer noch nicht begreifen kann. Confused Er denkt immer noch, das wird schon...
Zitat:
Aber wenn ich ehrlich bin, wenn eine Beziehung nicht funktioniert, nur weil einer von beiden ein nicht so großes sexuelles Verlangen hat, dann ist es mit der Liebe nicht weit her.
Holla! Very Happy Möchtest du dir jetzt den ultimativen Liebesbeweiss stellen? Oder verstehe ich dich jetzt falsch? Würdest du dich als schlecht oder als nicht liebenswürdig/fähig ansehen, wenn diese Beziehung auseinandergeht? Ich denke nein.
Zitat:
Und ich liebe ihn, aber manchmal rede ich mir selber ein, dassich Probleme damit habe. Denke ich jedenfalls.

Du hast keine Probleme ausser jenes, das du dich an eine Sache klammerst, die vielleicht aussichtslos ist? Hmm... Ich will jetzt nichts falsches sagen, schon klar.... Konfrontiere ihn doch einfach mal mit dem Thema Asexualität... ganz in Ruhe, eilt ja nicht. Wink
Zitat:
Und eine "offene" Beziehung möchte ich nicht, da ich weiß, wie weh es ihm tut.
Ja, das würde ihm wehtun! Crying or Very sad Ich weiss genau, wie sich das anfühlt, meiner sagte ja auch gelegentlich, oh, ich würde ja gerne mal, aber nur, wenn du einverstanden bist! Ich war damals nicht so recht einverstanden gewesen, hey, was hätte ich ohne ihn denn machen sollen, hätte er sich neu verliebt und mich verlassen?! Ich wäre dann ja ganz alleine gewesen wobei ich doch froh war, das er selber nur sehr wenig Sex brauchte und das wenige wollte ich ertragen, hoffte stets auf Besserung. Ich hatte Angst, nie wieder einen neuen Partner zu finden, denn für Schwule dreht sich ja nun mal alles um Sex.... Dennoch: es gab damals ja noch nicht dieses Forum! Gell? Wink

Tobias
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bluerose1980





Anmeldungsdatum: 08.04.2005
Beiträge: 7
Wohnort: Sachsen
BeitragVerfasst am: So Apr 10, 2005 8:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tobias,

das mit dem Liebesbeweis ist eigentlich voll auf den Punkt getroffen.

Da gibt eine Geschichte. Mein Vater ist mit fast 30 Jahren so mit Medikamenten vollgepumpt gewesen, dass er nicht mehr wollte und konnte. Er hatte Depressionen und einen Selbstmordversuch hinter sich. Da kam er in die Nervenheilanstalt. Als er wieder entlassen wurde hat er jeden Tag irgendwelche Spritzen bekommen, um seine " Traurigkeit" zu unterdrücken. Aber das Sexleben hat eben nicht mehr funktioniert.

Er sagte zu meiner Mutter, dass sie sich scheiden lassen soll, weil er kein richtiger Mann mehr ist. Und sie noch zu jung wäre, um ihr Leben so zu verschenken. Meine Mutter hat ihn verlassen. Sie waren zwar noch Freunde, nur hat mein Vater miterlebt, wie sie einen neuen Mann bei sich einziehen ließ, weil wir im selben Haus wohnten. Mit all ihren Problemen ging sie zu meinem Vater. Zwei Jahre später hat er sich aufgehangen und ich hab ihn gefunden.

Verstehst du, warum ich wegen so einem " Scheiß" keine Beziehung aufgeben will? Ich will meine Sorgen und Ängste nur jemanden mitteilen, und durch dieses Forum belaste ich meinen Freund nicht auch noch zusätzlich. Denn es muss ja jeder erstmal für sich mit der Problematik klar kommen, bevor man Lösungen findet.

Und mein Freund ist nicht so ein Typ, der Probleme " zerredet", wie ich es manchmal tue.

Bluerose
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MBPunkt




Alter: 61
Anmeldungsdatum: 13.02.2005
Beiträge: 332
BeitragVerfasst am: So Apr 10, 2005 9:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo bluerose, hallo @all,

als bluerose bei ihrer Vorstellung vom Tumorleiden ihres Freundes sprach, schluckte ich schon ziemlich.

Wenn Sie jetzt noch weiter von ihren Erlebnissen mit dem Vater erzählt, dann finde ich das ziemlich entsetzlich, und ich frage mich, warum eigentlich manche Menschen -speziell auch in ihrer Rolle als Angehörige- so viel mitmachen müssen?

Da gibt es andere, und ich gehöre unverschämterweise dazu, die in ihrem Leben noch nicht einen einzigen Schicksalsschlag haben hinnehmen müssen.

bluerose wollte ich eine Frage stellen, die hier im Forum schon häufiger gestellt wurde: wäre es ein gangbarer Weg wenn auch dein Freund sich hier im Forum einmal in aller Ruhe umschauen würde?

Gruß, Manfred
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Tobias
abgemeldet




Anmeldungsdatum: 07.02.2005
Beiträge: 430
BeitragVerfasst am: So Apr 10, 2005 12:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

cassiopeia sagte:
Zitat:
Hmm...ich denke, dass deine GEdanken hier eine sehr wichtige Rolle spielen. Du kannst dich mit diesen selbst und deine Körperfunktionen selbst programmieren.
Wenn das mal so einfach wäre... Nein, ich denke, das führt auf Abwege? Ich versuche, mir gewisse autoerotische Handlungen abzugewöhnen, es gelingt mir nicht. Wozu auch. Macht mir doch Spass... upps Very Happy .
Xaida sagte:
Zitat:
Wenn Dein Freund wirklich asexuell ist, habt Ihr es sicher nicht leichter als Beziehungen zwischen zwei anderen sexuellen Orientierungen.
Ich meine, jedes noch so geartete Problem zwischen zwei sexuellen Menschen ist gar nichts dagegen denn: es ist lösbar! Bei asexuell/sexuell kommt etwas zusammen, was nur scheinbar passt? Bin ich mir fast sicher... Rolling Eyes Question
Und:
Zitat:
Natürlich denke ich nicht, dass Asexuelle Hilfe brauchen, um dann mit aller Gewalt doch einen Sexualtrieb zu entwickeln.

bluerose sagte:
Zitat:
Meine Mutter hat ihn verlassen.
Mit den erwähnten Konsequenzen. Mein Beileid. Du darfst ihn (noch) nicht verlassen, denn er steht meines Erachtens im Regen und darf einfach nicht verlassen werden.
Zitat:
Verstehst du, warum ich wegen so einem " Scheiß" keine Beziehung aufgeben will?
Jein. Das ganze ist eine Gradwanderung, was soll man da machen. Was man meines Erachtens nicht machen sollte, ist Schweigen und Gucken und wird schon. Confused Aber das tust du ja nicht, bist ja schon auf dem Weg. Lieber einmal, zweimal, tausendmal in eine Sackgasse rein und wieder raus als da zu stehen und mulmig sein. Schöne, bequeme Lösungen gibt es nicht. Das ganze ist ein langsamer Prozess. Das ganze radikal angehen bringt nichts. Ich habe mich da falsch ausgedrückt, sehe die Sache leider auch zu sehr aus meiner Perspektive, die nicht unbedingt übertragbar ist.
Zitat:
Ich will meine Sorgen und Ängste nur jemanden mitteilen, und durch dieses Forum belaste ich meinen Freund nicht auch noch zusätzlich.
Denn es muss ja jeder erstmal für sich mit der Problematik klar kommen, bevor man Lösungen findet.
Ich kenne Leute, die versuchen schon seit zig Jahren mit dieser Problematik klarzukommen und suchen und suchen nach Lösungen. Wenn ich dann höre, ich weiss nicht mehr weiter, ich glaube ich mache Schluss... hm, dann bin ich drin in der Sache, ob ich will oder nicht. Shocked Wink
Weiter ausgeholt: Aber das Problem erkennen und mal einfach nett sein, ein paar ermunternde Worte, das geht nicht. Mit der weissen Flotte den Rhein rauf und runter fahren, ein netter Abend in der Altstadt, dann noch die Disco und der Flohmarkt, he, das ändert nichts an der Sache, denn der Tag danach kommt bestimmt. Ich habe privat auch so einen Fall an der Hand und es ist schön, das jener Mensch mir vertraut und mir zuhört. Auch so eine Gradwanderung... Sie sagt mir, ich habe Angst, Angst davor, das es zurückkommt. Therapien, Malen, Gespräche, positves Denken, pah, ... vielleicht hilft es? Wenn dann der Zeitpunkt gekommen ist, und das ist schwer einzuschätzen, hole ich das Thema Asexualität raus und jene Leute verändern sich. Very Happy Dann entspannt sich das Ganze und auf einmal kommt da sowas wie Dankbarkeit. Ist nicht meine Absicht, aber dann geht es mir sowas von gut... Wichtig ist meines Erachtens, jene Leute möglichst schonend mit dem Thema zu konfrontieren. Dafür haben wir dieses Forum oder die Treffen.
Es gibt jüngere, die denken vielleicht, was redet der da, ich war schon immer asexuell und das ist gut so und ich chille und meditiere hier mal so schön vor mich hin. Das mag für den einen oder anderen zutreffen. Ich sehe aber auch die Leute, die damit überhaupt nicht klarkommen. Da nützt alles nix, da muss man ran. Oder wie MBPunkt sagte:
Zitat:
bluerose wollte ich eine Frage stellen, die hier im Forum schon häufiger gestellt wurde: wäre es ein gangbarer Weg wenn auch dein Freund sich hier im Forum einmal in aller Ruhe umschauen würde?

Das wäre ein guter Weg. Aber selbst das ist nur ein Anfang. Und vorsichtig ist die Mutter der Porzellankiste. Und ihre Tassen und Teller alleine lassen tut sie auch nicht. Wink
Wünsche Dir und deinem Freund Glück, das wird schon...

Tobias Smile
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Nikanoru




Alter: 35
Anmeldungsdatum: 23.03.2005
Beiträge: 431
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: So Apr 10, 2005 15:52    Titel: Re: Wie komme ich am besten damit zurecht? Antworten mit Zitat

bluerose1980 hat folgendes geschrieben:
Wie bekomme ich mein Verlangen in den Griff oder wie kann ich damit besser umgehen. Ich bin wirklich verzweifelt und suche auf diesem Wege Rat.

Auch wenn es naiv oder grob klingt - den reinen Trieb bekommt man IMHO ausgezeichnet mittels der eigenen Hände oder anderer Hilfsmittel in den Griff. Sofern man ihn nicht ganz unterdrücken will, was natürlich ebenfalls eine Option ist... wenn auch nicht zwingend die beste. Ich würde idR deutlich von Letzterem abraten...

Es gibt Menschen, die, obwohl sie nicht asexuell sind, dennoch sehr lange Zeit oder sogar ihr ganzes Leben auf sexuelle Kontakte verzichten (müssen). Und die "platzen" auch nicht unbedingt...
Soviel zur rein körperlichen Komponente, die, wie gesagt, meiner Meinung nach wirklich leicht zu bewältigen sein sollte. Ich nehme aber nicht an, daß das wirklich Dein Problem ist... wenn Du also gesteigerten Wert darauf legst, Deine sexuellen Bedürfnisse mit Deinem Partner auszuleben und Dir Zuneigung, körperliche und geistige Nähe, Vertrauen, Treue und was in einer Beziehung sonst noch wichtig ist allein nicht reicht... dann mußt Du Dir darüber im Klaren sein, daß Du jenes Bedürfnis evtl. nie befriedigt bekommst. In jenem Fall blieben also die zwei offensichtlichen Möglichkeiten...

Was mich allerdings stutzig gemacht hat, ist die Tatsache, daß er Dich, wie Du erwähnt hast, 3 Jahre lang hingehalten hat und im Grunde unehrlich zu Dir war. Und daß Du der Ansicht bist, daß jeder erstmal für sich selbst mit einer solchen Problematik klarkommen muß. Unter einer Partnerschaft stelle ich mir aber vor, daß beide eher gemeinsam an Lösungen für Probleme arbeiten... absolut unabdingbar ist das bei Problemen, die beide betreffen - so wie das hier der Fall ist. Wenn man nicht einmal vernünftig miteinander reden kann und einer oder beide Partner permanent abblocken, ist eigentlich nichts mehr zu retten, sofern sich an dem Kommunikationsverhalten nichts ändert.

Falls Du ihn wirklich liebst... bleib bei ihm und versuche, Dein sexuelles Verlangen nach Möglichkeit selbst zu befriedigen und dennoch die positiven Seiten der Beziehung zu genießen. Ohne den Mangel an Sex als großen Verlust zu empfinden (oder Deine völlig natürlichen Bedürfnisse als falsch, unanständig, lästig, etc.pp.).
Falls Dich der Gedanke an ein unausgefülltes Sexleben allerdings derart belastet, daß die ganze Beziehung auf Dauer darunter leidet und ihr nur noch gequält und gehemmt miteinander umgeht... wirst Du nicht um eine Trennung herumkommen. Natürlich alles (!) unter der Voraussetzung, daß man die vorher offenbar existierenden sexuellen Bedürfnisse Deines Freundes nicht irgendwie wiederbeleben kann.

Also - es ist unbedingt notwendig, daß ihr miteinander redet. Es ist wohl sinnvoll, ärztlichen Rat hinzuzuziehen (denn ich bezweifle eigentlich, daß Dein Freund "nichts mehr spürt" oder daß das so bleiben muß, falls das wirklich der Fall ist... es wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht allein eine körperliche/hormonelle Ursache dafür verantwortlich). Es ist aber definitiv falsch, sich durch eine Beziehung zu quälen und alleine vor sich hinzuleiden, nur weil man Angst davor hat, daß der Partner die Trennung möglicherweise nicht verkraftet. Auch wenn es in Deinem Fall eine verständliche Angst ist, aufgrund der Geschichte mit Deinem Vater. Aber damit degradiert man sich selbst zu einer Puppe... und daß das auf Dauer auch nicht gesund ist, sollte trivial sein...


Nikanoru
_________________
"Nobody on their deathbed said, 'I wish I'd spent more time with my computer.' "
- Dani Bunten
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